Das aktuelle Wetter Velbert 22°C
Stadtgeschichte

Langenbergs goldenes Zeitalter

27.09.2013 | 22:00 Uhr
Langenbergs goldenes Zeitalter
Eduard Colsman und Dr. Ulrich Morgenroth in der Vereinigten Gesellschaft zu Langenberg bei der Podiumsdiskussion.Foto: KREIMEIER, Detlev

Langenberg.   Eduard Colsman verriet, dass Seide erst den Grundstock für ander Geschäfte legte

„Die Leinenhändler wurden im deutschen Raum als Langenberger bezeichnet“, Eduard Colsman war der Einladung des Bergischen Geschichtsvereins in die Vereinigte Gesellschaft gefolgt und beantwortete Fragen zu „Langenbergs goldene Zeiten“, die ihm Dr. Ulrich Morgenroth in einer rund einstündigen Podiumsdiskussion stellte.

70 Zuhörer waren der Einladung ebenfalls gefolgt und erfuhren von Leinen- und Seidenweberfamilien, von Stadtvätern und einer engagierten Bürgerschaft, die Langenberg zur zweitreichsten Stadt Preußens aufsteigen ließ. Im Jahr 1735 wurde mit dem Krefelder Heinrich Hoddick, der als Färber und Weber nach Langenberg kam, der Grundstein für den Reichtum gelegt. „Der junge Peter Lucas Colsman hatte sehr jung seine Eltern verloren und ging bei Hoddick in die Lehre“, erzählte Eduard Colsman die Geschichte aus längst vergangener Zeit. Mit 16 Jahren, im Jahr 1750, habe sich sein Urahn dann in Langenberg selbstständig gemacht. Über die Unternehmensgeschichte der Colsmans, Hoddicks und vieler anderer Familien führt die Geschichte bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts, wo Reichtum und internationale Geschäfte nach Ende des Krieges der Globalisierung zum Opfer fielen. „Webstühle wurden in die ganze Welt geliefert“: Die Folge war, dass Billigstoffe die Märkte in Amerika, Frankreich, England und Deutschland, die zuvor fest in Händen der in Langenberg angesiedelten Seidenindustrie waren, überschwemmten.

Beziehungen in alle Welt

„Alle Familienmitglieder mussten fließend Englisch und Französisch sprechen“, aber auch internationales Kulturgut sei dadurch nach Langenberg gekommen. Die Gäste aus dem Ausland habe man privat unterbringen müssen: „Hotels gab es damals noch nicht“. So wurden die Gäste „abgefüttert, damit sie noch Kraft hatten, einen schönen Auftrag zu schreiben.“ Witzig und mit kleinen Wortspielen erzählte der 89-Jährige vom Glanz alter Tage.

Es folgten Schlag auf Schlag Jahreszahlen, in den die reichen Familien Geld, Land und Häuser stifteten. Dass aber der Reichtum nicht im ursächlichen Geschäft entstanden ist, verrät Colsman erst gegen Ende: „Der Grundstein wurde in der Gründerzeit gelegt, im Wesentlichen investierten die damals schon vermögenden Geschäftsleute in Zechen und Aktien, investierten klug und finanzierten die Industrialisierung mit. Dort schöpften sie ihre Erträge.“ Heinz Schemken war begeistert: „Es war wichtig zu erfahren, dass insbesondere die Industrialisierung und die Höfe Teil dieser Entwicklung waren.“

Editha Roetger

Kommentare
Funktionen
Fotos und Videos
AliBo-Theaterschule
Bildgalerie
Ferienspaß
Gipfelfest
Bildgalerie
Tönisheide
Offene Gartenpforte
Bildgalerie
Fotostrecke
Trampolin & Airtrack
Bildgalerie
Ferienspass
article
8497669
Langenbergs goldenes Zeitalter
Langenbergs goldenes Zeitalter
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/velbert/langenbergs-goldenes-zeitalter-id8497669.html
2013-09-27 22:00
Velbert