Kleingärten liegen in Velbert wieder voll im Trend

Fünf Grundstücke waren in der Kleingartenanlage Zur Grafenburg frei, drei sind schon wieder vermietet – an junge Familien.
Fünf Grundstücke waren in der Kleingartenanlage Zur Grafenburg frei, drei sind schon wieder vermietet – an junge Familien.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Gibt es einen Leerstand, ist das freie Grundstück ruckzuck wieder vergeben – oft auch an Familien. Die Velberter sehnen sich nach ihrem eigenen Garten.

Velbert..  Krisenmeldungen, Lebensmittelskandale, immer mehr Stress – die Menschen sehnen sich wieder mehr nach einem kleinen Stück heile Welt. Das sehen auch die Velberter Kleingartenanlagen, denn die Nachfrage nach Grundstücken steigt wieder.

„Ja, wir sind wieder im Trend, so könnte man es sagen“, findet Stanislav Kafka von der Anlage Zur Grafenburg. „Im Winter hatten wir fünf freie Grundstücke, jetzt sind drei davon schon wieder fest vermietet. Und was mich besonders freut: Alle an junge Familien mit Kindern. Endlich wieder mehr Kinder in der Anlage zu haben ist doch was tolles“, freut sich der Kleingartenvorsitzende. Vor allem, so weiß er, suchen die Leute hier aber Entspannung. „Alle haben so viel Stress mittlerweile, deswegen will man sich in seinem Garten dann erholen“, so Kafka.

Eine lange Warteliste hat sogar der Kleingartenverein Birther Höfe. „In den mehr als 50 Jahren, die es unseren Verein schon gibt, hatten wir noch nie ein leeres Grundstück“, freut sich deren Vorsitzender Reiner Hußfeldt. Sobald ein Stück frei wird, freut sich also schon jemand. „Wir versuchen, den Leuten auch zu helfen, wenn mal gar nichts geht, dann vermitteln wir über den Stadtverband auch an andere Kleingärten“, berichtet Hußfeldt.

„Das Interesse hat definitiv wieder zugenommen. Vor allem von Menschen aus Kasachstan, Russland oder Polen. Osteuropäer sind ihre Datscha gewöhnt und wollen auch hier ihr Grünstück“, berichtet Reiner Hußfeldt. Unterschiede zwischen typisch deutschen Kleingärten und osteuropäischen Datschas gebe es nicht. „Wir haben ja das Prinzip ein Drittel Nutzfläche, ein Drittel bebaute Fläche, ein Drittel Zierfläche, da muss sich jeder dran halten.“

Denn alles soll schon seine Ordnung haben, schließlich seien die Gärten öffentlich und man wolle einen guten Eindruck machen: „Das heißt aber nicht, dass wir mit einem Zollstock die Rasenhöhe messen, wie man das manchmal im Fernsehen sieht. Da haben wir doch gar keine Zeit für“, lacht Joachim Heinzelmann vom Kleingartenverein Lieversholz. Denn derzeit arbeiten alle Kleingärtner auf Hochtouren. Der Winter ist vorbei, also muss alles frühlingsfein gemacht werden. Freie Plätze gibt es noch in Lieversholz. „Wir haben auch eine etwas ungünstige Stelle, da wir nicht so einfach zu finden sind“, erklärt Vorsitzender Joachim Heinzelmann. Aber auch er sieht, dass sich das Freizeitverhalten geändert hat und wieder mehr ihr Stück Grün suchen. Die Arbeit im eigenen Garten, in Velbert also eine beliebte Sache.