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Verkehrssicherheit

Kampf den Rüpelradlern

01.08.2012 | 18:03 Uhr
Kampf den Rüpelradlern
Ab und an geraten Fußgänger und Radfahrer aneinander. Bild: Tom Thöne

Velbert.   Es gibt sie, jene schwarzen Schafe unter den Radfahren, die sämtliche Verkehrsregeln missachten und nicht selten Verursacher von Unfällen sind. Die Gewerkschaft der Polizei fordert nun eine Kennzeichnungspflicht.

Sie missachten sämtliche Verkehrsregeln, fahren über rote Ampeln und sind nicht selten Auslöser von Unfällen: Rücksichtslose Fahrradfahrer. Genau diesen rüpelhaften Rasern auf zwei Rädern soll jetzt Einhalt geboten werden: Politiker, der Bund der Fußgänger und die Gewerkschaft der Polizei fordern neben schärferen Strafen und einer niedrigeren Promillegrenze für Velofahrer eine Kennzeichnungspflicht für Fahrräder.

Kosten: 800 Mio. Euro

Vorreiter dieser Idee ist die Schweiz: Sie ist weltweit das einzige Land, in dem Fahrräder mit Plaketten versehen wurden. Doch der Nutzen war begrenzt und so wurde die „Velovignette“ aufgrund immens hoher Verwaltungskosten zu Jahresbeginn abgeschafft. Was eine Kennzeichnungspflicht für Fahrräder in Deutschland betrifft, so schätzen Experten die Höhe der Kosten auf rund 800 Millionen Euro.

Ist eine solche Maßnahme also wirklich notwendig und sinnvoll? Wenn es um diese Frage geht, scheiden sich die Geister. Kontra-Argument: Der Nutzen ist viel zu gering, die Verwaltungskosten und der Aufwand sind indes viel zu hoch. Dafür spricht eine möglicherweise erhöhte Verkehrssicherheit, da Fahrradsünder identifiziert und gerecht bestraft werden könnten. Die offizielle Polizeidienststelle möchte dazu keine Stellung nehmen, da es sich bei dieser Sache nur um eine Idee handelt und keineswegs um ein reglementiertes Gesetz. Das Velberter Fundbüro äußert sich positiv gegenüber einer solchen Kennzeichnungspflicht: „Hier werden jedes Jahr rund 35 Fahrräder abgegeben. In fast 100 Prozent der Fälle können wir den eigentümlichen Besitzer nicht ermitteln und müssen das Rad versteigern“, erklärt Astrid Weber, Abteilungsleiterin des Velberter Bürgeramts. Weiter sagt sie: „Mithilfe eines Kennzeichens könnte sich das ändern, wobei viele hochwertige Fahrräder sowieso schon eine Registrierung an der Sattelstüze zum Diebstahlschutz tragen.“

Lothar Nuthmann, der erste Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Kreis Mettmann e.V meint: „Grundsätzlich ist gegen eine Kennzeichnungspflicht nichts einzuwenden, schließlich müssen Autos, Motorräder und sogar auch Tiere Kennzeichnungen tragen. Kontrollieren kann man alles, die Frage ist nur, ob Aufwand und Wirkung sich ausgleichen – und wie viel das Ganze kostet. Außerdem: Was ist dann mit Inliner-, Segway- und Rollerfahrern?“

Sonja Lelittka

Kommentare
07.08.2012
12:42
Kampf den Rüpelradlern
von DaDU | #6

Ich halte eine Kennzeichnungspflicht für absoluten Unfug. Die Polizei soll sich einfach mal Samstags und Sonntags in Zivil an die Kreuzungen stellen....
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2012-08-01 18:03
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