Kreis Mettmann plant neue Rettungsdienst-Schule

Just in dieser Woche laufen hier in der Hauptwache an der Kopernikusstraße wieder Lehrgänge.
Just in dieser Woche laufen hier in der Hauptwache an der Kopernikusstraße wieder Lehrgänge.
Foto: www.blossey.eu
Feuerwehr Velbert hat die eigene Einrichtung nach recht kurzer Laufzeit geschlossen. Das Gründungskonzept war nicht aufgegangen, der Betrieb erwies sich als unwirtschaftlich. Aktuell gibt’s vor Ort eine Übergangslösung in Zusammenarbeit mit einer Essener Berufsfachschule.

Velbert..  Der Kreis Mettmann will ab Juni kommenden Jahres eine Rettungsdienstschule in der Trägerschaft der Bildungsakademie für Gesundheits- und Sozialberufe einrichten. Die Akademie – eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Kreises – ist auf Erwachsenenbildung im Gesundheitssektor spezialisiert und hat ihren Sitz in Mettmann.

Hintergrund: Das in der Notfallrettung und im Krankentransport eingesetzte Personal muss jedes Jahr eine Fortbildung absolvieren, die 30 Stunden umfasst. Erklärtes Ziel ist es, nun ein kreisweites und einheitliches Aus- und Fortbildungsangebot für den Rettungsdienst zu schaffen.

Nach Auskunft von Markus Lenatz, Leiter der Feuerwehr Velbert, sind für die neue Rettungsdienstschule bereits Vorentscheidungen getroffen worden, haben „alle zehn kreisangehörigen Städte positive Willenserklärungen abgegeben“. Die Beschlussfassung ist im Kreistag am 22. Juni vorgesehen.

Mehr reingesteckt als eingenommen

Die Feuerwehr Velbert hatte notgedrungen eine eigene Rettungsdienstschule gegründet und von Oktober 2013 an in der Hauptwache Kopernikusstraße Lehrgänge angeboten, nachdem bei deren Vorgänger, dem ehemaligen Institut für Rettungsmedizin, das „Klinikum Niederberg als Träger ausgestiegen war“ (Lenatz). Bei der Gründung sei es auch um Erste-Hilfe- und Rettungssanitäter-Ausbildung gegangen. Allerdings sei das ursprüngliche Konzept nicht aufgegangen. So sei das Angebot „nicht im erhofften Maß“ aus anderen Städten nachgefragt worden und habe sich das Unternehmen als unwirtschaftlich erwiesen. Markus Lenatz: „Wir haben mehr Geld reingesteckt als durch Gebühren eingenommen.“ Eine solche Schule, ergänzt Stellvertreter Wolfgang Daldrup, sei schließlich auch nicht „Kernaufgabe“ der Feuerwehr: „Das sollte dann schon mindestens kostendeckend sein.“ So stimmte auch der Verwaltungsvorstand im Rathaus dem Vorschlag der Wehr zu, ihre staatlich anerkannte Rettungsassistentenschule Ende 2014 zu schließen. Daldrup ist übrigens auch Wegbereiter der Folgelösung: Übergangsweise macht aktuell das Notfallpädagogische Institut (NPI) an der Kopernikussstraße Lehrgänge: Für Velberter Wehrleute und – quasi in guter alter Tradition – ebenso auch für Teilnehmer aus anderen Städten im Kreisgebiet.

Laut Markus Lenatz geht die künftige Kreis-Lösung aber noch mit einem „Bedeutungs- und Aufgabenzuwachs“ einher, „den wir selbst hier nicht leisten und darstellen könnten“. Hierbei geht es um die Folgen des neuen Notfallsanitätergesetzes, das nicht nur ein ganz neues Berufsbild und eine um ein auf nunmehr drei Jahre verlängerte Ausbildung mit sich bringt, sondern auch allen Aktiven, die bisher schon als Rettungsassistenten arbeiten, eine Weiterqualifikation abverlangt: Je nach beruflicher Biografie sind das zwischen 80 und 960 Stunden. „Dafür müssen wir in den nächsten zehn Jahren“, kalkuliert Lenatz, „pro Jahr im Schnitt drei Stellen kompensieren.“