„Jeder kann LaLa“
07.08.2012 | 19:10 Uhr 2012-08-07T19:10:00+0200
Langenberg. Eine bunte Schar von Manifest-Verfassern sucht auf dem Mühlenplatz nach Wegen in eine bessere Welt. Ermuntert hat sie Thomas Hoeveler.
Zum zweiten Mal hatte Thomas Hoeveler vom Kleinewelttheater zum LaLa-Manifest eingeladen. Und da das Wetter diesmal mitspielte, traf sich eine bunte Schar Interessierter und Neugieriger auf dem Mühlenplatz.
Helmut und Erika Mankowski sind aus Wattenscheid angereist. Vor allem Musik und Kunst interessiert das Paar. Dass dann gleich eine so vielfältige Veranstaltung stattfinden würde, damit haben die beiden nicht gerechnet.
Während Hoeveler auf seiner eigenen Bühne musiziert und singt, bilden sich auf dem Platz kleinere Gruppen. Menschen diskutieren, informieren, tauschen sich aus. An einer Wand werden die Manifeste festgeklammert, Ideen, Vorschläge, Thesen gesammelt. Es geht um Miteinander, Nachhaltigkeit, um Mitmachen und Gestalten statt Jammern und Klagen.
Martin K. schlägt vor, ein Schulfach mit Konfliktlösungstechniken einzuführen. „Wir tun immer so, als wären alle gleich, als hätten wir Verständnis für einander“, so der Sprockhöveler. „Unterschwellig brodeln und gären die Konflikte“. Dabei müsse man die Themen ansprechen und Verständnis füreinander entwickeln. Er nimmt sich einen der Vordrucke und hängt seinen Vorschlag an die Leine zu den anderen Ideen.
„Speakers Corner“ am Mühlenplatz
Manche genießen einfach nur den schönen Platz, Musik und Atmosphäre. „Geld wächst auf Bäumen, Geld duftet wunderbar“, Thomas Hoeveler singt zur Gitarrenmusik. Dann steigt der Künstler auf eine Kiste und eröffnet die „Speakers Corner“. Monika Temmel nutzt die Gelegenheit und fragt: „Wie sähe unsere Welt aus, wenn wir etwas machen würden, trotz der Angst, die uns daran hindern will?“ Mutig steht sie auf der Erhöhung, spricht davon, wie sehr ihr Herz gerade rast. Und gerade deshalb hat sie sich getraut. Mit ihr ist auch die Energiewende Langenberg vertreten, Tauschring und Regiogeld sind ihr Anliegen.
Letzte Woche noch an der Nähmaschine, jetzt auf dem Mühlenplatz: Roland Schumann, der sich die Manifeste an der Wand durchliest. Darunter auch das Modell der „Gemüse-Scholle“. „Bauer Maas aus Essen-Werden, der macht das schon so“, weiß der Langenberger. Der Essener Bauer verpachtet ein Stück Ackerland, auf dem er bereits verschiedene Gemüse ausgesät hat. Der große Acker wird auf kleinere Parzellen aufgeteilt, die interessierte Bürger pachten, pflegen und abernten können. Schumann ist selbst stark engagiert, voller Idee und überlegt bereits, was er beim nächsten Mal einbringen will. Bis dahin will er sehen, ob nicht auch in Langenberg oder im Windrather Tal dieses Modell denkbar und möglich wäre.
Langenberger Themen wie Zentralisierungsvorhaben und gekürzte Öffnungszeiten öffentlicher Einrichtungen sind auf dem Platz genauso präsent wie nationale und globale Entwicklungen. Menschen, die gezielt kamen, andere, die zufällig durch die Musik angelockt wurden. Reger Austausch herrscht auf dem Mühlenplatz.
„Wir haben jetzt das Gefühl, dass wir den Platz richtig geöffnet haben“, freuen sich Thomas und Martina Hoeveler schon auf das nächste LaLa-Manifest: Samstag, 1. September, ab 16 Uhr auf dem Mühlenplatz. „Jeder ist beteiligt, gehört dazu. Jeder kann LaLa!“
0mitdiskutieren