Kerstin Griese aus Niederberg will es wieder wissen

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese im Herminghauspark.
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese im Herminghauspark.
Foto: WAZ FotoPool
Wahl 2017: Niederbergs SPD-Bundestagsabgeordnete stellt sich zurzeit den Voten der Ortsvereine. Am 17. September entscheidet die Mitgliederversammlung.

Velbert..  Kerstin Griese will es wieder wissen. Die SPD-Bundestagsabgeordnete für Ratingen/Niederberg strebt an, bei der nächsten Bundestagswahl erneut anzutreten, um ihre politische Arbeit in Berlin und ihrem Wahlkreis fortzusetzen.

„Die Arbeit macht mir Spaß, als Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales habe ich die Möglichkeit, an wesentlichen Gesetzen für eine sozial gerechtere Gesellschaft mitzuwirken“, sagt die Ratingerin. 40 Prozent des Bundeshaushalts werden hier verplant. Gerade in ihrem Arbeitsbereich, der Arbeits- und Sozialpolitik, sei vieles auf den Weg gebracht worden: Erst kürzlich wurde der Mindestlohn und die größte Rentenerhöhung seit Jahren umgesetzt, wichtige Themen, die bei Griese über den Tisch gehen, sind darüber hinaus der soziale Wohnungsbau, Langzeitarbeitslose, Leiharbeit, Werkverträge. „Aktuell geht es um die bessere Teilhabe von Behinderten“, kündigt sie an. Der Entwurf des Bundesteilhabegesetzes liegt vor – es soll nach dem Willen von Sozialpolitikern wie Griese und der Behindertenverbände ein wichtiger Schritt in Richtung selbstbestimmtes Leben für Menschen mit Einschränkungen werden.

Eine besondere Herausforderung stellt die Integration der Flüchtlinge dar. Ein Thema, auf das Kerstin Griese auch bei ihrer Arbeit im Wahlkreis trifft. „Ich bin berührt von dem Einsatz ehrenamtlich tätiger Bürger“, sagt die 49-Jährige. Mit den Bürgermeistern der Städte Velbert, Ratingen, Heiligenhaus und Wülfrath sei sie regelmäßig im Gespräch.

AfD kostet die SPD viele Stimmen

Bei aller Euphorie ist Kerstin Griese jedoch nicht entgangen, dass das Flüchtlingsthema bei vielen auf Skepsis stößt. Dafür hat sie Verständnis, für schroffe Ablehnung dagegen nicht. „Die Frage ist: Hat irgendjemand durch die Flüchtlinge Einschränkungen erlebt?“. Parteien wir die AfD, die sich derzeit als drittgrößte politische Kraft aufbaut, kosten die SPD viele Stimmen. „Die Prognosen sind zurzeit ausgesprochen bedrückend, dabei haben wir in der Großen Koalition bislang gute Politik gemacht“, so Griese. Ihren Wahlkreis erlebt die kirchenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion im Hinblick auf Bürgerprotest gegen die Flüchtlingspolitik als unauffällig. „Natürlich bekomme ich auch besorgte Briefe, doch man merkt, dass wir über lange Erfahrungen im Zusammenleben mit Ausländern verfügen“, sagt Griese.

Ob sie wieder aufgestellt wird für den Wahlkreis, hängt zunächst von den Voten der Ortsvereine ab. In Ratingen hat sich Griese bereits durchgesetzt (28:4 Stimmen für sie), am 4. Juni stimmen Velbert und Heiligenhaus ab, Wülfrath zuletzt am 20. August. Die Entscheidung trifft am 17. September die SPD-Mitgliederversammlung für den Wahlkreis.