Kabarettist Fritz Eckenga begeistert in Langenberg

Grimmig bis heiter: der Kabarettist Fritz Eckenga in facettenreicher Form.
Grimmig bis heiter: der Kabarettist Fritz Eckenga in facettenreicher Form.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der unvergessene „Nachtschichtler“ bespielt auch im AlldieKunst-Haus alle Facetten seines Humors:von feingeistig über sprachkritisch bis politisch.

Langenberg..  Wo sich früher Konservendosen in Regalen und Obst und Gemüse in der Auslage stapelten, ist ein Ort für Kultur. Aus der ehemaligen Aldi-Filiale an der Wiemerstraße ist vor einigen Jahren das AlldieKunst-Haus geworden, in dem jetzt der Kabarettist und Literat Fritz Eckenga mit seinem Programm „Von Vorn“ zu Gast war.

Mit einem „Hallo Langenberg!“ begrüßt der in Bochum geborene Dortmunder das Publikum. Er habe schließlich aus seiner letzten Vorstellung im AlldieKunst-Haus gelernt, bei der sich die gute Stimmung nach „Hallo Velbert!“ dem Erdboden genähert habe. Dieses Mal ist der Einstieg also geglückt. Mit Wortwitz und amüsanten Anekdoten geht es weiter.

Eckenga wolle zwar kein „Sprachspießer“ sein, „aber manche Fehlentwicklungen müssen einfach benannt werden.“ Dazu zählen die grammatikalisch zweifelhafte Werbung „Wir können Möbel“ auf den Plakaten großer Firmen in Ostwestfalen sowie der Satz „Da bin ich ganz bei Ihnen“.

Unterhaltsam nimmt der Kabarettist die Verirrungen der deutschen Sprache auf die Schippe und stellt in schwungvoll verfassten E-Mails an NSA, McDonalds und das deutsche Volk seine eigene Wortgewandtheit unter Beweis. Politik, Fußball, Internet – Eckenga lässt kein Thema aus.

Für Sigrid Arnscheidt, die sich als Langenbergerin sehr über die Begrüßung gefreut hat, ist die Mischung genau richtig. „Ein bisschen Politisches, ein bisschen Privates und seine schnelle Art zu sprechen. Da hört man gerne zu.“ Bereits letztes Jahr habe sie seine Vorstellung im AlldieKunst-Haus gesehen, sei immer wieder erstaunt, mit welch (scheinbarer) Leichtigkeit der Kabarettist sein Programm auf die Bühne bringe.

Dirk Groß kennt Eckenga seit Jahren aus dem „Rocktheater Nachtschicht“ und in seiner altvertrauten Rolle als bölkender Bademeister. „Ich habe mir schon einiges von ihm angeschaut“, sagt er. „Ich mag seinen Sprachwitz und dass er nicht so oberflächlich erzählt.“ Im Kunsthaus seien Groß und seine Frau allerdings zum ersten Mal. Ihnen gefällt die Atmosphäre des Hauses, in dem noch die originalen Fliesen auf dem Boden liegen. Die Kassen mussten allerdings einer Holztheke weichen, an der jetzt Getränke ausgeschenkt statt eingekauft werden.

Auch Eckenga schätzt den Charme der ehemaligen Aldi-Filiale. „Nur die Decke könnte etwas höher sein“, scherzt er, als er auf der Bühne steht. Dieses kleine Manko hält ihn jedoch nicht davon ab, Dialoge nachzuspielen – zwischen Mutter und Tochter im Park, zwischen zwei „durchgesessenen“ Männern in der „Coffee to sit“-Bar einer Autobahnraststätte. Er rezitiert Gedichte aus eigener Verse-Schmiede, liest die Briefe eines Mannes an seine Verflossene vor, gibt den lispelnden Leiter eines Baumarktes. Am Ende der Vorstellung wird er dafür von seinem „wunderbaren Publikum“ mit reichlich Applaus belohnt.