Kämpfer für die Altstadt am Neujahrstag gestorben

Langenberg..  Er war im wahrsten Sinne des Wortes ein U(h)rgestein: Hermann Obermanns. Am 24. März wäre er 95 Jahre alt geworden. Doch am 1. Januar verstarb der ehemals sehr engagierte Langenberger nach kurzer, schwerer Krankheit.

Hermann Obermanns konnte auf ein ereignisreiches und engagiertes Leben zurückblicken. Seite an Seite kämpfte er u. a. mit Paul Sauter und Karl Brückmann für den Erhalt der Altstadt. „Er war verlässlich, er war immer dabei und hat sich stark persönlich für die Altstadt eingesetzt“, erinnert sich Bückmann. Gemeinsam mit den beiden vorgenannten gründete Obermanns in der damals noch bewirtschafteten Bahnhofsgaststätte 1972 den Bürgerverein Langenberg, dessen 1. Vorsitzender er von 1975 bis 1979 war.

Obermanns Wiege stand in Langenberg, im Wohn- und Geschäftshaus im Kreiersiepen. Und er dürfte wohl in mehrfacher Hinsicht als Langenberger „U(h)rgestein“ bezeichnet werden. Schon Vater Hermann war Uhrmacher, Großvater Wilhelm auch. Dieser hatte 1877 das Uhrengeschäft gegründet, das bis 1992 bestand. Hermann Obermanns’ Meisterstück war eine Taschenuhr, deren Wellen er selbst an einer kleinen Drehbank hatte herstellen müssen.

Obermanns mischte sich – nicht nur politisch – ein: er trug auch zum kulturellen Leben bei. So zunächst ab 1954 als Sänger im MGV 1848 (Männergesangverein). Auch hier war er stark engagiert und übernahm von 1963 bis 1975 den 1. Vorsitz, bis zu seinem Tod war er Ehrenvorsitzender. Unvergessen wird wohl sein Liedertext von „LaLa Langenberg, klein aber fein...“ bleiben. Seine volle, gut tönende Bassstimme hat er bis zuletzt nicht verloren. Dennoch sang er schon länger nicht mehr aktiv im Chor. Auch sonst hat er sich nach und nach zurückgezogen. Ganz im Gegensatz zu früher: Hermann Obermanns Aktivitäten gingen dabei über Langenbergs Grenzen hinaus.

Er war Gründungsmitglied des Stadtverbands Velberter Chöre, wo er jahrelang Vorstandsarbeit leistete. „Als ich den Vorsitz von ihm übernahm, konnte ich sehr viel von ihm lernen“, sagte Sangesbruder Wolf Schlagowski.

Hermann Obermanns war durch und durch Langenberger, er „kallte“ Geschichten in Langenberger Platt und schrieb Liedertexte über seine Heimat.