Langenberger Sternsinger sammeln für Kinder in Not

Die Heiligen Drei Könige Alexander (7), Lukas (10) und Felix (8) und Sternträger Lennart (5) sowie Betreuerin Nicole Kipper von der Gemeinde St. Michael besuchten das Ehepaar Barbara und Hartmut Berlet.
Die Heiligen Drei Könige Alexander (7), Lukas (10) und Felix (8) und Sternträger Lennart (5) sowie Betreuerin Nicole Kipper von der Gemeinde St. Michael besuchten das Ehepaar Barbara und Hartmut Berlet.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Sie werden herzlich empfangen, bekommen in einigen Familien sogar Plätzchen und Getränke. Die Sternsinger sind wieder in Langenberg unterwegs.

Langenberg..  „Jedes vierte Kind auf dieser Welt ist unterernährt“, sagt Nicole Kipper von der Gemeinde St. Michael, die die Langenberger Sternsinger das ganze Wochenende über auf ihrer Tour begleitete. Insgesamt werden bis einschließlich nächstes Wochenende rund 600 Familien von etwa 80 bis 85 Kindern besucht. Und alle, Kinder und Erwachsene, haben nur ein Ziel: Spendengelder für eine bessere Ernährung für Kinder dieser Welt zu sammeln.

Los ging es Freitagnachmittag nach dem Aussegnungsgottesdienst in der Alten Kirche. Nicole Kipper betreut die drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar mit ihrem Sternenträger Alexander (7), Felix (8), Lennart (5) und Lukas (10). Allein am Samstag sind sie bei 18 Familien zu Gast. Gleich die erste empfängt sie mit Getränken und Selbstgebackenem: „Seit 1984 kommen die Sternsinger zu uns“, freut sich Barbara Berlet. Sie weiß selbst sehr gut, was die engagierte Arbeit der Kinder bedeutet: „Es ist viel, viel Einsatz.“ Schon Berlets Kinder, die heute erwachsen sind, waren als Sternsinger selbst jahrelang unterwegs.

Nicht alle kennen diesen Brauch

„Wir hatten damals 15 Familien besucht. Das war sehr anstrengend.“ Vor allem, dass sich die Kinder noch für andere Kinder, denen es schlechter geht, so engagieren, findet sie richtig toll.

Für Nora Mertens hingegen war der Brauch der Sternsinger neu, als sie ihren Mann Michael und dessen Familie kennen lernte. Sie selbst stammt aus Berlin und dieser oder ein ähnlicher Brauch waren ihr von dort nicht bekannt. Bei Familie Mertens, es ist die neunte besuchte Familie an diesem Tag, sind die fünf Wanderer ebenfalls herzlich willkommen. Nachdem sie einen schönen Platz gleich neben dem noch reichlich geschmückten Tannenbaum gefunden haben, singen sie voller Freude vom Stern über Bethlehem, erzählen von der Tradition der Sternsinger und tragen auswendig Gelerntes vor. Dann wird das Haus gesegnet und Lukas klettert mit Hilfe einer Trittleiter eilig zum Haustürpfosten hoch, auf den er mit gesegneter Kreide „20*C+M+B*15“ schreibt.

Anschließend kommen die Kinder wieder zusammen und die Familie Mertens spendet für die diesjährige „Aktion Dreikönigssingen 2015“. Auch Opa Klaus greift in seine Geldbörse, da strahlen die vier Kinder. Der Grund für den Großvater ist klar: „Weil ich anderen Kindern helfen kann.“ Lukas ist seit vier Jahren bei den Sternsingern und zählt abends mit Freude die Spendengelder. Auch sein Bruder Alexander ist seit drei Jahren dabei, die kleine Schwester Johanna (3) seit zwei Jahren. Am Samstag fehlt sie leider wegen Krankheit.

Das jüngste Kind aus der Gruppe, so erzählt Nicole Kipper, sei erst zwei Jahre alt. Zusammen mit Andreas Pampus organisiert sie die Aktion und bereitet die insgesamt zehn Tage vor, in denen die Kinder und Jugendlichen Gemeinde- und Nichtgemeindemitglieder besuchen. Logistisch eine Glanzleistung. Es scheint ihr sehr viel Spaß zu machen, denn bereits seit 31 Jahren ist sie den Sternsingern treu.