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Serie: Eine Stunde mit . . .

Meine Zeitungsbotin, die Powerfrau

31.10.2012 | 06:00 Uhr
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Meine Zeitungsbotin, die Powerfrau
Gabriele Overbeck im Dienst: Nachts teilt sie die WAZ aus.Foto: Detlev Kreimeier

Velbert  WAZ-Mitarbeiterin begleitet eine Stunde eine WAZ-Zeitungsbotin

Ein Uhr nachts. Die Straßen sind leer gefegt. Es ist kalt, neblig. Schon seit 15 Minuten wartet Zeitungsbotin Gabriele Overbeck am Treffpunkt. Mit anderen Zustellern wird über Fußball gequatscht. Nicht gerade das Lieblingsthema der 56-Jährigen. „Wenn am Vorabend gespielt wurde, dauert es immer so lange, bis die Zeitungen geliefert werden.“

Nach einer gefühlten Ewigkeit ist der weiße Transporter mit den frisch gedruckten Zeitungen dann endlich da. Stapel für Stapel wird ausgeladen. Die 56-Jährige steigt in ihren silbernen Citroën. Die Zeitungen kommen auf den Beifahrersitz.

Drei Stunden unterwegs

In drei Bezirken muss Gabriele Overbeck jede Nacht Zeitungen austeilen. „Ich teile in Neviges links von der Wilhelmstraße und in der Siedlung im Holz aus“, sagt die Botin. Erster Stopp ist heute Nacht in der Fußgängerzone. Für das Hochhaus an der Lohbachstraße hat Overbeck einen Schlüssel. „Da sind die Briefkästen ja im Hausflur. Für mich heißt das, leise sein. Ich möchte doch niemanden wecken!“ Rasch überquert sie die Straße – die Ampel ist schließlich ausgeschaltet. Briefkasten auf, Zeitung rein und weiter geht es. Zeit für Pausen gibt es nicht. „Bis sechs Uhr müssen wir fertig sein. Ich brauche aber auch meist nur drei Stunden für meine Bezirke“, erzählt Overbeck.

Das glaubt man der Frau in Sportschuhen und Jogginganzug gerne. Die Geschwindigkeit, mit der sie durch die nächtlichen Straßen läuft, erinnert an ein strammes Sportprogramm. „Das ist mein Hobbyberuf“, sagt die Zeitungsbotin. „Und natürlich ist das auch ein wenig Frühsport. Nach dem Austragen gehe ich aber auch noch mit meinem Hund raus. Ich bin einfach ein Morgenmensch.“

Nebenjob, Hauptjob und Enkelbesuch

Zeitungsbotin ist für die 56-Jährige nur ein Nebenjob. Tagsüber arbeitet sie halbtags als kaufmännische Angestellte. Auch nachmittags gibt es keine Chance für ein Nickerchen. „Da kommt oft das Enkelkind“, sagt die Powerfrau. „Ich bekomme trotzdem noch genügend Schlaf.“ Ist der Spaziergang mit dem Hund morgens vorbei, gibt es erstmal Frühstück. Auf dem Tisch liegen dann die Zeitungen, die auf der Tour übriggeblieben sind. Wenn Arbeits- und Omapflichten erledigt sind, geht es meist gegen 22 Uhr ins Bett. Der Wecker klingelt um halb drei.

Die Fußgängerzone ist abgearbeitet. Jetzt geht es wieder ins warme Auto. Die Wilhelmstraße wird jetzt beliefert. Im Radio läuft WDR4 auf voller Lautstärke. Müde werden kann man dabei nicht. Es ist zwei Uhr nachts. Noch etwa drei Stunden Arbeit hat Gabriele Overbeck vor sich. In ihrem Nebenjob. Sechs Nächte in der Woche.

Karoline Schubert

Kommentare
31.10.2012
16:11
ah ja...
von wir-vier | #2

Frau O. steht bereits um ein Uhr am Treffpunkt. Ihr Wecker klingelt aber um halb drei. Warum? Um die Nachbarn zu wecken?

31.10.2012
15:10
Meine Zeitungsbotin, die Powerfrau
von zeitungszausel | #1

ich bin selber Zeitungszusteller, zusammen mit meiner Frau. Was wir in dem Artikel gelesen haben, verursachte bei uns nur verständnisloses Kopfschütteln. Vieleicht sollte die Redakteurin das was sie zu veröffentlichen gedenkt, vorher genau durchlesen. Damit bei nächsten mal die Geschichte die erzählt werden soll auch stimmig ist.

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