Kreis Mettmann legt Einkaufsführer für Bauernhöfe auf

Eier frisch vom Hof: Wo es welche gibt, darüber gibt der vom Kreis aufgelegte Einkaufsführer „Frisch vom Hof im Neanderland“ Auskunft.
Eier frisch vom Hof: Wo es welche gibt, darüber gibt der vom Kreis aufgelegte Einkaufsführer „Frisch vom Hof im Neanderland“ Auskunft.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
„Frisch vom Hof im Neanderland“ heißt der Einkaufsführer, den der Kreis Mettmann neu aufgelegt hat. Der Hof Thünerhäuschen aus Neviges ist erstmals dabei. Ein Besuch.

Neviges..  Obst von der Streuwiese? Fleisch frisch geschlachtet? Eier direkt vom Bauern? Der Trend der Konsumenten, Lebensmittel direkt dort zu kaufen, wo sie angebaut und produziert werden, steigt.

Der Wunsch nach hoher Qualität und nach regionalen sowie saisonalen Produkten nimmt zu. Der Kreis Mettmann hat nun die Broschüre „Frisch vom Hof im Neanderland“ herausgebracht. Hier stellen sich unter anderem auch die Nevigeser Betriebe vor. Erstmalig im Hofführer findet sich der Hof Thünerhäuschen. Frank Köster betreibt ihn gemeinsam mit seiner Frau Susanne Wacker. 2007 hat ihr Mann den Betrieb von seiner Familie übernommen und gehört seit dieser Zeit zum Biolandverband. Einen Hofladen gibt es bei dem idyllisch gelegenen Betrieb inmitten eines Wandergebietes – dessen Wohnhaus schon mehr als 100 Jahre alt ist – aufgrund diverser Auflagen nicht. Daher hat sich das Paar für einen Direktvertrieb ihrer Lebensmittel entschieden. Der Gemischtbetrieb mit Mutterkuhhaltung, Streuobstwiesen und einer Imkerei hat den Schwerpunkt auf den Verkauf des Fleisches der etwa 20 Tiere umfassenden Galloway-rinder sowie des eigenen Honigs gelegt. „Die Kunden können ihre Bestellung bei uns per Telefon oder Mail aufgeben. Da wir nur eine kleine Herde haben, ist die Warteliste für das Fleisch recht lang“, so Wacker. Dieses wird dann in Fünf- oder Zehn-Kilo-Paketen von den Kunden abgeholt oder sogar geliefert. Die Imkerin weiß, dass es zwei gegenläufige Trends gibt: „Es gibt eben Menschen, die wollen das Einkaufserlebnis haben und gehen dann zum Edeka-Center. Da kann man dann auch direkt nach dem Einkauf essen. Andere aber sehnen sich nach den alten Tante-Emma-Läden und wollen wissen, wo die gekauften Waren herkommen.“

Susanne Wacker glaubt, dass der Trend, direkt beim Bauern seine Lebensmittel zu kaufen, weiter im Aufwind ist. „Ich glaube schon, dass der Bedarf mehr wird. Aber die meisten Bauern haben eben ihre Stammkunden. Und von denen leben sie.“ Und weiter: „Auch zu besonderen Anlässen wie beispielsweise vor Weihnachten steigt die Nachfrage.“ Oft sind die Anfragen dann so groß, dass das Ehepaar sie gar nicht erfüllen kann. „Wir haben ja nur eine kleine Herde und können gar nicht so viel schlachten.“

Die etlichen Fleischskandale in der Vergangenheit sorgen dafür, dass viele Kunden sich wünschen zu wissen, wo die Ware herkommt. „Hier kann man natürlich vorbeikommen und sich unseren Betrieb und auch die Tiere anschauen – die Transparenz ist gegeben.“

Honig aus Velbert

Und auch wenn die Discounter längst auf den Zug des begehrten Biofleisches aufgesprungen sind: „Die Qualität von unserem Fleisch ist eine ganz andere. Der Preis oftmals kaum.“ Auch beim Honig kann die Imkerin genau sagen, welches Volk ihn an welchem Ort produziert hat und vor allem auch versichern, dass er „eben aus Velbert und nicht von sonst wo“ kommt. Dazu gibt es eigen angebautes Obst von der Streuobstwiese und auch selbst gefertigten Apfelsaft.