Meisterdiebe im Velberter Museum

Museumsleiter Dr. Ulrich Morgenroth schwirrte die Idee zurAusstellung schon seit langer Zeit durch den Kopf.
Museumsleiter Dr. Ulrich Morgenroth schwirrte die Idee zurAusstellung schon seit langer Zeit durch den Kopf.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Von Robin Hood bis Ocean’s Eleven: In der Sommerausstellung dreht es sich um die Gegner der Schloss- und Beschlägeindustrie.

Velbert..  Wenn Gentleman-Gauner Walter Harper in „Topkapi“ oder sein Kollege Simon Templar in „Der Mann ohne Namen“ ihr diebisches Geschick unter Beweis stellen, sitzen die Zuschauer gebannt vor den Fernsehern. Denn die Geschichten der Meisterdiebe sind auch heute noch lebendig. Den Ganoven zu Ehren ist die Sommerausstellung „Meisterdiebe, von Robin Hood bis Ocean’s Eleven“ seit Freitag im Schloss- und Beschlägemuseum zu sehen.

Während der hintere Teil des Ausstellungsraumes wie ein Tatort daherkommt – pflichtgemäß mit Flatterband abgesperrt-, stehen vorne die Schreibtische von Staatsanwalt und Polizei. Darauf stapeln sich neben einem Zeitungsartikel von 1930 über den Einbruch im Velberter Heimatmuseum Bilder der Verdächtigen. Sperrwerkzeuge und Dietriche liegen in Vitrinen, Steckbriefe und Filmplakate zieren die Wände.

In Erinnerungen schwelgen

Vor der Ankündigung des Hitchcock Films „To catch a thief – Über den Dächern von Nizza“ schwelgen Jürgen Heismann und seine Frau Doris Schöller in Erinnerungen. „Ein ganz wunderbarer Film mit tollen Dialogen und der richtigen Prise Humor“, meinen die beiden. Aber nicht nur das Filmplakat, auch der Rest der Ausstellung findet Anklang. „Schon als ich den Titel gelesen habe, wollte ich sie unbedingt sehen“, sagt Doris Schöller, die von der feinen Art der Meisterdiebe fasziniert ist. Heismann gefällt besonders, dass die Gauner der verschiedenen Epochen gezeigt werden, von Robin Hood über den „Meisterdieb“ der Gebrüder Grimm bis hin zu Fantomas. Nur die Geschichte des „Sterns von Velbrathistan“, der als blauer Diamant in einer Vitrine in der Mitte des Raumes thront, will das Ehepaar nicht recht glauben.

Museumsleiter Dr. Ulrich Morgenroth gibt zu, dass er an dieser Stelle ein bisschen geflunkert hat. „Aber es geht ja hauptsächlich um die Faszination und den Spaß“, bringt er zu seiner Verteidigung vor. Morgenroth hat selbst eine Vorliebe für die Meisterdiebe, die eigentlichen Gegner der Schloss- und Beschlägeindustrie. Arsène Lupin habe er schon als Kind gern gesehen. Die Idee zu der Ausstellung schwirre ihm bereits seit mehr als zehn Jahren durch den Kopf, umgesetzt hat er sie nun gemeinsam mit Reiner De Bruyckere.

Neue Ausstellung in Planung

Er und der ehemalige Museumsmitarbeiter, der eigentlich schon im Ruhestand ist, seien ein eingespieltes Team. „Wir machen gern Projekte zusammen“, so Morgenroth. Eine neue Ausstellung sei auch schon in Planung. „Nächstes Jahr soll es um Spione und Codebrecher gehen“, verrät er.