Langenberger Sportler tauchten mit Helmen

Trainingsort der Tauchsportler ist das Hallenbad im Nizzatal.
Trainingsort der Tauchsportler ist das Hallenbad im Nizzatal.
Foto: frei
Was wir bereits wissen
Dank der guten Beziehungen des Tauchsportclubs Langenberg zur Düsseldorfer „boot“-Messe durften die Sportler erstmals in der Vereinsgeschichte die Helme und Schläuche der Berufstaucher ausprobieren.

Langenberg..  Das letzte Training des Jahres soll für die Tauchsportler des TSC Langenberg stets Besonderes bieten. Dazu gehörten Unterwasser-Kartenspiele oder Lego-Bauen, gehörten Hindernisparcours oder Matches mit Frisbee-Scheiben. Die TSCler sangen auch schon Weihnachtslieder unter Wasser – eigentlich ein Gag, der aber auch das Luftanhaltevermögen trainiert.

Jetzt toppten die TSC-Aktiven selbst die bisherigen „Specials“ und boten: Helmtauchen im Nizzabad. Sporttauchen, wie es seit mehr als einem halben Jahrhundert in Langenberg praktiziert wird, bedeutet sonst Tauchen mit Druckluftflaschen. Zum Jahresabschluss hatten die Taucher jedoch etwas ganz Außergewöhnliches aufgetan: Taucherhelme, wie sie aus den Anfängen des Tauchens und heute noch aus der Berufstaucherei, etwa in trüben Hafenbecken, bekannt sind.

Spaziergänge unter Wasser

Dabei geschieht die Luftversorgung des Tauchers von der Oberfläche aus, entweder durch eine Druckluft-Flasche oder, noch altertümlicher, durch eine von Hand bediente Pumpe mit Schläuchen zum Taucher. Beides konnten die Taucher im Nizzabad ausprobieren.

Möglich machten es die guten Beziehungen des TSC, der seit mehr als 25 Jahren auf der Fachmesse „boot“ Präsenz zeigt. In Düsseldorf bestreitet der Club mit seinen Jugendlichen die Vorführungen im Tauchturm und arbeitet mit Freiwilligen – auch „hinter den Kulissen“ –, die sich dafür extra Urlaub nehmen. So kamen die Langenberger in Kontakt mit Kees de Jonge aus Helmond, der das Helmtauchen im Tauchturm der „boot“ vorstellte. Flugs kam die Idee, den Niederländer nach Langenberg einzuladen.

Erstmals in der Vereinsgeschichte eröffnete sich so die Chance, das Tauchen mit einem Taucherhelm auszuprobieren – selbst für die langjährigen Mitglieder ein absolutes Highlight in ihrer Taucherlaufbahn.

„Das Helmtauchen unterscheidet sich grundlegend vom Freitauchen mit unseren herkömmlichen Tauchgeräten“, urteilt Dirk Keinhorst, Ausbildungsleiter des TSC. „Man bewegt sich völlig anders, benutzt keine Flossen, sondern geht aufrecht unter Wasser spazieren.“

Etwas ungewohnt sei zunächst, „dass man keinen Atemregler im Mund hat, sondern im Helm ganz normal atmen kann“, wundert sich der erfahrene Taucher Carsten Mohn. „Man glaubt, die Sicht unter Wasser ist schon durch die normale Tauchmaske eingeschränkt, aber im Helm ist das doch noch komplett anders“, erkennt Christoph Bartoschek, Vizepräsident des TSC.

Sabine Steinmetz als erfahrene Taucherin schwärmt: „Das war ein einmaliges Erlebnis, das es im TSC noch nie gegeben hat!“

Qualifiziert fürs Tauchen mit Kindern

Neben dem Helmtauchen gab es eine weitere Besonderheit: Die Langenberger hatten ihren erwachsenen Mitgliedern einen Kurs „Tauchen mit Kindern“ angeboten, an dem fünf TSCler teilnahmen. So sollten mehr Taucher die – auch formale – Qualifikation erhalten, mit Kindern und Jugendlichen im Freiwasser zu tauchen und dabei die Fähigkeiten, aber auch Grenzen von Kindern und Jugendlichen kennenlernen. Dieses sei, betont Olaf Hafemeister, Jugendleiter und selbst Vater von drei Kindern, ein wichtiger Schritt zur weiteren Verbesserung der Jugendarbeit.

„Man muss den Kindern und Jugendlichen attraktive Angebote machen und ihnen Alternativen zu Computerspielen und perspektivlosem Abhängen bieten“, so Olaf Hafemeister. „Das Tauchen eignet sich dazu besonders, da man nicht nur in eine für Kinder spannende Welt eintaucht, sondern auch Partnerschaft und Teamfähigkeit fördert.“