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Spritpreise

Kein Antrieb fürs Geschäft

10.09.2012 | 17:39 Uhr
Kein Antrieb fürs Geschäft
An der Araltanstelle in Heidestraße in Velbert werden am Montag den 10.9.2012 die Spritpreise angezeigt.Foto: Uwe Möller

Velbert.  Viele Autofahrer brauchen keine Tabellen, um zu erkennen, dass die Spritpreise seit Jahren steigen, sie spüren es auch so deutlich im eigenen Portemonnaie. Auch Taxifahrer, Spediteure und Sozialdienste ächzen unter der Last kontinuierlich wachsender Spritpreise.

Viele Autofahrer brauchen keine Tabellen, um zu erkennen, dass die Spritpreise seit Jahren steigen, sie spüren es auch so deutlich im eigenen Portemonnaie. Kostete der Liter Super Plus beispielsweise laut Aral-Datenbank 2002 noch 109 Cent, sind es mittlerweile 168,2 Cent, die man für die gleiche Menge Sprit hinblättern muss. Dem Privatmann bleibt in vielen Fällen noch die Alternative auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad umzusteigen. Diese Lösungen fallen für Menschen, die beruflich auf ein Fahrzeug angewiesen sind, weg.

Mit schlimmen Folgen. So weiß Savas Punar: „Viele unserer Kunden fahren wirklich nur dann noch mit dem Taxi, wenn sie drauf angewiesen sind.“. Dem Vorstand der Taxizentrale Velbert fehlt schlichtweg das Verständnis für die ständig steigenden Spritpreise, auch machten die Kunden die dadurch bedingten höheren Taxipreise nicht mehr mit. „Als Taxifahrer ist man mittlerweile superfrustriert, von zehn Stunden Arbeitszeit, steht man sechs Stunden rum, um auf den nächsten Mitfahrer zu warten.“

Birgit Dellenbusch vom Speditionsunternehmen „Cargo Tax“ lässt im Nahverkehr mittlerweile lieber einen LKW stehen, als die hohen Spritpreise zu bezahlen. Dass war nicht immer so, in den 25 Jahren, die das Unternehmen mittlerweile existiert. „Früher sind unsere LKW’s im Nahverkehr jeden Tag unterwegs gewesen, mittlerweile fahren sie zweimal in der Woche.“ Umso erfreuter ist die Spediteurin darüber, Kunden in der Schweiz zu haben, an denen sie regelmäßig Turbinenteile ausliefert. Mittlerweile hätten die Verbraucher kein Verständnis mehr für die steigenden Preise. „Ich beobachte immer häufiger, dass uns Unternehmen aus Polen oder Tschechien die Aufträge wegschnappen.“

Auch Annerose Schulten, die Tagespflege anbietet, ist von den Spritpreisen abhängig. „Wir haben zwei Autos, mit denen wir morgens unsere Patienten abholen und sie abends wieder zurückbringen.“ Mit Kunden in Mitte, Neviges, Heidhausen und Wülfrath werden so bis zu 55 km täglich verfahren. „Uns als kleines Unternehmen treffen da Spritpreise von 1,60 Euro der Liter schon hart“, klagt sie. Auch Manuel Salis von der Pizzeria Gardasee bekommt bei seinem Auslieferservice die hohen Spritpreise direkt zu spüren. „Früher haben wir unser Lieferauto alle fünf Tage mit 30 Euro vollgetankt, heut kommt man damit gerade zwei Tage aus.“ Dennoch sei eine Pizzeria ohne Lieferservice inzwischen nicht mehr denkbar. Diese Mehrausgaben müsse man natürlich irgendwo draufschlagen, und der Pizzabäcker, der seit 26 Jahren die italienischen Klassiker anbietet, ist froh, dass seine Kunden dafür Verständnis zeigen.

Spediteurin Birgit Dellenbusch ist der Ansicht, dass man nach französischem Vorbild einfach die LKW´s mal stehen lassen sollte, um damit die Autobahnen dicht zu machen. „Wenn auch jeder Bürger ein Wochenende lang sein Auto geparkt ließe, dann würden auch die großen Ölkonzerne mal merken, welch hohe Millionen-Verluste der kollektive Verzicht aufs Auto bedeuten könnte.“

Birgit Hölker-Schüttler

Kommentare
11.09.2012
22:01
Kein Antrieb fürs Geschäft
von zauberlehrer | #1

Lieder das Auto stehen lassen ist vielen Pendlern nicht möglich . Unser Staat ist mittlerweile der größte Preistreiber .Der ADAC mit seinen markigen...
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