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Linke gegen Bundeswehr-Werbung

17.01.2013 | 18:07 Uhr
Linke gegen Bundeswehr-Werbung
Auch im westafrikanischen Mali wird die Bundeswehr nun eingesetzt. Ein Aspekt, der beim Werben um Nachwuchs nicht vernachlässigt werden sollte.Foto: Mario Vedder/dapd

Velbert.   Die Partei kritisiert Rekrutierungs-Auftritte der Streitkräfte in Schulen und Jobcentern. Arbeitsagentur und Berufskolleg Niederberg sehen das anders

Seitdem im Juli 2011 die Wehrpflicht ausgesetzt worden ist, muss auch die Bundeswehr intensiv um Nachwuchs und neue Rekruten werben. Dazu nutzt sie nicht nur die Berufsinformationszentren (BIZ) der Agentur für Arbeit, sondern auch Berufsorientierungsbörsen an Schulen. In Velbert präsentieren sich die Streitkräfte im Februar und März bei der Agentur für Arbeit, auch auf der Orientierungsbörse am Berufskolleg Niederberg war die Bundeswehr schon zu Gast.

Krieg und Frieden ist Thema

„Mit Sorge betrachtet die Kreistagsfraktion Die Linke die zunehmenden Aktivitäten der Bundeswehr zur Selbstdarstellung und Werbung von Nachwuchskräften an Schulen und Jobcentern“, heißt es in einer Mitteilung der Fraktionsvorsitzenden Ilona Küchler. Die Partei verurteile die Werbeversuche an Bildungseinrichtungen aufs Schärfste: „Schulen dürfen kein Ort für die Rekrutierung von Soldatinnen und Soldaten sein.“

Frank Flanze, Studiendirektor am Berufskolleg Niederberg (BKN), sieht das anders: „Wir sehen die Bundeswehr als einen Arbeitgeber wie jeden anderen auch. Deswegen haben wir sie auch schon hier in der Schule gehabt.“ Zudem sei die Teilnahme freiwillig, kein Schüler müsse die Werbeveranstaltung besuchen. „Über die Lehrpläne haben wir zudem die Themen Krieg und Frieden gut abgedeckt. Wir haben sehr engagierte Lehrer, die sich intensiv mit der Thematik befassen und sie den Schülern nahe bringen.“ Auch wolle er eine Lanze für die Werber der Bundeswehr brechen: „Die, die bislang bei uns waren, waren immer sehr objektiv und offen. Die haben auch die Notwendigkeit von kriegerischen Einsätzen immer wieder kritisch hinterfragt.“

Auch für Ute Ackerschott, Chefin der Agentur für Arbeit im Kreis Mettmann, ist die Bundeswehr kein rotes Tuch: „Das ist ein völlig normaler Arbeitgeber, der ja auch nicht nur Kampftruppen ausbildet.“ Auch Köche, Mechaniker oder Verwaltungsfachleute würden dort gebraucht. Zudem sei das Interesse an den Veranstaltungen sehr groß, sagt Ackerschott: „Mir ist es auch lieber, dass sich die jungen Menschen zuerst über potenzielle Arbeitgeber informieren, bevor sie eine Berufswahl treffen.“ Bislang seien die Werber der Bundeswehr immer objektiv gewesen.

Für die Gesamtschule Mitte hingegen ist ein Besuch der Bundeswehr kein Thema, sagt Schulleiterin Antje Häusler: „Wir sind gegen jede Art militärischer Einsätze und das vermitteln wir auch unseren Schülern.“ Ein Mal sei die Bundeswehr zu Gast gewesen, „aber das war ein Versehen.“

Sascha Döring

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Kommentare
24.01.2013
09:04
Verschlafene Aufarbeitung der eigenen Verantwortung
von dorfbeobachter | #4

"Wer das in Abrede stellt, hat ein Vierteljahrhundert politische Entwicklung verschlafen. Oder er will es einfach nicht wissen."
@ Linksfraktion:
Verschlafen hat ja wohl nur die Ex-SED, die sich nach mehrfacher Umbenennung heute LINKE nennt: die Aufarbeitung des Unrechts, für das sie verantwortlich ist, für Bespitzelung, Meinungsunterdrückung und Schießbefehl. Wenn man in Velbert mal eine Veranstaltung besucht, mit der guten Sarah Wagenknecht, und die Genossen sich unter sich glauben, erfährt man so einiges an Ansichten über den Stalinismus, das einen zweifeln lässt, ob man sich von den heute noch aktiven Anhängern dieser Ideologie über "das Töten" und "die Bundeswehr" belehren lassen möchte.
Es gibt gute Gründe, darüber zu sprechen. Ratschläge von zweifelhaften Demokraten, seien es rechte oder linke, sind nicht hilfreich.

19.01.2013
11:30
LINKE Demokraten gegen Bundeswehr-Werbung
von Linksfraktion.Velbert | #3

Wenn Töten eine normale Arbeit ist, ist die Bundeswehr ein normaler Arbeitgeber. Möge sich jeder selber fragen, was er darüber denkt. Und darüber, dass viele Soldaten von ihren Einsätzen traumatisiert oder garnicht wieder kommen. Und dass dieser Arbeitgeber an Schulen Minderjährige anwirbt.

Und nein, eine "normale" Partei sind wir bestimmt nicht. Aber eine demokratische. Wer das in Abrede stellt, hat ein Vierteljahrhundert politische Entwicklung verschlafen. Oder er will es einfach nicht wissen.

18.01.2013
13:52
Demokraten gegen Linke
von ME4U | #2

Mit Sorge betrachtet echte demokraten die zunehmenden Aktivitäten der Partei Die Linke zur Selbstdarstellung.

Die Linke als ,normale demokratische Partei darzustellen ist eine grauenhafte Verharmlosung!

18.01.2013
10:02
Linke gegen Bundeswehr-Werbung
von linuxsozialist | #1

Wenn man sieht, mit welch fragwürdigen Methoden die Bundeswehr in Kooperation mit der Bravo über sogenannte Abenteuercamps mit viel ,,fun" um ihren Nachwuchs wirbt ist die Werbung der Bundeswehr an Schulen in der Tat hoch problematisch! Das hat nichts mit realistischer Darstellung von Kriegsgeschehen zu tun und auch nichts mit der üblichen Schönfärberei des Betriebsklimas zu tun! Hier geht es um Leben und Tod, getötet zu werden und Menschen zu töten - mit allen weiteren Folgen! Die Bundeswehr hier als ,,normalen Arbeitgeber" darzustellen ist eine grauenhafte Verharmlosung! Hinzukommt noch, dass die Bundeswehr eine der wenigen Armeen ist, die noch Minderjährige rekrutieren (Jährlich ca. 100 bis 150).
Michael Alfermann, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Rat der Stadt Velbert

1 Antwort
LINKE Demokraten gegen Bundeswehr-Werbung
von Linksfraktion.Velbert | #1-1

Wenn Töten eine normale Arbeit ist, ist die Bundeswehr ein normaler Arbeitgeber. Möge sich jeder selber fragen, was er darüber denkt. Und darüber, dass viele Soldaten von ihren Einsätzen traumatisiert oder garnicht wieder kommen. Und dass dieser Arbeitgeber an Schulen Minderjährige anwirbt.

Und nein, eine "normale" Partei sind wir bestimmt nicht. Aber eine demokratische. Wer das in Abrede stellt, hat ein Vierteljahrhundert politische Entwicklung verschlafen. Oder er will es einfach nicht wissen.

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