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Röbbeck Röcks

Misstöne am Hopscheid

29.08.2012 | 23:00 Uhr
Misstöne am Hopscheid

Langenberg.   Am Freitag und Samstag steigt auf der Eichenkreuzhöhe das Rockfestival „Röbbeck Röcks“ – von der Stadt genehmigt, trotz massiver Anwohnerprotest.

„Röbbeck Röcks“ den Hopscheid – und die Anwohner sind darüber gar nicht amüsiert: Mit massiven Protesten einer Delegation von Anwohnern des Hopscheider Wegs sah sich Bürgermeister Stefan Freitag gestern bei seiner Sprechstunde auf den Langenberger Wochenmarkt konfrontiert. Hintergrund: Das alternative und karitative Rockfestival „Röbbeck Röcks“, das in den vergangenen drei Jahren am Hixholzer Weg stattfand, steigt am morgigen Freitag und am Samstag erstmals am Hopscheid – auf dem Gelände des ehemaligen Gemeindezentrums Eichenkreuzhöhe, das nun der Verein „Impulse“ betreibt.

„Es ist uns völlig unverständlich, wie das Ordnungsamt eine solche Veranstaltung mitten in einem Wohngebiet genehmigen kann“, fasst Christiane Höfert den Unmut vieler Anwohner in Worte. Die waren seit Tagen bei der Stadt Sturm gegen das Rockfestival gelaufen, bei dem an zwei Tagen insgesamt zehn Bands auftreten werden.

Vergeblich: Die Stadt erteilte die Genehmigung – habe auch gar keine Möglichkeit gehabt, sie zu versagen, so Reiner Grube, Leiter der städtischen Bürgerdienste. Und: Man habe die Genehmigung an strenge Auflagen gebunden. Grube: „Als oberster Schallpegel gelten 74 Dezibel, und es darf auch nur bis 23 Uhr gespielt werden – danach muss Schluss sein.“

Dass es „immer ein Drahtseilakt“ sei, eine Veranstaltung unter freiem Himmel zu genehmigen, gab der Bürgermeister zu bedenken. „Bisher aber ist dem Ordnungsamt dieser Spagat noch immer ohne Leistenzerrung gelungen“, so Freitag. Der die ganze Angelegenheit inzwischen zur Chefsache machte, und die Initiative ergriff: In einem von der Stadt moderierten Gespräch sollen sich Anwohner und Veranstalter am heutigen Donnerstag darüber verständigen, wie „Röbbeck Röcks“ am Hopscheid für alle Beteiligten gut über die Bühne gehen kann.

Wobei sich die beiden Lager allerdings jetzt schon keineswegs unversöhnlich verfeindet gegenüber stehen. „Ich kann die Sorgen der Anwohner schon verstehen“, räumt zum Beispiel Lisa Bianchini, seit kurzen Vorsitzende des Vereins „Impulse“, ein. Sie versichert aber: „Obwohl Rockmusik eigentlich nicht mein Ding ist, habe ich mir Röbbeck Röcks im letzten Jahr angeschaut. Und was ich da gesehen habe, war kein Haufen besoffener, schreiender Chaoten, sondern ein friedliches, ruhiges Musikfest mit eher familiärem Charakter.“

Zwar habe auch sie Bedenken gehabt, das Festival über zwei Tage zu veranstalten und den Besuchern Gelegenheit zu geben, auf dem Gelände zu campen. „Aber ich habe mit meinem Vorstandskollegen Andreas van Ooy, der ja einer der beiden Veranstalter von Röbbeck Röcks ist, fest vereinbart, dass wir alle in die Pflicht nehmen werden, damit diese Veranstaltung ohne Probleme für die Anwohner abläuft“, so Bianchini.

„Es ist ja auch für eine gute Sache, dass der Reinerlös dieses Konzerts in dieses Wasserhilfeprojekt in Nepal fließt“, erklärt auch Christiane Höfert, keineswegs grundsätzlich gegen das Musikprojekt eingestellt zu sein. Was ihr und zahlreichen Anwohnern allerdings große Sorgen bereitet: Dass die Verkehrsflächen und auch die sanitären Einrichtungen am Veranstaltungsort gar nicht ausreichen, den Besucheranstrom bewältigen zu können. „Da spielen ja Bands aus Moers, Aachen, aus Krefeld, Bonn, ja, sogar aus Bremerhaven – da ist doch gar nicht absehbar, wie viele Fans da anreisen“, gibt die Langenbergerin zu bedenken. Und auch um die Nachtruhe fürchte man. „Schließlich wird es ja nicht gleich ruhig sein, wenn die letzte Band um 23 Uhr zu spielen aufhört, aber auf dem Gelände gezeltet wird.“

Warum nicht im alten Freibad?

Dennoch hofft die Anwohnerin der Wilhelmshöher Straße, dass ihre Befürchtungen sich nicht bewahrheiten, dass es am Hopscheid nicht eskaliert, wenn Freitag und Samstag am Hopscheid „Röbbeck Röcks“. „Ich bin wirklich nicht versessen darauf, Recht zu behalten nach dem Motto: Das habe ich ja gleich gesagt“, meint Christiane Höfert. Und schlägt etwas ganz anderes vor: „Warum findet das Festival eigentlich nicht im ehemaligen Freibad im Nizzatal statt?“

Harald Wiegand


Kommentare
02.09.2012
17:38
Misstöne am Hopscheid
von bkka | #1

Christiane Höfert schlägt etwas ganz anderes vor: „Warum findet das Festival eigentlich nicht im ehemaligen Freibad im Nizzatal statt?“

Natürlich – das würde ich an Frau Höferts Stelle auch tun…

Von dort aus würde wunderbar der Wewersbusch beschallt – dann käme der Protest halt von dort, aber Hauptsache auf der Eichenkreuzhöhe ist Ruhe.

Jeder ist sich selbst der Nächste…

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