Justiz wird entscheiden
04.03.2010 | 19:10 Uhr 2010-03-04T19:10:00+0100
Velbert. Hennenberg-Anwälte beantragen, Bio-Siegel und Waldnutzung bis zum Verfahren beibehalten zu dürfen
Das letzte Wort haben wird das Verwaltungsgericht Düsseldorf. Die Justiz wird – eventuell im Eilverfahren – entscheiden, ob der Bio-Betrieb Hennenberg auch künftig seine Eier als Bio-Produkte verkaufen darf oder nicht. Und gleichfalls wird darüber gerichtet, ob die Waldfläche von 4,9 Hektar weiterhin als Auslauffläche für die Hühner dienen darf – oder nicht.
Wie bereits berichtet, hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) dem Familienbetrieb das Bio-Zertifikat entzogen, nachdem der Landesbetrieb Wald und Holz die Waldnutzung verboten hatte, weil keine artenschutzrechtliche Unbedenklichkeit bestehe und es für den Wald keine Umnutzungsgenehmigung gebe. Laut Verordnung kann ein Ei nur dann „bio“ sein, wenn jede Legehenne eine nachweisbare Auslauffläche von vier Quadratmetern zur Verfügung hat. Ob das Huhn die Fläche nutzt oder nicht, spielt dabei keine Rolle.
Ein Besuch auf dem Hennenberg-Hof an der Nordrather Straße: Die vorgeschriebene Auslauffläche von acht Hektar bei 20 000 Legehennen kann nur dann vorgehalten werden, wenn das Waldstück (4,9 ha) mit einbezogen wird. Andreas Hennenberg: „Wenn wir den Wald nicht mehr nutzen dürfen, können wir nur noch Eier aus Bodenhaltung anbieten. Das macht für uns einen Einnahmeunterschied von 7 bis 8 Cent pro Ei.“
Drei Hektar des genutzten Waldstücks, das direkt an die Freiflächen der Stallungen angrenzt, gehört der Familie Hennenberg. „Die restlichen 1,9 ha haben wir von den Nachbarn angemietet. Diese Nachbarn haben kein Problem damit und sind mit der Nutzung einverstanden.“ Hennenberg habe auch angeboten, zum Ausgleich des derzeit genutzten Waldstücks eine andere Fläche – etwa am Fettenberger Weg, ganz in der Nähe der Nordrather Straße – entsprechend aufzuforsten.
De facto sind die 20 000 Legehennen in einer großen Halle in Abteilungen zu je 3000 Hühnern untergebracht. Hier befinden sich Flächen zum Scharren, tribünenartig angelegte Sitz- und Legemöglichkeiten mit Futter- und Wasservorrichtungen sowie eingebauten Kotbänder. Zu beiden Seiten der einzelnen Abteilungen können die Legehennen ins zum kleinen Teil überdachte und zum Großteil freie Gelände auslaufen. Von diesen Freigeländen aus haben zu auch Zugang zum Waldstück. Andreas Henneberg: „Die wenigsten Hühner nutzen den Auslauf im Wald. Aber die Flächen müssen vorgehalten werden.“ Die Waldfläche ist eingezäunt.
Wie berichtet, haben die Hennenberg-Anwälte Klage gegen die Aberkennung des Bio-Siegels und gegen das Verbot der Waldnutzung eingelegt. Dem Verwaltungsgericht lägen „Anträge auf Gewährleistung des vorläufigen Rechtsschutzes, das Bio-Gütesiegel bis zur Verhandlung weiterführen zu dürfen“ vor, erklärte gestern der Pressedezernent und Vorsitzende Richter am Verwaltungsgericht Düsseldorf, Dr. Gerd-Ulrich Kapteina. Gleichfalls gebe es den Antrag, auch das Waldstück bis zur Verhandlung weiterhin nutzen zu dürfen. Laut Richter Kapteina „haben solche Klagen aufschiebende Wirkung. „Es sei denn, es besteht solch großes öffentliches Interesse, dass sofort gehandelt werden muss.“
Bislang sei die sofortige Vollziehung durch LANUV und Landesbetrieb angeordnet, so der Jurist. Gängige Praxis sei, „dass wir die Behörden um Aufschub bitten.“
Letzter Stand
Bis zum Redaktionsschluss hieß es vom Düsseldorfer Verwaltungsgericht, dass der Bio-Betrieb Hennenberg hinsichtlich der Untersagung des Landesbetriebs, den Wald zu nutzen, erst ab dem 15. März mit Vollstreckungsmaßnahmen rechnen muss. Das Verbot des LANUV, das Bio-Siegel zu verwenden, blieb weiterhin bestehen.
08:24
Egal ob Käfig- oder Bioeier: am Anfang sind die Küken, und nur die weiblichen müssen ihr kümmerliches Dasein als Legehennen fristen. Die männlichen werden, da es für die Fleischproduktion spezielle Züchtungen gibt, nicht mehr gebraucht, aussortiert und vergast oder vermust. 45 Millionen jedes Jahr alleine in Deutschland.
08:26
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19:50
Sollten die Hennenbergs das Biosiegel trotz der fehlenden Voraussetzungen wieder bekommen muss man sich fragen wie viel Geld dafür fließen wird...
Es ist ohnehin schon ein absoluter Witz, dass weder der Stadt Velbert die diesen Stall genehmigt hat noch der Stelle die das Biosiegel ausgegeben hat aufgefallen ist, dass die erforderlichen Voraussetzungen nicht gegeben sind.
Und die Fa.Hennenberg, die nun jahrelang zu unrecht an angeblichen Bioeiern verdient hat sieht sich obendrein noch als Opfer!
Es bleibt zu hoffen, dass die Gerechtigkeit siegt!
16:28
@ Ein Interessierter
Sie haben es nicht richtig verstanden. Hennenberg hat nachweislich keine Bio-Eier an LIDL geliefert. Der Nachweis wurde durch den Entzug des Gütesiegels nun sozusagen amtlich erbracht. Somit hat Hennenberg recht., wie fast immer.
Er hat nur den Preis für Bio-Eier kassiert.
16:11
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13:01
Hennenberg habe auch angeboten, zum Ausgleich des derzeit genutzten Waldstücks eine andere Fläche – etwa am Fettenberger Weg, ganz in der Nähe der Nordrather Straße – entsprechend aufzuforsten.
Möchte Herr Hennenberg die Waldfläche jetzt abholzen oder wie muss man diese Aussage verstehen?
Herr Hennenberg baut am Fettenberger Weg, ja schon wieder eine neue Halle. Ob da wohl alles richtig läuft?
23:03
Natürlich laufen die Hühner nicht in den Wald, das weiss der gescheite Hühnerbaron selbst. Die Tiere habe halt gewisse Ansprüche, sie sind ja keine Wildschweine. Wie er schon sagt, kommt es ihm nur darauf an, dass pro Forma die Voraussetzungen einer vernünftigen Tierhaltung eingehalten werden, aber de fakto das Geld in seine Kassen fließt.
Wie die billigen Produktfälscher aus Fernost, möchten die Hennenberge die Verbraucher über`s Ohr hauen dürfen. So haben sie es ja auch bisher getan. Kommen sie damit durch, dann verkaufe ich morgen umdeklarierte Champignons von Lidl als Trüffel an`s Restaurant Stemmberg. Oder war Hennenberg schon dort?
22:47
Regel Nr. 1:
Wenn dein Gewissen rein bleiben soll, darst du es nicht benutzen
Bio-Haltung setzt festgelegte Mindestauslauf-zeiten und vorgeschriebene Auslaufflächen voraus. Beides wurde nachweislich seit Inbetriebnahme im Juni 2007 nicht eingehalten. Erst nachdem die Missstände über das wirt- schafliche und tierquälerische Treiben im Mai 2009 öffentlich geworden ist, versuchen Hennenbergs die eklatanten Verstöße
zu heilen.
Illegale Wertabschöpfung bis dato bei einem BIO-Aufpreis von 7 Cent pro Ei:
1.036.000,-- Euro, in Worten: Eine-Million-Sechsundreißigtausend Euro.
Regel Nr. 2:
Das Wichtigste im Leben ist immer zu wissen, wo der Hinterausgang ist.
Glücklicherweise gibt es jedoch das Gesetz der Resonanz - Ursache und Wirkung - Ich ernte was ich säe - und da hilft es dann wenig alles zu dementieren und sich als bedauernswertes Opfer einer Intriege zu fühlen. Das diese Taktik nicht unweigerlich von Erfolg gekrönt ist, hat die Vergangenheit schon bei ganz anderen Größen aus Wirtschaft, Politik und Sport bewiesen, wirft aber ein entsprechendes Licht auf die morali- schen und charakterlichen Defizite der Betei-ligten.
Fazit:
Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen:
BIO MACHT SCHLUSS MIT HENNENBERG