Männergesangverein „Widerhall“ wünscht sich Zuwachs

Sie gibt den Ton an: Chorleiterin Anna Levina-Mejeritski schätzt das Engagement ihrer Sänger.
Sie gibt den Ton an: Chorleiterin Anna Levina-Mejeritski schätzt das Engagement ihrer Sänger.
Foto: FUNKE FOTO SERVICES
Was wir bereits wissen
Wer dem Männergesangverein „Widerhall“ in Tönisheide angehört, der singt mit Herzblut und Leidenschaft. Doch der Chor wird immer kleiner, die Mitglieder wünschen sich Zuwachs.

Neviges..  Vater und Sohn Hörter sind stets die ersten: Sohn Torsten schiebt das Klavier in den Saal, stellt Stühle auf, Vater Kurt legt die persönliche Notenmappe darauf. Jeder hat hier seinen Stammplatz. „Man gewöhnt sich daran, wen man im Ohr hat.“ Die beiden sind ein eingespieltes Team, das geht zack zack, damit man pünktlich loslegen kann. Jeden Donnerstag trifft sich der Männergesangvereins „Widerhall“ Tönisheide im Gemeindehaus Kuhlendahler Straße.

Der MGV Widerhall, das ist nicht einfach nur ein Chor. Das ist Leidenschaft, die sich vererbt. Ein Leben ohne Singen ist nicht nur für Torsten absolut undenkbar. „Ich bin mal als Junge mitgegangen, seitdem war alles klar“, erzählt der 44-Jährige. Zusammen mit Ralf (55), dem zweiten Bass, ist er der Jüngste im Bunde. Ralf verstärkt den Chor sogar in dritter Generation, „mein Großvater sang hier schon, ich bin hier quasi aufgewachsen.“

Dann wird es ernst. „Drei Gänse im Ha-Ha-Haberstroh, saßen da und waren so froh“, schmettern die zehn Herren – der Chor ist an diesem Abend nicht komplett – voller Inbrunst, aber nicht zur vollen Zufriedenheit von Chorleiterin Anna Levina-Mejeritski. „Die Bässe bitte nicht zu stakkato. Den zweiten Bass habe ich nicht immer verstanden, von den Tönen schon, aber nicht vom Text. Also, bitte mehr artikulieren“, lautet die charmante, aber ebenso klare Ansage. „Und auf die Harmonie hören, die sich dann hoffentlich auch ergibt.“

Ganz andere Klippen tun sich auf beim „Liebeslied für Lu“: Gar nicht so einfach, bei Sätzen wie „Es waren deine roten, roten Lippen, die ich träumend wiederfand“ das richtige Maß fürs „mezzo forte“ zu finden. Und auch ganz selbstverständliche Dinge sollten im Eifer des Gefechts nicht vergessen werden, wie die aus Moskau stammende Konzertpianistin mit Blick auf die Noten anmerkt: „Da müssen Sie vorher atmen, irgendwo.“

Ob jetzt bei der Probe oder später beim Auftritt, wer hier mitmacht, für den ist Singen „eine Herzensangelegenheit“, wie Tenor Manfred (78) voller Inbrunst sagt. Bei Wind und Wetter geht er zu Fuß zur Probe, „eineinhalb Stunden, da kriege ich genug Luft, um mich später einzustimmen.“ Klaus (72) nickt. Für ihn ist Singen die beste Entspannung überhaupt: „Alle Gedanken treten in den Hintergrund, wunderbar.“ Es wäre schön, so der Wunsch der Herren, dieses Hochgfühl mit weiteren Sängern teilen könnten: Über Zuwachs freut sich der Chor jederzeit.