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Mal Dampf ablassen

07.09.2007 | 04:50 Uhr

Bürgerinnen und Bürger kritisieren die Verkehrs- und Parkprobleme in der Elberfelder Straße.Die Wege rund ums Schloss seien teilweise völlig mit Sträuchern und Wildkräutern überwuchert

Aus allen Stadtteilen kamen Velberter um Bürgermeister Stefan Freitag in seiner Sprechstunde auf dem Nevigeser Wochenmarkt zu besuchen. Doch nicht alle hatten Beschwerden oder ein bestimmtes Anliegen: "Viele kommen einfach nur vorbei, um dem Bürgermeister einmal die Hand zu schütteln oder Hallo zu sagen", weiß Stadtkämmerin Mechthild Stock, die ebenfalls dabei war. Selbstverständlich nutzten auch viele Menschen die Gelegenheit, ihre Beschwerden anzubringen. Pressesprecher Hans-Joachim Blißenbach weiß, dass die bürgernahe Sprechstunde dafür ideal ist. "Früher hielten wir sie im Rathaus ab, aber augenscheinlich war da für die Bürger die Schwellenangst zu groß." Seit etwa drei Jahren steht der Bürgermeister mit seinem Team sowohl im Frühling als auch im Herbst auf den Wochenmärkten in Velbert, Langenberg und Neviges, um sich den Anliegen der Bürger anzunehmen. "Einige kommen extra vorbei um loszuwerden, was ihnen auf dem Herzen liegt, bei anderen ergibt sich das einfach aus der Gelegenheit", so Mechthild Stock.

Gerade die Geschäftsinhaber der Fußgängerzone nutzten die Gelegenheit, um einmal richtig Dampf abzulassen. So werden Kurzzeitparkplätze vor der "Schwanen-Apotheke" gefordert. Gerade für alte Menschen ist der Fußweg oft beschwerlich und vor der Eingangstür wäre genügend Kapazität, um Parklücken einzurichten, die ausschließlich dem Einkauf in der Apotheke dienen.

Ein weiteres Thema, dass die Bürger nach wie vor beschäftigt, ist die Vogelvoli ere am Schloss. Es wird gefordert, dass sie nun endlich wieder aufgebaut werden soll. Doch die Stadt ist bereits aktiv und sucht nach einem neuen Standort.

Ebenfalls ein "Schloss-Thema" waren die umliegenden Wander- und Pilgerwege. So wird kritisiert, dass die Schilder vollkommen verdreckt seien und dass einige Wege so zugewachsen seien, dass sie ein reines "Brennnesselfeld wären." Zudem lägen auf einigen Wegen bereits seit Jahren Kabel von der Bahn herum. "Der Weg muss dringend gerichtet werden", so die Beschwerde einer anderen Geschäftsinhaberin.

Auch die Verkehrssituation auf der Elberfelder Straße wurde kritisiert. Dabei beschwerten sich einige über die Pflanzkübel, die eigentlich speziell dafür errichtet wurden, dass die Leute auf den ausgewiesenen Parkflächen parken . "Doch die Bürger nutzen die Flächen nicht richtig und parken seitwärts. So kommt der Bus gar nicht mehr durch." Also wird gefordert, die Pflanzkübel wieder zu entfernen. Andere beschwerten sich darüber, dass Autofahrer die Fußgängerzone als Straße benutzten und forderten, dass Poller die Durchfahrt verhindern sollten.

Doch auch amüsantere Themen wurden angeschnitten. So machte eine Velberterin darauf aufmerksam, dass der Bürgermeister doch auch standesamtliche Trauungen vornehmen dürfe. Dies ist allerdings ohne Ernennung nicht möglich. Diese erteilt auf Anforderung die Bezirksregierung. Es wird jedoch empfohlen, vorher einen Lehrgang zu machen. Eine Ernennung hat der Bürgermeister nicht. Ein Ja-Wort vor Freitag wird es also erst einmal nicht geben.

Von Isabel Papke

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