Mit Bürgermeister auf Ganovenjagd
15.02.2012 | 18:48 Uhr 2012-02-15T18:48:00+0100
Langenberg. Mit sichtbaren Vergnügen widmete sich das Stadtoberhaupt gestern Vormittag einer Schar von Bürgern, die nicht einmal wahlberechtigt sind – den Kindern der Grundschule Kuhstraße und den Jungen und Mädchen dreier Langenberger Kindertagesstätten.
Ob in den Sprechstunden auf dem Froweinplatz oder bei Festen wie Martinsmarkt und Sommerfest: Der Bürgermeister zeigt sich häufig bürgernah. So viel Freude aber bereitet Bürgernähe Stefan Freitag wohl selten: Mit sichtbaren Vergnügen widmete sich das Stadtoberhaupt gestern Vormittag einer Schar von Bürgern, die nicht einmal wahlberechtigt sind – den Kindern der Grundschule Kuhstraße und den Jungen und Mädchen dreier Langenberger Kindertagesstätten.
Umringt von 200 Kindern, die gebannt an seinen Lippen hingen und seiner Stimme lauschten: So gestaltete sich die Vorlesestunde, die Freitag ab 10 Uhr in der Pausenhalle der Kuhstraßen-Grundschule absolvierte. Ein Termin, der eigentlich bereits für den November angekündigt worden war, damals aber wegen einer Erkrankung des Bürgermeisters ausfallen musste.
Dabei habe er sich, versicherte Freitag den Jungen und Mädchen schon im vergangenen Jahr so auf den Besuch gefreut – „wie ich es mich eigentlich immer freue, wenn ich zum Vorlesen in eure Schule komme“, verriet er.
Das Vorlesebuch bleibt als Gastgeschenk in der Schulbücherei
Und dann packte Stefan Freitag das Buch aus, das er diesmal zum Vorlesen eingesteckt hatte – und das nach der Vorlesestunde als Gastgeschenk auch in der Schulbücherei verbleiben sollte: die „Krimigeschichten“ von Florian Reiter (Text) und Outi Kaden (Bilder). Warum er dieses Buch überhaupt mal gekauft habe und warum er es nun in der Schulbücherei lassen werde – ja, auch das verriet der Bürgermeister den Kindern: „Mein Sohn heißt nämlich auch Tim, wie der kleine Junge in diesem Buch, aber jetzt ist er doch ein bisschen zu alt geworden für die Geschichten.“
Dass er die seinem Sohn bestimmt mehr als einmal vorgelesen haben dürfte: Ja, auch das wurde deutlich, als der Bürgermeister mit der Vorlesestunde begann. Gebannt lauschten die Kinder den Abenteuern von Sarah und Tim, die sich als kleine Detektive betätigen und die spannendsten Kriminalfällle lösen – zum Beispiel das Geheimnis um „Das gestohlene Rennrad“ oder von der Marmorstatue des Kaisers „Franz Josef der Unausstehlichste“, die beim „Diebstahl im Zug“ abhanden kommt. Und ebenso wie die Kinder sonst bei diesem Vorlesebuch durften auch die Kuhstraßen-- und Kitaschüler am Ende der Geschichte mitraten, wie wohl Tim und Sarah auf die Lösungen der kniffligen Fälle gekommen waren.
Die halbe Stunde verging wie im Flug
Eine halbe Vorlesestunde verging so im Flug, und alle „noch eine, noch eine“-Rufe nutzten zuletzt nichts: Nach einer Dreiviertelstunde war’s vorbei mit der Vorleserei.
Mit dem Bürgermeisterbesuch freilich noch nicht. Zehn Fragen durften die Kinder noch ans Stadtoberhaupt richten – z.B. wie man denn überhaupt Bürgermeister werde, ob das ein schweres Amt sei und es Spaß mache. „Ja, jetzt im Moment macht es sogar großen Spaß“, verriet Freitag den Kindern.- Und nachem er dann tatsächlich alle Fragen zur Zufriedenheit der Kinder beantwortet hatte, wurde er entlassen – für diesmal.
Ach ja – einen „offiziellen“ Teil gab’s bei dem Besuch auch noch: Vor Ort übertzeugte sich Freitag auch vom Abschluss der Brandschutzarbeiten, die in den vergangenen Monaten in der Pausenhalle der Grundschule erledigt worden waren.
13:53
Ist dieser nette Herr Freitag, der den Kindern hier so nett vorliest, nicht auch der eiskalte und rücksichtslose Herr Freitag, der den Kindern in Langenberg das Freibad wegnahm?