Jobcenter und Arbeitsagentur in Velbert schmieden Umzugspläne

Aus diesem (Hauptschul-)Grundstück soll künftig Am Berg ein Dienstleistungsstandort werden. Verdrängt würde dadurch die Volkshochschule.
Aus diesem (Hauptschul-)Grundstück soll künftig Am Berg ein Dienstleistungsstandort werden. Verdrängt würde dadurch die Volkshochschule.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Auszug aus Rathaus und Post geplant. „ME-aktiv“-Geschäftsstellen Heiligenhaus und Wülfrath sollen nach Velbert. Neuer Dienstleistungsstandort Am Berg zieht auch die Arbeitsagentur mit ihrer örtlichen Geschäftsstelle an. Per saldo geht’s um 134 Mitarbeiter.

Velbert..  Das Jobcenter „ME aktiv“ und die Kreis-Arbeitsagentur wollen nicht nur in Mettmann unter ein gemeinsames Dach ziehen. In diesem Fall, wie berichtet, das eines zusehends Fortschritte machenden Neubaus. Vor Ort werden ebenfalls Umzugspläne geschmiedet. Man sei zuversichtlich, wohl zum Jahreswechsel 2015/16 die derzeit im Rathaus-Nebentrakt (einst Amtsgericht) und vis-à-vis in der Post untergebrachte Velberter Geschäftsstelle an die Heiligenhauser-/Ecke Jahnstraße verlagern zu können, berichtete jetzt Martina Würker.

Aus dem dortigen (Hauptschul-)Grundstück soll Am Berg bekanntlich ein neuer Dienstleistungsstandort werden. Der Satzungsbeschluss für den zugehörigen Bebauungsplan ist gefasst; noch gehört das Grundstück der Stadt. Im Gespräch ist die Immobilie auch als ein möglicher Ersatz-Standort für die Polizeiwache an der Nedderstraße.

„Wir wollen da gerne hin“, bekräftigt die Geschäftsführerin des Jobcenters, die diese Velberter Pläne von Anfang an als eine „Superidee“ gewertet hatte. Es gebe Verabredungen und es würden Mietverhandlungen geführt, so Würker weiter. Investoren- bzw. Bauherren will das Jobcenter aber „zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht öffentlich benennen“, da offiziell noch nichts in trockenen Tüchern sei, hieß es auf Nachfrage. Tatsache ist jedoch: Die Geschäftsstellen Heiligenhaus und Wülfrath sollen auf Sicht ebenfalls an die Heiligenhauser Straße übersiedeln. Das wären letztlich insgesamt 100 Jobcenter-Mitarbeiter. Zudem sei es „nicht ausgeschlossen, dass auch die Arbeitsagentur mit reingeht“.

Langzeitarbeitslose integrieren

Die möchte nun ihr Gebäude an der Grünstraße gerne doch wieder verkaufen. Es sei zu groß für die Zwecke der Geschäftsstelle mit ihren nur 34 Mitarbeitern, sagt Marcus Kowalczyk. Das Haus sei gut in Schuss und könne problemlos um ein Drittel erweitert werden, wenn man den Speicher ausbaue. „Wir können uns aber an der Grünstraße keinen Leerstand erlauben und einfach woanders mieten“, stellt der Chef der Arbeitsagentur Mettmann klar, „das ist dem Beitragszahler nicht zuzumuten.“

Einen der Schwerpunkte ihrer inhaltlichen Arbeit sehen sowohl Agentur als auch Jobcenter für 2015 bei der Integration von Langzeitarbeitslosen. Kowalczyk zufolge beteiligt man sich an einem Projekt des Europäischen Sozialfonds. Mit dem Ziel, binnen zwei Jahren 150 Menschen dauerhaft in Betrieben unterzubringen. Das Ganze geht, wie Würker ergänzte, mit einem Coaching für die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer einher.

Ein weiteres wichtiges Vorhaben ist die „intensive Begleitung von älteren Arbeitslosen“ durch Erweiterung des spezialisierten Vermittlerteams. Ein Baustein dabei ist, wie Kowalczyk erläuterte, das Üben, Bewerbungen zu verfassen. „Auch Menschen, die zwei Jahre oder länge arbeitslos sind“, sagt er, „können ein Super-Mitarbeiter werden.“