Mettmann lockt Kunden mit Produktfinder-App in die City

App aufrufen, Suchbegriff eingeben und dann den entsprechenden Laden aus der Trefferliste auswählen. So funktioniert der Produktfinder Mettmann, kurz ProFi ME.
App aufrufen, Suchbegriff eingeben und dann den entsprechenden Laden aus der Trefferliste auswählen. So funktioniert der Produktfinder Mettmann, kurz ProFi ME.
Foto: ProFiME/Grenzstein
Digital können Mettmanner herausfinden, was es in ihrer Innenstadt zu kaufen gibt. Händler wollen so für mehr Frequenz sorgen und Abwanderung verhindern.

Mettmann..  Strickwaren? Gibt es nicht, fahre ich woanders hin. Kurzwaren? Doch nicht hier. Fahr’ ich woanders hin. Viele Händler kennen diese Klagen ihrer Kunden. „Dabei liegen die Leute da oft völlig falsch.“ Sagt Axel Ellsiepen. Der ist Inhaber eines Bürobedarfgeschäfts in der Mettmanner Innenstadt und hat gemeinsam mit zwei Kollegen eine App entwickelt. „Oft wissen die Menschen nämlich einfach nur nicht, wo sie suchen müssen“, sagt der Einzelhändler.

Und so gibt es seit gut einem Jahr eine digitale Lösung für die Kreisstädter: ProFi ME. Das steht für Produktfinder Mettmann und ist sowohl am heimischen Computer im Internet abrufbar als auch auf dem Smartphone oder dem Tablet als App zu nutzen. Das Bedien-Prinzip ist einfach (siehe Beschreibung unter dem Foto oben), die Idee dahinter erst Recht: „Wir wollen die Produkte für die Menschen auffindbar machen“, sagt Axel Ellsiepen. Und Ingo Grenzstein, zuständig für Optik und Inhaltspflege, ergänzt: „Gleichzeitig können wir so den örtlichen Einzelhandel besser vernetzen.“ Wie das funktioniert? „Der Produktfinder hat auch eine Kartenansicht. Darin kann ich dann entweder nur das Geschäft finden, das ich gesucht habe. Oder ich kann mir alle Läden anzeigen lassen. Vielleicht sehe ich dann, dass ein Geschäft ganz in meiner Nähe Dinge hat, die ich gerade brauche.“ Gleichzeitig bekommen kleine und große Händler die gleiche Chance: Beide können ihr Sortiment in die Suchmaschine einstellen, gleichwertig. „In der Trefferliste gibt es keine Wertung“, sagt Grenzstein.

Und Axel Ellsiepen ergänzt: „Ebenfalls gleichwertig sind hier Händler, die sich schon intensiv mit online und digital beschäftigt haben und solche, die mit dem Thema nicht viel anfangen können. Letztere schicken uns eine Aufstellung ihrer Produkte, wir pflegen das ein und schon werden auch die gefunden.“

Wie erfolgreich die App ist, lässt sich nur schwer herausfinden, erläutert Ingo Grenzstein: „Die Leute gehen ja nicht ins Geschäft und sagen ,Hey, ich hab euch bei ProFi ME gefunden, deswegen bin ich hier’. Die kaufen ein und gehen wieder.“ Aber drei- bis viertausend Abrufe im Monat zeigen doch, „das wir einen Nerv getroffen haben“, sagt Axel Ellsiepen.

Hans Jürgen Fricke, Entwickler und Programmierer des ProFis, ist der Dritte im Bunde. Und hat auch schon klare Vorstellungen, wie es weiter gehen soll: „Natürlich sind wir daran interessiert, dass auch andere Städte mitmachen. Wir sind da offen für Anfragen und stehen zur Verfügung.“ Dann wäre nämlich auch eine Verknüpfung der Produktfinder möglich.