Klares Bekenntnis zur Hauptschule
23.09.2011 | 17:06 Uhr 2011-09-23T17:06:00+0200
Velbert.Jahrelang waren Schüler und Lehrer der Hauptschule Am Baum und der Pestalozzischule auf Übergangslösungen angewiesen, schwierige Provisorien wurden über 500 Schülern zugemutet. Gestern nun wurde die neue Martin-Luther-King-Schule an der Grünstraße eingeweiht. Für Bürgermeister Stefan Freitag war es in dieser Woche bereits der zweite Schultermin, nachdem die Gesamtschule am Mittwoch in Anwesenheit von Schulministerin Sylvia Löhrmann ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert hatte.
Dass es beileibe keine Selbstverständlichkeit ist, eine neue Hauptschule zu bauen in Zeiten, wo selbst die CDU als Lordsiegelbewahrer des dreigliedrigen Schulsystems Abschied von dieser Schulform genommen hat, sprach Freitag offen aus. Und der Bürgermeister zollte ausdrücklich auch allen Gegnern des Beschlusses Respekt dafür, dass sie letztlich die Entscheidung mitgetragen haben. „Wir freuen uns, dass Velberts modernste Schule eine Hauptschule ist“ – das war das Bekenntnis des Tages.
Freitag nutzte den feierlichen Rahmen in der Aula der seit zwei Wochen genutzten Schule, um der rot-grünen Landesregierung, aber auch der Opposition und deren „Schulfrieden“ den Marsch zu blasen. Die Hauptschule als Fundament des Bildungssystems sei ausgehöhlt worden, beraubt um Verfassungsrang und Existenzgarantie, um auf ihr neben Realschule, Gymnasium und Gesamtschule nun noch mit Sekundar- und Gemeinschaftsschule zwei weitere Säulen zu platzieren – das könne nicht stabil sein, so Freitag. Die Auswahl der Kommunen aus mittlerweile sechs Schultypen für das jeweils eigene Schulsystem überfordere besonders die Familien. Sein Appell an die Landesregierung: „Es muss endlich Schluss sein mit diesem Eiertanz! Es geht nicht um Strukturen und Ideologie, es geht hier um junge Menschen, um deren Sorgen und Bedürfnisse!“ Die Hauptschule habe Zukunft, sie bleibe Rückgrat der gewerblichen Industrie und vieler Dienstleistungen.
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