Kabarett-Premiere am Velberter Geschwister-Scholl-Gymnasium

Zehn aus elf: Das ist die Kabarett-Gruppe „Die Sense“, es fehlt der einzige Junge. „Hoffentlich ist Noel zur Premiere wieder fit“, sagt Lehrer Kai Bülte.
Zehn aus elf: Das ist die Kabarett-Gruppe „Die Sense“, es fehlt der einzige Junge. „Hoffentlich ist Noel zur Premiere wieder fit“, sagt Lehrer Kai Bülte.
Foto: H.W. Rieck
Was wir bereits wissen
„Die Sense“, die Kabarettgruppe des Velberter Geschwister-Scholl-Gymnasiums, präsentiert am Donnerstag ihr neues Programm „Frisch geschnitten“.

Velbert..  Noch einmal alles durchgehen. Schauen, ob der Text sitzt. Die richtige Körperhaltung überprüfen. Dann geht’s los, erste Nummer, Probe auf der kleinen Bühne.

Themen aus dem Alltag

Für „Die Sense“, die Kabarettgruppe am Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG), wird’s ernst. Heute Abend feiern die Schülerinnen und Schüler Premiere mit ihrem neuen Programm „Frisch geschnitten“. Und darin geht es um vieles, was die jungen Erwachsenen bewegt. „Wir sprechen in der Gruppe darüber, was uns ärgert, was uns stört und dann schauen wir, ob wir da was draus machen können“, sagt Kimberly aus der Stufe EF (entspricht der Klasse 10).

Einfach sei das nicht, „Kabarett ist schließlich was anderes als Theater“, ergänzt Denise (Q1, also Klasse 11). Die Texte sollen ja überspitzt eine Situation darstellen, dazu eine gute Pointe haben. „Aber in der Gruppe haben wir dann schon viele Ideen“, sagt Sena (Stufe EF). Lehrer Kai Bülte versteht sich dabei eher als Moderator, der dafür sorgt, dass die Ideenfindung nicht aus dem Ruder läuft. Und er achtet auf Kleinigkeiten bei der Probe: „Anna, dreh’ dich ein bisschen mehr zum Publikum.“ – „Julia, ein wenig lauter sprechen.“ – „Sena, langsamer, das Publikum muss die Begriffe auch verstehen können.“

Seit 2015 gibt es die Gruppe – wieder. „Anfang der 90er Jahre gab es hier an der Schule ja schon mal eine Kabarett-Gruppe, diese Tradition wollte ich wieder aufleben lassen“, sagt Lehrer Kai Bülte. „Und da ich an meiner alten Schule in Düsseldorf auch so ein Projekt betreut hatte, hatte ich ja schon Erfahrung.“ Die zehn Schülerinnen und den einzigen Schüler jedenfalls brauchte er nicht groß überzeugen: „Nein“, sagt Janne (Klasse 9), „ich mag sowieso Theater und Schauspiel, deshalb war ich sofort begeistert.“ Denise und Kimberly sind durch eine Freundin zur „Sense“ gekommen, „und wir haben festgestellt: Das macht echt Spaß.“ Auch wenn die Freundin inzwischen auf eine andere Schule geht.

Unterdessen ist die Bühne bereitet für den Volldurchlauf – alle elf Nummern am Stück. Los geht’s – ohne zu viel zu verraten – mit einem aktuellen Thema. Denn „Tante Fifa“, die es mit der Wahrheit nicht so hat, liest ihren Kindern vom Sommermärchen vor. Das Gesundheitssystem ist ebenso an der Reihe wie „der Handy- und Internetwahnsinn“, sagt Kimberly. „Dieses ständige Getippe, die ganzen Apps, das nervt schon“, berichtet die Oberstufenschülerin.

Zwischen den einzelnen Nummern geht es noch um Details. Ist der Kleiderständer rechtzeitig da? Wird Noel gesund und ist bei der Premiere dabei? Wer braucht noch welche Klamotten? Von Nervosität wiederum ist noch nicht allzu viel zu spüren, die kommt dann heute, kurz bevor es losgeht. Nur Kai Bülte ist jetzt schon etwas aufgeregt: „Das ist unser erstes Vollprogramm und ich bin ziemlich gespannt, wie es wird.“ Nach dem Eindruck von der Generalprobe braucht sich der Gründer der „Sensen“ aber eigentlich keine Sorgen machen.