Langenhorster lassen’s krachen

Statt über die Hecke plaudern die Nachbarn an diesem feucht-fröhlichen Abend im Velberter Lachsalon über Biergläser und Sektflöten hinweg
Statt über die Hecke plaudern die Nachbarn an diesem feucht-fröhlichen Abend im Velberter Lachsalon über Biergläser und Sektflöten hinweg
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Im Velberter Lachsalon geht die Post ab. Witze auf ihre eigenen Kosten nehmen die Langenhorster gelassen.

Velbert..  Es ist still im Langenhorst. Die ganze Siedlung schlummert beschaulich, versunken in diesiger Dunkelheit. Hinter den heruntergelassenen Jalousien brennt kein Licht. Nur in einem Gebäude ist richtig Rambazamba – im Siedlerhaus steigt eine Karnevalsfete. Laut, lustig und feuchtfröhlich, so feiert man im Velberter Lachsalon. Statt über die Hecke plaudern die Nachbarn an diesem Abend über Biergläser und Sektflöten hinweg.

Im Nieselregen funkeln Pailletten, strahlen durch den nassen Nebel. Nach und nach trudeln Cowboys, Zwerge, Piraten, Ritter und Clowns ins Siedlerhaus ein. Hinterlassen feuchte Fußabdrücke auf den braunen Kacheln, nehmen Platz auf den hellblauen Plastikstühlen.

Nach dem Fest ist vor dem Fest

Nach deutscher Pünktlichkeit und karnevalistischer Tradition geht es um 19.11 Uhr los. Wenige Minuten später reißt es die Narren schon von ihren Stühlen, sie schunkeln, grölen und lachen.

„Die Veranstaltung ist ausverkauft, 110 Karten sind unter den Hammer gekommen“, sagt Lutz Hegemann. Der erste Vorsitzende der Siedlergemeinschaft Langenhorst nestelt an seinem Mikrofon. „Was ich mir jetzt wünsche? Einen geilen Abend!“, ruft er und zeichnet mit seinem rechten Arm einen großen Bogen über die Gäste. Im Herbst hat die Siedlergemeinschaft mit der Planung für die Karnevalsparty angefangen. Denn „nach dem Fest ist vor dem Fest“, weiß Hegemann und zwinkert.

Nachdem die „Bummskappel“ für den guten Ton gesorgt hat, gehen Frank Bühlers Witze als „Deä Müllmann“ eher unter die Gürtellinie. Auf seine Mülltonne wie auf ein Rednerpult gestützt, gestikuliert der Komiker wild.

Allerhand Schweinereien

Reckt die Faust in die Höhe, spricht über allerhand Schweinereien. Den Langenhorstern gefällt’s. Sie klatschen wild, johlen, lachen und fordern noch eine Zugabe.

Aber auch die Kinderprinzessin, die Kindertanzgarde der KG Grün-Weiß Langenhorst, Linda Voigt als „Hahnenkönigin“ und das Stadtprinzenpaar mit der Großen Tanzgarde kommen unter anderem gut an. Witze auf ihre Kosten nehmen die Langenhorster gelassen. Es ist nicht das erste Mal, dass sie zeigen, wie man richtig feiert und es ordentlich krachen lässt.

Stunden später: Der Nebel über der Siedlung ist noch dichter geworden. Ein paar Gestalten tapern verkleidet durch die Dunkelheit. Nun sind auch die letzten Lichter gelöscht. Lediglich ein paar Gesänge hallen noch die Straße hinunter. Und im Langenhorst ist wieder Ruhe eingekehrt.