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Hardenbergschule

Ja zur Gesamtschule

12.11.2010 | 19:14 Uhr
Ja zur Gesamtschule
Die Hauptschule Hardenberg in Velbert Neviges , aufgenommen am freitag den 12.11.2010, soll in eine Gesamtschule umgewandelt werden. Foto: Uwe Möller \ WAZ FotoPool

Neviges.Der fromme Wunsch aus den Reihen der Christdemokraten zum Thema zweite städtische Gesamtschule, eine entsprechende Initiative müsse schon von einer Schule selbst ausgehen, ist jetzt schneller als gedacht in Erfüllung gegangen

: Die Hardenbergschule will Gesamtschule werden.

Für die Umwandlung haben erst das Kollegium und in dieser Woche auch die Schulkonferenz der Ganztagshauptschule jeweils einstimmig votiert, wie Brigitte Preuß im Gespräch mit dieser Zeitung bestätigte. Die Diskussion im Kollegium habe nach der Oktober-Sitzung des Fachausschusses für Schule und Bildung begonnen, als dort die zunächst 14 Gesamtschul-Szenarien – WAZ berichtete – erörtert worden seien, so die Rektorin weiter: „Wir bekommen immer weniger Schüler. Trotz unseres hervorragenden Rufs in der weiten Umgebung. Und die Gesamtschule erhält immer mehr Zulauf.“ Zunehmend weniger Eltern gäben der Hauptschule den Vorzug, häufig in Unkenntnis der tatsächlichen Abschlussmöglichkeiten und oft auch nur wegen des „schrägen Rufs einiger weniger Hauptschulen“.

Vor diesem Hintergrund habe man zunächst im Kollegenkreis ausgiebig diskutiert, nach möglichem Alternativen geschaut, verschiedene Optionen ausgelotet, Für und Wider bewertet – und schließlich entschieden: „Ja zur Gesamtschule, aber nicht als eine Dependance“, zitiert Preuß (60), die die Hauptschule bereits seit elf Jahren leitet, den Beschluss. Eine weitere Bedingung: „Wir wollen unsere jetzigen Schüler so lange wie möglich behalten, damit sie auch ihre Abschlüsse machen können.“ Zudem möchten die Pädagogen am Waldschlößchen schnell eine Kooperation mit der Oberstufe (Sek II) eines Gymnasiums und/oder Berufskollegs eingehen, um den eigenen Schülern einen Übergang zu ermöglichen. Die vorhandene Immobilie biete genügend Platz für drei Züge, so Brigitte Preuß, hingegen seien vier Züge nur mit einem Anbau möglich.

„Wir müssten dort anbauen, aber natürlich nicht sofort“, meint Ulrich Stahl, demzufolge das NRW-Schulgesetz mindestens vier Parallelklassen bis zur Gesamtschulstufe 10 verlangt. Der zuständige Fachabteilungsleiter im Rathaus hält eine Umsetzung frühestens zum Schuljahr 2012/13 für möglich. Der Fachausschuss könne Anfang Dezember eine Vorentscheidung treffen, der Rat müsse über Auflösung und Neugründung beschließen, die Nachbarstädte müssten gehört und die Schulentwicklungsplanung überarbeitet werden. Erst dann könne man den Antrag bei der Bezirksregierung stellen. Und falls Investitionen fällig würden, müsse die Stadt nachweisen, dass Velbert sich diese wirklich leisten kann.

Klaus Kahle

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Kommentare
15.11.2010
21:31
Ja zur Gesamtschule
von DIE LINKE. Fraktion Velbert | #3

Von Seiten des Landes gibt es eine Zusage, neue Gesamtschulen, so beantragt, ohne Umschweife zu genehmigen. Das ist ein Federstrich. Sicher werden diverse organisatorische Fragen zu bewältigen sein. Aber dabei darf man nicht vergessen, dass die neue Gesamtschule auf einer bestehenden Schule mit deren Infrastruktur aufbaut. Eigentlich ist nicht nachzuvollziehen, warum die erste Klasse nicht schon im kommenden Schuljahr starten können soll.
Außerdem: Wenn man unseren Antrag vom Anfang des Jahres nicht bis nach der Sommerpause verschleppt hätte, könnte die Gesamtschule ohnehin längst am Start sein...

13.11.2010
09:17
Ja zur Gesamtschule
von sphinx | #2

Bereits zum nächsten Schuljahr könnten genug Gesamtschulplätze vorhanden sein. Lediglich die Verwaltung benötigt für die Abwicklung einen längeren Zeitraum, so dass die neue Gesamtschule erst ein Jahr später starten kann. Wo melden denn nun für das kommende Schuljahr Eltern aus Langenberg und Neviges ihre Kinder an, wenn diese eine Hauptschul- oder Gesamtschulempfehlung haben und an der Gesamtschule abgelehnt werden? Kann man die formalen Abläufe nicht beschleunigen?

12.11.2010
23:02
Ja zur Gesamtschule
von metropol | #1

Eine Schule erkennt die Realität und folgt dem Elternwillen. Eine Selbstverständlichkeit?
Wohl nicht, in einer Stadt, die als einzige im Hintertupfingerland eine neue Hauptschule baut, und sich dabei an fragwürdige Investoren bindet.
Der Schule meinen Respekt;
Der Stadtspitze den Wunsch nach baldiger Rückkehr in eine ideologiefreie Realität. Die Landes-CDU hat begriffen, dass sie mit ihrem bisherigen Modell nicht weiter kommt, Hintertupfingen braucht noch ein wenig...

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