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Lampenfieber ist wie eine Krankheit

09.10.2012 | 10:00 Uhr
Lampenfieber ist wie eine Krankheit
Die Laienspielgruppe Die Langenhörster bei der Probe im Gemeinschaftshaus.Foto: privat

Velbert.   Die Laienspielgruppe Die Langenhörster tritt am 19., 20. und 21. Oktober mit dem Schwank „Hurra ein Junge“ auf

Heidi Kabel oder Willy Millowitsch – das waren Schauspieler, die den Begriff des Volkstheaters mit ihren Schwänken belebten. Ähnliches muss der Velberter Schauspieler Rudolf Voss im Sinn gehabt haben, als er 1995 den damaligen Vorsitzenden der Siedlergemeinschaft Langenhorst dazu bewegte, ihn bei der Gründung einer Laienspielschar zu unterstützen. „Dass diese Initiative in eine derartige Erfolgsgeschichte werden würde, hätte ich nie gedacht“, sagt Udo Löther, Mitglied seit 15 Jahren bei den Langenhörstern, wie sich die Gruppe aus elf Mitspielern nennt.

Die Anbindung an die Siedlergemeinschaft, diesen familiär organisierten Bürgerverein im Langenhorst, ist gewollt: „Bei Feiern und Festen kommt doch bei den meisten Vereinen der Zeitpunkt, wo einer humorvolle Gedichte vorträgt, um die Stimmung anzuheizen“, sagt Löther. Diese Funktion, nur weit professioneller, haben die „Langenhörster“: Außer Schwänken hat die Truppe, die bis heute auf die Regiearbeit von Rudolf Voss zählen kann, besonders viele Sketche im Programm – „zumeist lustige Dönekes, wie man sie etwa von Loriot kennt“, so Löther.

4000 Zuschauer an 34 Abenden

Schauspielern ist durchaus schwere Arbeit: „Wenn wir wie demnächst ein Zweieinhalb-Stunden-Stück auf die Bühne bringen, muss ich 86 Seiten Text beherrschen“, sagt Löther. Und es sei der pädagogischen Gabe des Spielleiters Voss zu verdanken, dass „alle alles lernen und im Zusammenspiel mit den Kollegen auch zu einem lustigen Stück formen.“ Es gilt bei den Langenhörstern das Prinzip: Jeder spielt nahezu jede Rolle, kann einspringen, wenn jemand ausfällt.

Spielen ist dabei noch nicht alles. Geeignete Stoffe müssen gefunden und bearbeitet, Lizenzgebühren entrichtet werden. „Die Theaterverlage nehmen nicht wenig Geld für ihre Stücke, den schmalen Gewinn aus den Eintrittskarten investieren wir wiederum in neue Dekorationen, Kulissen und neue Sketch- und Komödienbücher“, informiert Udo Löther.

34 Abende haben die Langenhörster bislang bestritten, ihre Chronik weist rund 4000 Besucher aus. Auf Tournee außerhalb der Stadt geht das Laientheater nicht; vorzugsweise bei den Bürgervereinen spielt Vossens Truppe auf.

„Lampenfieber ist wie eine Krankheit, ich hab’s mir in eineinhalb Jahrzehnten nicht abtrainieren können“, räumt Löther ein. So geht es wohl den anderen auch. Über die Jahre hat es auch Veränderungen im Ensemble gegeben. „Berufliche Gründe waren oft ausschlaggebend“, sagt Löther. Er freut sich aber, dass mit Julia Köhn und Bastian Beckers zwei Mittzwanziger das Team bereichern.

Matthias Spruck



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