Mieterverein Velbert begrüßt neues Gesetz zur Maklercourtage

Wer’s bestellt, muss auch zahlen: Das gilt ab Montag auch, wenn ein Makler bei der Wohnungsvermittlung hilft.
Wer’s bestellt, muss auch zahlen: Das gilt ab Montag auch, wenn ein Makler bei der Wohnungsvermittlung hilft.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Ab Montag (1. Juni) muss derjenige die Maklerprovision bezahlen, der den Makler bestellt. Der Mieterverein Velbert begrüßt das Gesetz, Makler reagieren skeptisch.

Velbert..  Wer eine Leistung bestellt, muss sie auch bezahlen – dieser Grundsatz gilt für praktisch jede Dienstleistung. Die große Ausnahme machte bislang der Maklervertrag: Wurde eine Mietwohnung über einen Makler vermittelt, zahlte die Provision zumeist der Mieter – auch wenn nicht er, sondern der Vermieter den Makler beauftragt hatte.

Ab dem ersten Juni ist damit allerdings Schluss, für die Vermittlung von Mietwohnungen gilt dann das Bestellerprinzip: Es zahlt derjenige, der den Makler beauftragt hat. „Nur gerecht“ findet das Rechtsanwalt Jürgen Hübinger. Schließlich sei der Mieter bei einem Wohnungswechsel ohnehin erheblichen Belastungen ausgesetzt. „Zu den Umzugskosten kommt die Kaution, vielleicht auch eine doppelte Miete“, so der Vorsitzende des Mietervereins Velbert und Umgebung, „wenn da noch die Maklercourtage von zwei Monatsnettomieten dazukommt, muss der Mieter eine ganz schöne Summe aufbringen.“ Damit der ab ersten Juni nicht doch die Maklergebühr übernehmen muss, gilt es, mögliche Schlupflöcher zu beachten. „Vermieter könnten versuchen, Mobiliar zu verkaufen, um so die Maklergebühr zu kompensieren“, so Hübinger. Im Klartext heißt das: Verkauft der Vermieter dem neuen Mieter eine Einbauküche zum überhöhten Preis, kann er so die Maklerkosten auf den Mieter abwälzen.

Makler sind angespannt

Zulässig ist dies jedoch nur, wenn es für den Mieter nicht zu teuer wird. „Der Kaufpreis darf bis zu 50 Prozent über dem Zeitwert der Sache liegen“, weiß Hübinger, Andernfalls bestehe ein grobes Missverhältnis, der Vertrag sei dann unwirksam. „Das zu viel gezahlte kann dann zurückgefordert werden“, so der Jurist. Weil er den Velberter Wohnungsmarkt jedoch für wenig angespannt hält, sieht er in solchen Umgehungsgeschäften keine nennenswerte Bedrohung. Und auch das ab Juni geltende Schriftformerfordernis trägt zum Schutz der Mieter bei.

Für Anspannung sorgt die neue Gesetzeslage hingegen bei den Velberter Maklern. Mit einem jedenfalls „kurzfristigen Auftagsrückgang“ rechnet Tim Karthäuser, Inhaber der Firma Kartheuser Immobilien, ebenso wie Janina Grüter, Geschäftsführerin von Engel und Völkers. „Viele Vermieter werden zunächst allein versuchen, Mieter zu finden“, so ihre Prognose. Langfristig hoffe sie jedoch, dass die Wohneigentümer nicht auf die Leistungen der Makler verzichten wollen. „Uns stehen einfach mehr Instrumente zur Verfügung, die für die Wohnungsvermittlung sinnvoll sind“, erklärt Grüter und verweist auf Know-how beim Vertragsschluss und Möglichkeiten zur Bonitätsprüfung – allesamt Leistungen, die bislang der Mieter allein bezahlte. Die Maklerin hält die Neuregelung aus Mietersicht darum grundsätzlich für gerecht. Für sinnvoll hätte sie jedoch vor allem Neuregelungen im Hinblick auf die Qualifikationen der Makler befürwortet. „Ich fände es sinnvoll, wenn es generell ein Ausbildungsberuf würde“, so Grüter.