Märchenstunde mit Heimatkunde

Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Zu einer außerordentlichen Vorlesestunde hatte die Stadtteilbücherei gestern an die Alte Kirche eingeladen. Es gab Märchen, eine Zeitreise – und Eis von Angelo.

Langenberg..  Dass Geschichtsunterricht so spannend sein kann! Dabei waren sie doch eigentlich zur Märchenstunde eingeladen, die zwei Dutzend Kinder, die gestern dicht gedrängt auf den Eingangsstufen von Langenbergs Alter Kirche saßen. Dort lauschten sie Christiane Heinrichs und Barbara Orfeld, die im Rahmen des Bilderbuchkinos zu einer ganz besonderen Vorlesestunde der Stadtteilbücherei Langenberg eingeladen hatten.

Die Vorlesepatinnen und -paten der Stadtbücherei: Seit zehn Jahren schon lesen sie Woche für Woche aus Bilder- und anderen Büchern vor, um Kinder die zauberhafte Welt des Lesens zu entführen. Und dass man dabei zuweilen sogar eine echte Zeitreise unternehmen kann, stellten die Kinder am Montagnachmittag fest.

„Vor 250 Jahren – was könnte damals hier alles anders gewesen sein?“, wollte Barbara Orfeld von den älteren Kindern wissen, nachdem Büchereileiterin Ulla Waßerloos alle Zuhörer begrüßt hatte. „Die Häuser waren anders“, „es gab keine Autos“ und „die Menschen hatten andere Sachen an“, schallte es durcheinander.

Langenberg anno 1765

Wobei „Kleidung“ für die Vorlesepatin gleich das richtig Stichwort war. Und so erzählte sie den Kindern, dass damals, vor 250 Jahren, beinahe jede Familie in Langenberg einen Webstuhl zu Hause hatte und vom Weben der Stoffe lebte, weil der eigene Kotten den Lebensunterhalt nicht sichern konnte. Und dann las sie den Kindern das Grimmsche Märchen vom armen Weber vor – in einer von ihr selbst überarbeiteten Fassung, in der nun alles in Langenberg spielten.

Märchen von den drei Spinnerinnen

Derweil gab es am Seiteneingang der Kirche ebenfalls ein Märchen der Gebrüder Grimm. Christiane Heinrichs trug den jüngeren Kindern dort die Geschichte von den drei Spinnerinnen vor, die Tag und Nacht für die Königstochter spinnen müssen, damit die ihren Prinzen immer goldene Wolle schenken kann. Bis der Prinz eines Tages bei einer Spinnerin die dicke Lippe vom Faden lecken, bei der anderen den platten Daumen und der dritten den dicken Fuß entdeckt – und die Königstochter von ihrem Versprechen entbindet, ihm immer Gold spinnen zu müssen.

Malwettbewerb und Geschichtsrallye

Wie die alten Spinnerinnen ausgesehen haben mögen mit Lippe, Daumen und Fuß: Das sollten die Kinder dann in bunten Bildern aufmalen. Und während die Jüngeren malten, gingen die älteren rund um die Kirche auf Zeitreise. Bei der Geschichtsrallye galt es Fragen zu beantworten: Zum Beispiel, wie viele Chimären-Köpfe an der Rückseite der Kirche prangen, was der Leinenweber am Denkmalbrunnen auf seinem Rücken trägt und wie der Mann hieß, dessen Grabstein an der Kirche lehnt.

...und eine Kugel Eis von Angelo

Und nachdem die Kinder all das herausgefunden hatten, gab’s für alle noch eine Belohnung: Wer am Schalter von Angelos Eisdiele auf seiner Hand einen Stempel mit Nilpferd Polli vorzeigen konnte, erhielt eine Kugel Eis gratis.