Konfirmanden engagieren sich für die Tafel

Die Konfirmandinnen  (von links)  Brianna Zimmermann,  Lisa Manuel, Hannah Schmiedecke und Leonie Schulze haben jeweils zehn Euro erhalten, um dieses Geld für die "Tafel" zu vermehren.
Die Konfirmandinnen (von links) Brianna Zimmermann, Lisa Manuel, Hannah Schmiedecke und Leonie Schulze haben jeweils zehn Euro erhalten, um dieses Geld für die "Tafel" zu vermehren.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Mit zehn Euro Startkapital und vielen pfiffigen Ideen wollen die Konfirmanden der ev. Kirchengemeinde Tönisheide möglichst viel Geld für die Tafel zusammen bekommen.

Neviges..  Aus einem Saatkorn lässt Jesus laut Bibel einen prächtigen Strauch wachsen und pflanzt damit ein Gleichnis für den Glauben an Gott. Die Konfirmanden der evangelischen Kirchengemeinde Tönisheide nehmen sich den Kern dieser Geschichte zum Vorbild. Und wollen mit einer Spendenaktion und pfiffigen Ideen ihr Startkapital vermehren. Der Erlös davon geht an die Velberter Tafel.

Hannah knittert nachdenklich einen Zehner zwischen ihren lackierten Fingern. „Daraus mehr zu machen, ist gar nicht so einfach“, sagt sie dann. „Wir haben schon im Altersheim nachgefragt, ob wir dort Kuchen verkaufen können. Aber aufgrund der strengen Hygienevorschriften ist das nicht möglich“. Ihre Freundin Leonie nickt zustimmend. „Jetzt wollen wir im Eiscafé kellnern“, verrät die 14-Jährige.

Auch Zeit ist Geld

Auch Brianna hat sich schon ihre Gedanken gemacht: „Ein Kumpel und ich möchten in der Nachbarschaft Hunde ausführen. Das Gute daran: Wir müssen noch nicht einmal unser Startkapital investieren, nur unsere Zeit.“ Dabei ist genau die bei den Achtklässlerinnen momentan ziemlich knapp. Lernstandserhebungen stehen an und Klassenarbeiten. „Umso mehr freue ich mich, dass sich die insgesamt 27 Konfirmanden und Konfirmandinnen so engagieren“, lobt Peter Böhme von der Velberter Tafel. Er betreut das Projekt schon seit Jahren.

„Die Jugendlichen haben sich schon die verrücktesten Ideen einfallen lassen“, kramt Böhme in seiner Erinnerung. „Ein Junge hat das Geld mal in einen Angelschein investiert, Forellen gefischt und die dann verkauft.“ Und auch in diesem Jahr vermehrten schon einige Gedankenblitze die Scheine in der Spendenkasse: „Ein Mädchen hat Teelichter aus Holz gesägt, die sind restlos ausverkauft. Außerdem wurden selbstgemachte Marmelade und Pralinen verkauft. Auch Blumenkästen gefüllt mit Gewürzkräutern waren der Renner“, weiß Böhme zu berichten. Außerdem auf der Liste: Schnee schippen, Kerzen herstellen, Klamotten nähen, im Haushalt helfen, Nachhilfe geben, Unkraut jäten oder Müll entsorgen.

Vor der Aktion verbrachten die Konfirmandengruppen einen Tag lang bei der Tafel und halfen bei der Essensausgabe. „Total süß war das, wenn die Leute sich so über ihr Essen gefreut haben“, erzählt Lisa. „Beim Nachtisch zum Beispiel durfte man eine Ananas eigentlich erst ab einer Familie von drei Personen abgeben. Am Ende waren aber noch Ananas über. Die Leute waren so dankbar und glücklich darüber, dann doch eine zu bekommen.“

Motiviert starten die Konfirmanden in die nächsten Wochen. „Wenn erst einmal die erste Hürde genommen ist und man einige Menschen angesprochen hat, läuft es meistens super“, weiß Peter Böhme aus der Vergangenheit.

Was ihr Spendenziel angeht, sind sich die Mädels einig. „Es soll mehr werden“, so die Schülerinnen. Brianna beispielsweise will mindestens 30 Euro verdienen. Insgesamt wollen die Konfirmanden 850 Euro einnehmen. „Am wichtigsten ist, dass wir als Gruppe Erfolg haben. Uns Gedanken machen und etwas Gutes tun“, sagt Hannah. Denn das ist manchmal sogar mehr wert als Geld.