Langenberger Vereine unterstützen Kinderhospiz in Wuppertal

Noch ist es eine Baustelle, aber bald geht das Kinderhospiz für das Bergische Land in Betrieb.
Noch ist es eine Baustelle, aber bald geht das Kinderhospiz für das Bergische Land in Betrieb.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
In der Weihnachtszeit haben die Langenberger Bürgerbusfrauen, Werbevereinigung, Quilter, Zwar-Kreative und der AK Langenberg 1500 Euro gesammelt. Das Geld wurde nun übergeben.

Langenberg/Wuppertal..  Persönlich bedanken wollte sich Kerstin Wülfing. Bedanken bei all jenen, die in der Weihnachtszeit ihre Freizeit geopfert haben, „um sich für andere einzusetzen“, sagte die Geschäftsführerin der Kinderhospizstiftung Bergisches Land. Und gleich zwei Mal kam sie dafür nach Langenberg.

Denn hier hatten sich zahlreiche Gruppen engagiert und Geld gesammelt für den Neubau des Kinderhospizes in Wuppertal. Die Kreativgruppe von Zwar hatte gebastelt, die Werbevereinigung und der Bürgerbusverein waren aktiv geworden, die Patchworkgruppe „Dream Team Quilter“ hatte sich beteiligt und der Arbeitskreis Langenberg, der etwa das Weihnachtsdorf organisiert, war auch dabei. Und so war eine ordentliche Summe zusammen gekommen, insgesamt überreichte Mechthild Apalups vom AK Langenberg 1500 Euro an die Stiftung.

Was mit den Spenden geschieht, das erläuterte Kerstin Wülfing im Anschluss. „Das Kinderhospiz ist überwiegend spendenfinanziert. Der Bau sowieso, aber auch hinterher die Unterbringung. Denn die Krankenkassen übernehmen nur etwa 80 Prozent der Kosten für ein Kind, die begleitenden Eltern werden so gut wie nie finanziert.“ Derzeit ist das Hospiz noch im Bau, die Eröffnung soll Ende des Monats stattfinden. Das Areal liegt mitten in einem Naturschutzgebiet, „im Wald, also ist es schon sehr ruhig“, sagt Kerstin Wülfing. Zehn Plätze wird das Hospiz haben, „aber wir werden nie alle Plätze ausbuchen, damit wir Platz für Notfälle haben.“ Insgesamt 32 Mitarbeiter werden sich zunächst um die Kinder und die Eltern kümmern, „da ist aber alles bei: vom Hausmeister bis zum Sozialpädagogen.“

Was die Arbeit für die Angestellten im Hospiz an der Kaisereiche in Wuppertal so besonders macht, ist der enorme Altersunterschied der Kinder und Jugendlichen. „Wir nehmen Menschen von 0 bis 27 Jahren auf“, sagt Kerstin Wülfing. „Kleine Kinder sind etwa sehr offen und schonungslos. Die reden über alles, auch ihren Tod. Jugendliche wiederum wollen bei ihrer Beerdigung ein Wort mitreden, können darüber aber nicht mit ihren Eltern reden. Mit diesen Unterschieden muss man umgehen können“, ergänzt Saskia Hillen, die für die Stiftung unter anderem den Facebook-Auftritt betreut.

Erholungspflege

„Zu uns kommt man aber nicht nur zum Sterben“, beschreibt Kerstin Wülfing einen weiteren Aspekt der Arbeit im Kinderhospiz. „Wir bieten auch so genannte Erholungspflege an, heißt, Kinder und Eltern machen bei uns so eine Art Urlaub.“ So könnten Eltern mal eine Auszeit nehmen. „Auch um die Geschwister kümmern wir uns, bieten etwa Wochenend-Programme, bei denen eben mal die Brüder oder Schwestern im Mittelpunkt stehen.“ So sollen die Familien gestärkt werden, „damit sie nach dem Aufenthalt bei uns den Alltag wieder gut meistern können.“

Noch ein Vorteil: „Wenn es dann tatsächlich in die finale Phase geht, kennen Eltern und Kinder das Haus und unser Personal die Kinder. Das erleichtert dann eine ganze Menge.“