Kreis Mettmann bietet Seminare für Väter an

Schauen, wo Bedarf ist: Der Kreis will in Zukunft mehr Seminare für Väter mit Zuwanderungsgeschichte anbieten.
Schauen, wo Bedarf ist: Der Kreis will in Zukunft mehr Seminare für Väter mit Zuwanderungsgeschichte anbieten.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Wer aus anderen Ländern nach Deutschland zuwandert, hat oft eine anderes Rollenbild des Vaters im Kopf. Der Kreis Mettmann hilft bei der Umstellung mit speziellen Seminaren.

Velbert..  Lediglich einen Teilnehmer zog es zu dem ersten Seminar Ende Juni, zum Seminar für Väter mit Zuwanderungsgeschichte. Für Tatiana Ortsis vom Handlungsfeld Elternbildung des Kreises Mettmann war dies allerdings dennoch ein erster Erfolg: „Es war ja unser erstes Seminar und ich habe damit gerechnet, dass es seine Zeit braucht, bis wir mehrere Anmeldungen haben.“

Bedarf feststellen

Das erste Elternseminar hatte in Mettmann stattgefunden. „Wir müssen erst einmal schauen, wo in unseren zehn Städten des Kreises Bedarf ist“, sagt Ortsis, die sich nun freut, dass sie nach dem ersten Seminar bereits zwei weitere Anmeldungen hat.

Väterarbeit rückt immer mehr in den Fokus, da sich die Rolle des modernen Vaters ändert. Gerade bei Vätern mit Zuwanderungsgeschichte ist die Bedeutung der Vaterfunktion sehr unterschiedlich.

„In den Seminaren können sich die Väter über ihr Rollenverständnis und das Praktizieren des Familienlebens austauschen“, so Ortsis. Sie weiß, dass das Engagement von Vätern eine positive Auswirkung auf die gesamte Entwicklung der Kinder hat und freut sich, dass der Kreis nun die Elternseminare für Väter mit Zuwanderungsgeschichte anbietet. „Jeder der Interesse hat, kann uns kontaktieren“, sagt sie. „Bislang haben wir noch keinen Termin für ein neues Seminar festgelegt, weil die Sommerferien begonnen haben und wir erst noch auf weitere Resonanz warten.“

Zwei Referenten

Tatiana Ortsis hat die Migrationsorganisationen der Stadt kontaktiert, steht auch im engen Kontakt mit den Kitas. „Bei den meisten bisherigen Angeboten waren immer Mütter dabei. Meistens haben die Kurse vormittags stattgefunden, da haben Väter oft gar keine Zeit.“

Für das Väterseminar gibt es zwei Referenten, Mehmet Yildiz, der türkisch und deutsch spricht sowie Ouasim El Hamriui, der die Seminare in arabisch abhalten kann. Bei der interkulturellen Väterarbeit möchte das Kreisintegrationszentrum die väterliche Kompetenz unterstützen und stärken und die Väter dazu animieren, sich aktiv am Bildungsprozess ihrer Kinder zu beteiligen. Unter anderem werden Inhalte des Elternseminars „die Rolle des Vaters“ oder aber auch „die Kommunikation in der Familie“ sein. Aber auch rein praktischen Fragen, beispielsweise „wie kann ich mein Kind zweisprachig erziehen“, wird sich gewidmet. Technische Aspekte – „wie viel Smartphone ist gut für mein Kind“ – sollen nicht außer Acht gelassen werden.