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Kochbus in Velbert lädt Kinder zum Reden und Zuhören ein

18.10.2012 | 17:15 Uhr
Kochbus in Velbert lädt Kinder zum Reden und Zuhören ein
So sieht er (noch) aus: Der gebrauchte Doppeldecker, der jetzt aufwändig umgebaut und ausgerüstet wird.Foto: Diakonie

Velbert.   Der Kochbus ist ein soziales Projekt, das auf vielen Schultern ruht. Die private Stiftung „Lichtblick“, die Diakonie als Partner und viele weitere Unterstützer machen das Projekt möglich. Kinder aus einkommensschwachen Familien sollen miteinander kochen, essen und quatschen.

Nicht immer verderben viele Köche den Brei. Aktuell bestes Gegenbeispiel ist wohl der neue Kochbus. Denn dieses soziale Projekt ruht auf ganz vielen Schultern: Die private Stiftung „Lichtblick“ spendiert 60 000 Euro für den Kauf eines gebrauchten Doppeldeckers, trägt dessen Unterhalt. Die Diakonie in Niederberg stellt Erfahrung und Arbeitskraft ihrer Fachfrau Renate Zanjani als Projektkoordinatorin zur Verfügung, macht Eigenmittel locker. Die Stadt flankiert das Vorhaben organisatorisch und logistisch. Die Velberter Tafel für Niederberg hilft mit Lebensmitteln. Und Bleibergquellen-Schüler unterstützen das Ganze praktisch.

Und für Renate Zanjani als Ideengeberin wird ein alter Traum Wirklichkeit. Denn „Kochen mit Kindern“ aus einkommensschwachen Familien gab’s bislang „nur“ an festen Orten. Seit 2008 in leerstehenden Wohnungen, die Gesellschaften wie die Wobau zur Verfügung stellen. Das soll auch so weiter laufen. „Jetzt können wir aber mit dem Bus endlich überall dahin, wo die Kinder wohnen. Und die können andere Kinder zum Essen einladen“, freut sich die Dipl.-Sozialarbeiterin. Wobei der Bus nicht zuletzt als Kommunikationsmittel und auffälliger Eye-Catcher gedacht ist, wie der Stiftungsvorsitzende, der Velberter Arzt Dr. Jürgen Schürmann, sagt. Er selbst hat bereits einen Bus-Führerschein gemacht; letztlich werden ihn vier „Lichtblick“-Stifter fahren können. Im 14-tägigen Rhythmus zu wechselnden Einsatzorten, wobei man mit anderen Institutionen und Initiativen kooperieren will.

Zeit für Kinder nehmen

Wenn alles glatt geht, rollt der Kochbus im November an. Bis dahin wird der Doppeldecker-Bus allerdings noch aufwändig umgebaut und ausgerüstet. Unten die Küche mit allem Pipapo, und oben die Zubereitungs- und Essplätze. Wobei das Kochen allerdings eher Mittel zum Zweck ist, es vielmehr stärker darum geht, „beim Kartoffelschälen miteinander ins Quatschen“ zu kommen. „Zeit für die Kinder haben, ihnen gut zuhören, sie erzählen lassen und sich wirklich dafür interessieren, wie es ihnen eigentlich geht“, erklärt Zanjani.

Am Mittwoch gab’s am Sitz der Diakonie eine erste Präsentation vor gezielt eingeladenen, potenziellen ehrenamtlichen Helfern, um dort später zusammen etwas Schmackhaftes zuzubereiten. „Ich hab schon mit Kindern auf Bio-Höfen gekocht“, erzählte eine Teilnehmerin, die ihre eigens mitgebrachten Utensilien komplett unausgepackt lassen konnte, weil die Diakonie eine „Kochstraße“ nebst Lebensmitteln vorbereitet hatte. „Ich hab zwar nicht gewusst, dass es um einen Bus geht“, so die 55-Jährige. „Aber das ist ein spannendes Projekt. da hätte ich wohl Spaß dran.“

Lichtblicke für Kinder und Jugendliche schaffen

„Wir müssten was tun“, so denken viele – und belassen es dabei. „Wir müssten was tun“, dachten vor Jahren bei einer Geburtstagsfeier auch Jürgen und Martina Schürmann – und schritten zur Tat. Das Ergebnis: Seit Ende 2010 gibt es die private Stiftung „Lichtblick“, aktuell getragen von acht Mitstreitern: den Eheleuten sowie Freunden und Bekannten. Klare Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche. Und ebenso klar ist laut Schürmann auch die christliche Motivation. So ist die Stiftung u. a. mit sechs jungen Leuten, die ein Freiwilliges Soziales Jahr ableisten, an Velberter Grundschulen aktiv. Die FSJler leisten Unterrichtsassistenz, stellen Pausenprogramme und AGs auf die Beine, geben Nachhilfe und unterstützen Ogata-Aktivitäten. Am Kostenberg gibt es eine Fußball-AG. Der Einsatz-Schwerpunkt von „Lichtblick“ ist vor Ort, aber es gibt auch Aktivitäten in der Region. Etwa in Heiligenhaus oder in Essen, wo ebenfalls ein Bus gekauft und umgebaut worden ist, der jetzt als zusätzlicher Jugendraum dient.

Das Kapital, das die Stiftung zur Verfügung hat, stammt aus selbst erarbeitetem Geld. Hinzu kommen noch die Gaben von Zustiftern.

Klaus Kahle

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Kochbus in Velbert lädt Kinder zum Reden und Zuhören ein
Kochbus in Velbert lädt Kinder zum Reden und Zuhören ein
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http://www.derwesten.de/staedte/velbert/kochbus-in-velbert-laedt-kinder-zum-reden-und-zuhoeren-ein-id7206661.html
2012-10-18 17:15
Bus, Essen, Geringverdiener, Armut, Stiftung, Kinder
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