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„Lasst uns unsere Schule“

17.01.2011 | 19:40 Uhr
„Lasst uns unsere Schule“

„Alle kämpfen, die sie lieben, also werden wir auch siegen.“ Oder: „Spart nicht am falschen Ende. Lasst uns unsere Schule.“ Oder: „Tradition hat einen Namen: HKS.“ Und: „Qualität statt Quantität.“

Mit Plakat- und Sprechparolen demonstrierten gestern Nachmittag ab 16 Uhr – vor der um 17 Uhr beginnenden Sonder-Schulausschusssitzung – viele Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern für das Fortbestehen der Heinrich-Kölver-Realschule (HKS). Wie in den vergangen Tagen häufig berichtet, müsste die HKS in Tönisheide geschlossen werden, wenn sich die Politik sofort für die Errichtung einer Gesamtschule in der jetzigen Hardenberg-Hauptschule entscheiden würde. Die Bezirksregierung hat gefordert, dass ein Gebäude für die Oberstufe in erreichbarer Nähe vorgehalten werden müsste. Und das wäre das HKS-Gebäude. Um ihre Schule in der jetzigen Form zu erhalten und auch fortzuführen, versammelten sich etliche Betroffene auf dem Rathausvorplatz. Und fanden nicht nur durch Trommelwirbel und Vuvuzelas beim Bürger Gehör.

Schulleiter Peter Gembach in ruhigem aber beharrlichen Ton: „Die Politik soll nachdenken, ob es nicht auch anders geht.“ Immer wieder skandierten die Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis zehn: „Wir wollen die HKS!“

Maik Trommler, Vorsitzender der Elternpflegschaft: „Wir haben in zwei Wochen schon viel erreicht. Darauf können wir stolz sein.“ Bürgermeister Stefan Freitag griff zum Mikrofon: „Es geht um eine Entscheidung, die viele 1000 Kinder in unserer Stadt betrifft. Deshalb sollten wir jetzt in Schulausschuss- und Ratssitzung keine voreilige Entscheidung treffen. Im Rat brauchen wir 34 Stimmen, um das Thema zu vertagen.“ Und machte den Demonstrierenden Mut: „Ich glaube, die Vernunft wird siegen und jetzt werden keine Entscheidungen über die Zukunft der HKS getroffen.“ Er forderte Schüler, Lehrer und Eltern auf: „Macht weiter so. Eindrucks- und kraftvoll. Aber auch friedlich und sachlich.“ Freitag erntete nicht nur von der demonstrierenden Menge viel Beifall, sondern auch von dem CDU-Landtagsabgeordneten Marc Ratajczak, der nach Velbert gekommen war, und anderen CDU-, Velbert anders- und weiteren Ratsmitgliedern.

Eine Mutter forderte: „Eine Schule, die funktioniert, darf man nicht so kaputtmachen.“ Und sie greift die Parolen auf den Plakaten auf. „Elternwille? Nach unserem Willen wurde nicht gefragt.“ Die Demonstranten warteten gestern nicht ab, bis alle Mandatsträger, sprich Schulausschuss-Mitglieder, das Rathaus betreten hatten. Gegen 16.45 Uhr forderte Schulleiter Gembach die Pennäler – bei eisiger Kälte – auf, doch jetzt mit dem Bus nach Hause zu fahren. „Es ist jetzt alles gesagt, was gesagt werden muss.“

Ellen Wiederstein

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Kommentare
18.01.2011
18:02
„Lasst uns unsere Schule“
von LinksfraktionVelbert | #8

Es ist beschämend!
Wie sich die Schulleitung der HKS von unserem Bürgermeister und den ihn unterstützenden Fraktionen instrumentalisieren lässt.
Und, wie die Schulleitung der HKS ihre Schüler instrumentalisiert.
Warum wird hier von Seiten der HKS nicht das Gespräch gesucht? Warum inszeniert man einen (einseitigen) Schulkrieg? Was soll ein weiteres Jahr des beredens der bekannten Probleme erbringen?
Leiden tun darunter diejenigen, die auch im kommenden Jahr keinen Gesamtschulplatz bekommen.
Traurig.

18.01.2011
10:13
„Lasst uns unsere Schule“
von Der Langenberger | #7

Ich bin für Neuwahlen zum Stadtrat in Velbert, damit wieder bürgernahe Politik gemacht wird.
Ob das Lehrschwimmbecken in Nierenhof, die Stadthalle in Neviges, das Nizzabad in Langenberg, die Heinrich-Kölver-Schule in Tönnisheide, alles nur Entscheidungen gegen den Bürger.
Eine Schule mit einer solchen Tradition so platt machen zu wollen, zeugt von einer Unüberlegtheit, und damit Unfähigkeit der beteiligten Politiker, die beweist, dass diese nicht in der Lage und/oder Willens sind zum Wohle des Volkes zu regieren. Dies zeigt sich auch beim Nizzabad in Langenberg. Es wird lieber eine teure Volksabstimmung in Kauf genommen, als auch nur einen einzigen Gedanken daran zu verschwenden, wie man das Bad erhalten kann.
Ich als Bürger und Steuerzahler frage mich einfach nur noch, was soll das?

18.01.2011
08:25
„Lasst uns unsere Schule“
von Achim Liffers | #6

Die Schüler, Eltern und Lehrer der HKS lassen sich nicht von Parteien einspannen. Und wer meint, dass Betroffene sich nicht informieren liegt völlig falsch, denn die Sachlage ist es ja gerade die bei einem jetzigen Beschluss pro Gesamtschule die Schließung der HKS bedingt. Eine Entscheidung im Augenblick kann nur bedeuten, Ja – zur Gesamtschule und Schließung der HKS oder, Nein – keine Gesamtschule jetzt und kein Entschluss zur Schließung der HKS. Damit ist nicht die Gesamtschule generell gemeint, sondern das augenblickliche Gesamtschulkonzept an der Hardenberg-Schule. Nichts Anderes steht an, da die Parteien es versäumt haben Alternativen aufzuzeigen und am Tag der Entscheidung damit anzufangen, ist etwas spät, auch wenn man sich dem nicht entziehen darf. Wer also jetzt für die Gesamtschule stimmt, muss die HKS schließen und da nützen auch Lippenbekenntnisse zur HKS nichts. Das Eltern, Schüler, Lehrer und Schulleiter vor dem Hintergrund um ihre Schule kämpfen ist doch klar, insbesondere da man sie ja vorher nicht gehört hat. Dabei immer sachlich zu bleiben, ist für die Betroffenen sicherlich schwer, insbesondere wenn die Gegner auf Polemik nicht verzichten.

18.01.2011
08:10
„Lasst uns unsere Schule“
von atz289 | #5

Wenn keiner die Schule schliessen will, was wir in der letzten Woche von den meisten Politikern hören konnten, dann sollte auch dementsprechend abgestimmt werden. Die gestern vor Ort anwesende Bezirksregierungs-Dezernentin Frau Fasselt hat der WZ gegenüber wiederholt, dass eine Dependance-Lösung für die Hardenbergschule realistisch nur zwei Varianten kennt: den Ausbau vor Ort oder die HKS. Dies entspricht auch der schriftlichen Stellungnahme vom letzten Wochenende. Wenn es Alternativen zur Beschlagnahme des HKS Gebäudes gibt, sollten diese in Ruhe diskutiert werden können und die Stimmberechtigten einer Vertagung zustimmen. Sieben Stimmberechtigte scheinen die Auflösung der HKS billigend in Kauf zu nehmen ! Ist es in Velbert wirklich so, dass jetzt keine Rücksicht mehr genommen werden kann auf die Ängste der Haupt- und Realschulen (Zitat Hr.Schäfers) ??

18.01.2011
00:52
„Lasst uns unsere Schule“
von Frank Te. | #4

Die CDU betreibt in Velbert die gleich Politik wie im Bundestag. Sie macht keine Politik für die Menschen, sondern betreibt Klientelpolitik. Jahre lang wird über die Köpfe der Eltern hinweg entschieden.

Eine neue Schule für Millionen zu bauen, auf Jahrzente verteilt, dafür ist Geld da. Für eine Schulform die dem Untergang entgegen segelt. Dafür ist Geld da.

CDU habe ich nciht gewählt, leider werden Menschen zu mehr als 2/3 nach Eigentschaften gewähtl die nciht viel mit Sachverstand zu tun haben. Denn Wahlen werden auf der Bezugsebene entschieden und nicht auf der Sachebene. Da merkt Mensch bei der CDU.

18.01.2011
00:46
„Lasst uns unsere Schule“
von Velberter Jungges | #3

Das war einfach nur armselig. Anstatt in die Diskussion zu gehen, wurde die Sitzung abgeblasen. Auch dass ein BM Freitag partei ergreift ist nicht zu fassen. Eine ganz billige Politik, leider erfolgreich, wird von der Stadtverwaltung betrieben. Wer will denn die Schule schlißen. Keiner. Heute war die Gelegenheit die Landesbezirksregierung zu fragen, sich pro und contra des Alndes anhören, aber selbst dazu kam es nicht. Auch Diskussionen konnten von seitens der HKS Lehrer an diesem Tag nicht richtig betrieben werden. Ich glaube Herr Gembach erklärt nur Halbwahrheiten. Lehrer der HKS glauben wohl Dinge, ohne sich vorher zu erkundigen. Auf die Frage, wer denn die Schule schlißen möchte kam die Antwort: Die Politiker natürlich. Auf die Nachfrage welche Partei, welche Fraktion, welche Ratsmitglieder es machen vorhaben konnte nicht geantwortet werden. Es wurde behauptet, es steht in der Zeitung, also stimme das auch.

17.01.2011
22:33
„Lasst uns unsere Schule“
von Thomas Auer | #2

Die Entscheidung zu vertagen, war die politische Bankrotterklärung der CDU schlechthin, vorgeschickt hatte sie dazu die Kleinen.

Eine konstruktive Kommunikation wird mit einem Rektor, der den Befürwortern einer zweiten öffentlichen Gesamtschule ideologische fundamentale Hetze vorwirft, darf wohl nicht zu erwarten sein.

Oder es mit den Worten von Herrn Gembach bei Neujahrsempfang beim BV Tönisheide zu sagen:
Bullshit

MfG
Thomas Auer

17.01.2011
20:52
„Lasst uns unsere Schule“
von atz20 | #1

Die Entscheidung zu vertagen ist sicher ein erster positiver Schritt des Aufeinander-Zugehens.
Der Beginn einer Lösung, sofern von nun an Entscheidungsträger und Betroffene im VORFELD zu zukünftig anstehenden Entscheidungen in eine konstruktive Kommunikation einsteigen.

Dank an die Herren Gembach und Trommler für die erfolgreiche Motivation der Masse und die eindrucksvolle Moderation der Meinungskundgebung auf dem Rathausvorplatz.

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