Kreis Mettmann führt einheitliche Behördenhotline 115 ein

Startklar: Elvira Amann gehört zu dem Team des 115-Servicecenters. Es gilt das Versprechen, dass 75 Prozent der Anrufe binnen 30 Sekunden angenommen und 65 Prozent beim Erstkontakt abschließend beantwortet werden.
Startklar: Elvira Amann gehört zu dem Team des 115-Servicecenters. Es gilt das Versprechen, dass 75 Prozent der Anrufe binnen 30 Sekunden angenommen und 65 Prozent beim Erstkontakt abschließend beantwortet werden.
Foto: Kreis Mettmann
Was wir bereits wissen
Der neue kurze Draht zum Amt. Die einheitliche Behördennummer kommt. Bürger-Service des Kreisesund aller zehn kreisangehörigen Städte ist dank Wissensdatenbank um Antworten nicht verlegen.

Velbert..  Es gibt Telefonnummern, die jeder auf Anhieb parat hat. Etwa die 110 oder die 112. Jetzt kommt eine neue hinzu, die erstens einprägsam und zweitens außerordentlich praktisch ist. Denn an diesem Donnerstag gibt Landrat Thomas Hendele im Beisein zahlreicher Gäste bzw. Repräsentanten von Bund und Land sowie aus dem gesamten Kreis offiziell den Startschuss für die 115. Damit beginnt für den telefonischen Bürgerservice im Kreis Mettmann ein neues Zeitalter.

Antworten auf Verwaltungsfragen aller Art – und zwar völlig gleichgültig, ob die Kommune, das Land oder der Bund zuständig ist – gibt es jetzt auch im „Neanderland“ unter dieser bundesweit einheitlichen Behördennummer.

Die 115 ist aus allen kreisangehörigen Städten ohne Vorwahl zu erreichen. Darunter werden die häufigsten Bürgeranfragen sofort beantwortet. Etwa „Wo bekomme ich einen neuen Personalausweis?“ „Wie kann ich BAföG beantragen?“ „Welche Papiere brauche ich, um zu heiraten?“ „Wie erhalte ich Elterngeld?“ „Wann hat die Kfz-Zulassungsstelle geöffnet?“ Aber Velberter Bürger, die z. B. Keller oder Speicher entrümpeln, können über die 115 auch ihr Sperrmüll-Problem klären und lösen.

Der bestehende Info-Service der Kreisverwaltung in Mettmann ist aufgrund der bei einer Bürgermeister-Konferenz im Vorjahr besiegelten Vereinbarung zum 115-Servicecenter ausgebaut und das Team zu diesem Zweck auf neun Mitarbeiter aufgestockt worden. Sie arbeiten im Schichtbetrieb und sind Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr erreichbar. Finanziert wird das Ganze über die Kreisumlage.

Das Team kann die aufgeführten Fragen – und natürlich viele weitere – beantworten, weil die teilnehmenden Kommunen, Länder und die gesamte Bundesverwaltung Informationen in einer gemeinsamen Wissensdatenbank bereitstellen.

Diese ist selbstverständlich im Vorfeld auch von der Velberter Verwaltung „gefüttert“ worden. Zwar gebe es zum 115-Service eine so genannte Top 100 mit den häufigsten bzw. wichtigsten Anliegen, doch seien die Leistungen und Schwerpunkte von Ort zu Ort ja unterschiedlich, erklärt Jürgen Wosimski (Leiter Organisation).

Entlastung des Personals vor Ort

Er hat sich im Rathaus – dort begann der Aufbau vor gut einem Jahr – u. a. um die Bereiche IT und Bürgerdienste gekümmert und das Verfahren intern koordiniert. Dabei sei es wesentlich um die Klärung und Festlegung gegangen, welche Leistungen abgefragt werden können. „Und schließlich muss ja auch die Anbindung der Technik vom Kreis an unsere gewährleistet sein.“ Die Generalprobe im Dezember sei prima bestanden worden, berichtet Astrid Weber. Nach Auskunft der Leiterin Bürgerdienste sind die Top 100 zum Drittel Kreis-Leistungen und zum Großteil kommunale. „Es geht zumeist um Standardfragen, die schnell zu erledigen sind und keine Spezialisten erfordern.“ Weber wertet die Freischaltung der 115 wegen der ausgedehnten Zeiten als Service-Verbesserung, und sie rechnet auch mit einer Entlastung des eigenen Personals vor Ort.

Für Hendele ist die Neuerung „ein herausragendes Beispiel dafür, wie zweckmäßige und ökonomische interkommunale Zusammenarbeit einen Nutzen für alle Bürgerinnen und Bürger generiert“.