Kinder fangen später mit dem Schwimmen an

Die Entscheidung, wann ein Kind schwimmen lernt, liegt oft bei den Eltern. Mütter und Väter sollten mit dem Nachwuchs auch in der Freizeit üben. Nach etwa zehn Stunden werden die Grundlagen beherrscht.
Die Entscheidung, wann ein Kind schwimmen lernt, liegt oft bei den Eltern. Mütter und Väter sollten mit dem Nachwuchs auch in der Freizeit üben. Nach etwa zehn Stunden werden die Grundlagen beherrscht.
Foto: Stephanie Pilick/dpa
Was wir bereits wissen
  • Schwimmkurse für Anfänger sind in Velbert regelmäßig ausgebucht
  • Neben den Stadtwerken bieten auch die DLRG und der Schwimmverein Kurse an
  • Eltern sollten mit dem Training nicht zu lange warten, ideal ist ein Einstieg mit etwa 6 Jahren

Velbert..  Die Anfängerschwimmkurse für Kinder sind in Velbert durchgängig bis auf die letzte Bahn im Becken belegt. Schon seit Jahren steige der Bedarf an Kursen für Nichtschwimmer stetig, bestätigt Bäderleiter Norbert Noll von den Stadtwerken: „Dass Kinder in der zweiten Klasse noch nicht schwimmen können, ist keine Ausnahme mehr.“ Ganz im Gegenteil: Schwimmanfänger werden tendenziell älter.

Rund 60 Kurse bieten allein die Stadtwerke rund um das ganze Jahr an. „Dazu kommen dann weitere Sonderkurse und Schwimmkurse für Schulen“, so Noll. Denn Lehrer könnten das Defizit in Sachen Schwimmfähigkeit nicht ausgleichen, „da sind auch die Eltern in der Pflicht.“ Die ersten Schwimmerfahrungen sammeln Kinder normalerweise mit 5 bis 6 Jahren. In diesem Alter legen die kleinen Schwimmer auch ihr erstes Abzeichen, das Seepferdchen, ab, das ihnen erste Sicherheiten im Wasser bescheinigt.

„Fünf sollten die Kinder aber schon sein“, erklärt Wolfgang Schoch, der Vorsitzende des Velberter Schwimmvereins. „Sie müssen den Anweisungen der Übungsleiter folgen“, so Schoch und diese folglich gut verstehen können. Dreimal in der Woche findet ein Anfängerkurs des Vereins statt, jedes Mal sind alle Plätze belegt. „Mehr als zehn Kinder sollten auch nicht im Kurs sein“, erklärt der erfahrene Schwimmer, „weil wir sowohl für die Kinder als auch für die Eltern das Sicherheitsgefühl garantieren wollen.“

Genau wie im Schwimmverein unterrichten die Übungsleiter auch bei der DLRG ehrenamtlich, Helfer sind daher nicht gerade im Überfluss vorhanden. „Ich kenne Ortsgruppen, da sind die Wartelisten mittlerweile geschlossen“, erzählt Angelika Heinen. Die Geschäftsführerin der Ortsgruppe Velbert leitet seit mehr als 30 Jahren Anfängerkurse und beobachtet, dass die Listen auch vor Ort immer länger werden: „Ein Jahr müssen Kinder hier auch warten“, so Heinen. Allerdings können Kinder dann so lange am Kurs teilnehmen, bis sie sicher schwimmen können. „Das muss bei jedem Kind individuell entschieden werden“, sagt Heinen, „weil wir sie auf jeden Fall bis zum Seepferdchen begleiten.“

Angebote für Nachzügler

Spezielle Kurse für ältere Kinder ergänzen mittlerweile das örtliche Angebot. „Im Rahmen unserer Möglichkeiten bieten wir auch Kurse für Kinder ab etwa 9 Jahren an.“ Laut Heinen sinke dadurch gleichfalls die Hemmschwelle, den Sprung in das kalte Wasser besser spät als nie zu wagen. Denn wenn Eltern erst bewusst wird, dass ihr Kind nicht schwimmen kann, wenn das Teil das Stundenplans wird, dann muss es meistens schnell gehen, damit der Nachwuchs nicht nur am Rand sitzen darf. Die Kurse für 9- bis 11-Jährige richten sich außerdem an Flüchtlings- und Migrantenkinder, die noch nicht schwimmen können.