Künstlerin zeigt 26 ihrer Werke in Neviges

„Man muss lernen, genau hinzuschauen“, sagt die Künstlerin Barbara Bosch. Ihre aktuelle Ausstellung umfasst 26 Öl- und Acrylbilder.
„Man muss lernen, genau hinzuschauen“, sagt die Künstlerin Barbara Bosch. Ihre aktuelle Ausstellung umfasst 26 Öl- und Acrylbilder.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Barbara Boschs Sicht auf die Welt: Arbeiten in Öl und Acryl im Awo-Stadtteiltreff. Besucher loben ihre Vielseitigkeit und die Lebendigkeit in ihren Bildern.

Neviges..  „Für mich ist Kunst ein Ausdruck des Sehens. Man muss lernen, genau hinzuschauen.“ So fängt Künstlerin Barbara Bosch in ihren Bildern Momente ein. Etwa den Musiker, der auf seiner Geige spielt, oder die beiden Frauen, die durch die Stadt bummeln, oder aber die Mutter mit einem Maxi-Cosi auf dem Arm. „Ich male ganz ohne Vorlagen, die sind einfach in mir drin“, erklärt die Künstlerin. „Meine Bilder sind meine Sicht auf die Welt.“

Entwicklung in der Malerei

Seit Samstag lässt Barbara Bosch andere daran teilhaben. Unter dem Titel „Wandlungen“ sind jetzt noch bis Ende August insgesamt 26 ihrer Werke in Öl und Acryl in dem Stadtteiltreff der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Neviges ausgestellt.

„Ich kenne Barbara als Künstlerin und schätze die Lebendigkeit in ihren Bildern“, sagt die Besucherin Erika Brettar, während sie den „Abschied vom Traum der Jugend“ betrachtet. Eine Frau, in Umrissen dargestellt, schaut sich in einem zerbrochenen Handspiegel an. Die Scherben hat Barbara Bosch auf das Bild geklebt, im Hintergrund scheinen Notenblätter durch die Farbe. „Sogar die Musik hat sie mit eingebaut“, staunt Erika Brettar.

„Sie ist einfach eine so vielseitige Künstlerin“, sagt auch Besucher Dieter Schaube. So zeigen ihre Werke nicht nur Menschen, sondern ebenfalls einen Blätterwald im Herbst und die Büste einer Frau vor verschiedenen Hintergründen. „Ich finde, dass auch der Ausstellungsort gut gewählt ist. Die Helligkeit in dem Raum rückt die Bilder ins rechte Licht“, kommentiert Schaube.

Tina Flues, eine Schülerin Boschs, hat sich ebenfalls unter die Besucher gemischt, obwohl sie viele der Ausstellungsstücke bereits kennt. Vor einem Bild, auf dem fünf Menschen um einen Tisch herum sitzen, bleibt sie stehen. „Als ich das hier allerdings das letzte Mal gesehen habe, waren die Farben noch anders“, erinnert sie sich. „Es hat viele Schichten gebraucht, bis Barbara damit zufrieden war.“ Aus eigener Erfahrung weiß Tina Flues, wie schwer es ist, Menschen zu malen. „Da bewundere ich ihre Akribie, Körper so lange auszumessen, bis die Proportionen stimmen.“

Die aktuelle Ausstellung zeigt hauptsächlich Motive, die sehr real wirken. „Ich male aber auch abstrakt“, sagt Bosch und deutet auf eine Reihe von Bildern, die den Titel „Mal-Zeiten-Wandel“ tragen. Auf allen fünf sind Kopf und Oberkörper einer nackten Frau zu sehen. Von Bild zu Bild wird dieses Motiv immer abstrakter. Sind die Konturen auf dem ersten noch gut zu erkennen, besteht das letzte nur noch aus Formen. „Damit zeige ich auch die Entwicklung in der Malerei – von der klassischen Darstellung bis hin zum Kubismus“, erklärt die Künstlerin.