Köche aus Velbert geben Tipps für den perfekten Grillabend

Foto: Kai Kitschenberg
Was wir bereits wissen
Es muss nicht immer Fleisch sein: Köche aus Velbert verraten, wie auch Vegetarier einen perfekten Grillabend erleben. Und in der Kleinen Schweiz gibt’s Kurse.

Velbert..  Grillen, eines der letzten urmännlichen Abenteuer unserer Zeit, bei dem gestandene Männer riesige Fleischbrocken aufs Feuer werfen, kann auch ohne dass Tiere Schaden nehmen, Freude machen.

Wer’s nicht glaubt, sollte die Tipps der Kochprofis testen. Und wer nicht ganz auf tierische Fette verzichten will, erhält Tipps, wo er die hohe Grillkunst erlernen kann.

Claudia Linker arbeitet nicht nur als Ernährungsberaterin, sondern ist auch seit ihrem dritten Lebensjahr Vegetarierin. „Ich mache mir gerne Gemüsespieße aus Zwiebeln, Auberginen, Zucchini oder Pilzen, mariniere alles mit Knoblauch, Chili und Olivenöl. Olivenöl durfte man ja früher nicht hoch erhitzen, das gibt es jetzt aber speziell als Olivenbratöl im Bioladen. Erst zum Schluss, damit die Aromastoffe nicht verloren gehen, kommen frische Kräuter drauf.“ Gerne grillt sie auch Kartoffeln, die sie allerdings zuvor etwa eine halbe Stunde in den Backofen schiebt. „Dazu gibt es Frischkäse mit Radieschen und einem Körbchen Kresse, die ich mit Joghurt feiner rühre, das lieben sogar die Grundschulkinder, die ich berate.“

Sternekoch mag Spargel

Sascha Stemberg, der nicht nur im Restaurant ab und zu den Grill rausholt, sondern auch privat sehr gern das Feuer entfacht, hat ganz besondere fleischlose Delikatessen auf Lager: „Man kann beispielsweise vom grünen Spargel das holzige untere Drittel abschneiden und ihn dann bei hoher Temperatur angrillen bis man Röstspuren sieht. Anschließend packt man ihn in eine Aluschale zusammen mit etwas Olivenöl und Parmesankäse, lässt ihn noch mal fünf bis zehn Minuten ziehen und würzt abschließend mit Meersalz.“

Aber nicht nur für das Hauptgericht, auch für Desserts vom Grill sprudeln die Ideen nur so aus dem Sternekoch. „Man kann einen größeren Pfirsich nehmen, aufschneiden und ihn auf ein quadratisch ausgeschnittenes Stück Alufolie setzten, die vorher in der Mitte mit ein bisschen Olivenöl eingepinselt wurde. Darauf kommt ein Kaffeelöffel Honig mit einem Zweig Lavendel oder Rosmarin und darauf noch mal ein Löffel vorher in der Pfanne angerösteter Pinienkerne. Dann wird das Päckchen geschlossen und kommt acht bis zehn Minuten auf den Grill. Danach lässt man es noch mal vier Minuten ohne Hitze ziehen und serviert es mit einer Kugel Vanilleeis.“

Der Kochprofi weiß auch, was Kindern gut schmeckt: „Man kauft diese fertigen Biskuitböden, würfelt vier Erdbeeren hinein und bedeckt alles mit Minimarshmallows, oben drauf kommen Minzblättchen. Alles zusammen wird auf Alufolie gesetzt und bei kleiner bis mittlerer Hitze gegrillt.“

Wer doch lieber beim Fleisch bleiben will, aber keine Ideen hat, die über die üblichen Grillwürstchen hinaus gehen, ist bei Jonas Wiehoff vom Restaurant Kleine Schweiz gut aufgehoben: „Seit diesem Sommer haben wir auch eine Außenküche mit einem Smoker, dafür bieten wir Grillkurse an. Dabei wird vom Kartoffelsalat bis zu den Spareribs, den Brötchen für Hamburger oder der Barbecue-Soße alles selbst gemacht.“ Um auch zu Hause beim Grillen ganz entspannt zu bleiben, rät Wiemhoff: „Schon mal vorher das Gemüse für die Folie klein schnibbeln und Alupäckchen mit Tomate, Mozzarella und Kräutern vorbereiten.“