Jahrelang Modell der Burg Hardenberg in Neviges gebaut

Baute vor mehr als 40 Jahren ein Modell der Burg: Guenter Hofmann (r) mit Karl J. Thiel, der die Alte Burg in seinem Haus aufstellte, als  Burgenbauer Hofman mit seiner Frau in eine kleinere Wohnung umzog.
Baute vor mehr als 40 Jahren ein Modell der Burg: Guenter Hofmann (r) mit Karl J. Thiel, der die Alte Burg in seinem Haus aufstellte, als Burgenbauer Hofman mit seiner Frau in eine kleinere Wohnung umzog.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die mittelalterlichen Burg Hardenberg, von der nur noch ein Bodendenkmal übrig ist, fasziniert die Nevigeser. So baute Günter Hofmann ein Modell der Burg.

Neviges.. Wie mag sie ausgesehen haben, die Alte Burg Hardenberg, die nur noch als Bodendenkmal auf einem kleinen Hügel im Nevigeser Wald besteht? Eine Ausstellung im Deutschen Schloss und Beschlägemuseum beleuchtet zurzeit die Frage wissenschaftlich. Und immer mehr geschichtsinteressierte Bürger bauen mit – wie Günter Hofmann aus der Florastraße.

Als der 84-Jährige im Oktober in der WAZ den Bericht über den gemeinsamen Zeichenentwurf von Karl J. Thiel und Jürgen Baumann sah, rief der frühere Gießerei-Arbeiter kurzerhand bei Thiels an. Schon in den 60er Jahren hatte Hofman ein Modell gebaut, seitdem lagerte das gute Stück in diversen Kinderzimmern und Kellerräumen. Und mittlerweile, da die Hofmans sich kleiner setzten, bei Burgenfreund Thiel.

Dass sein liebevoll gestalteter Entwurf bei der Ausstellungskonzeption keine Beachtung fand, enttäuscht den 84-Jährigen. „Ich habe dem Direktor ein Foto gezeigt, aber der hat gleich abgewinkt.“ Dabei, so ist Hofman überzeugt, sei seine Burg durchaus nach ernst zu nehmenden Quellen entstanden.

Seitdem es den gebürtigen Sachsen 1948 nach Neviges verschlug, faszinieren ihn die Mythen rund um die Burg Hardenberg. „Ich bin da oft spazierengegangen, die Burg, das war immer ein Begriff,“

Dann entdeckte er Pfingsten 1967 einen Zeitungsbericht mit der Überschrift: „Unbekanntes Bild von der Alten Burg plötzlich aufgetaucht“, dazu ein eindrucksvolles Foto. Wie in dem Artikel zu lesen ist, hatte der damalige Leiter des Kulturamtes in der Wohnung des Nevigeser J. Timmermann eine alte Negativ-Platte entdeckt, auf der die Ansicht der Burg zu erkennen ist.

„Als ich das Foto sah, dachte ich mir: Das musst du bauen“, erinnert sich Hofmann. Also sägte er Holz, klebte kleine Büsche, besuchte mit seiner Frau Marlies Burgen in ganz Deutschland. „An denen habe ich mich orientiert, und natürlich an dem Bild.“ Jetzt sucht er einen Platz, um seine Burg der Öffentlichkeit zu zeigen. „Vielleicht eine Schule, oder sogar im Schloss.“

Wenn sich eine Schule fände, wäre das eine prima Sache, meint Christoph Schotten, Leiter des Stadtarchivs. „Zum Verstauben ist das zu schade.“ Handele es sich doch um „ein wunderschönes Modell, das jegliche Phantasie zufrieden stellt“. Zusammen mit Museumsdirektor Dr. Ulrich Morgenroth hat der Historiker ein Modell der Burg für die Ausstellung rekonstruiert. Was einst mit der Negativ-Platte geschah, vermag Christoph Schotten nicht zu sagen: „Ich weiß nicht, wo die abgeblieben ist.“