In Velbert startet im Mai die Ausstellung „Meisterdiebe“

Machen wieder mal gemeinsame Sache und stellen eine hausgemachte Ausstellung auf die Beine: Dr. Ulrich Morgenroth (re.) und Reiner De Bruyckere.
Machen wieder mal gemeinsame Sache und stellen eine hausgemachte Ausstellung auf die Beine: Dr. Ulrich Morgenroth (re.) und Reiner De Bruyckere.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die nächste Sommerausstellung im Velberter Forum Niederberg rückt die „Gegenseite“ von Schloss und Beschlag in den Fokus. Nach den Osterferien beginnen die Aufbau-Arbeiten. Eröffnung ist Ende Mai.

Eigentlich ist Reiner De Bruyckere ja schon seit sieben Jahren im Ruhestand. Aber so richtig weg war der langjährige, nicht zuletzt als kreativer Geist geschätzte Mitarbeiter des Deutschen Schloss- und Beschlägemuseums seither nie von seiner alten Wirkungsstätte. Jetzt stellt er dort zusammen mit Dr. Ulrich Morgenroth die nächste Wechselausstellung auf die Beine. Gleich nach den Osterferien beginnt der Aufbau auf den derzeit leeren 110 Quadratmetern im Erdgeschoss des Forum Niederberg.

„Ich mache dabei den Ton und er das Bild“, erklärt der Museumsleiter die Art der Zusammenarbeit, nunmehr auf Honorarbasis. De Bruyckere habe das in Form gegossen und umgesetzt, was er sich ausgedacht habe. Und dann erzählt Morgenroth, dass er mindestens schon seit zehn Jahren mit der Idee schwanger gehe, endlich einmal die „Gegenseite“ von Schloss und Beschlag in den Fokus zu nehmen. Also diejenigen, die Schlösser und Sicherheitseinrichtungen knacken und überwinden. Das passiert nun – genauer: ab dem 29. Mai – bei „Meisterdiebe – von Robin Hood bis Ocean’s Eleven“. Geworben wird dafür mit einem auf einem Filmplakat anno 1913 basierenden Motiv, das einen das Forum überragenden Fantomas in Übergröße à la King-Kong zeigt.

Bei der Sommerausstellung, die in den großen Ferien mit Aktionen für Kinder einhergeht, wird die rechte Seite des Ausstellungsraums den Gentleman-Verbrechern und Co. gewidmet. Aufgebaut wie ein mit Flatterband abgesperrter Tatort. Die gegenüberliegende Seite ist für deren Gegenspieler reserviert. Mit Schreibtischen der „armen, zumeist chancenlosen Polizisten und Ermittler“ (Morgenroth).

Schneidbrenner wird noch gesucht

Der Mythos vom Meisterdieb sei ein fester Bestandteil der Volks- und Populärkultur, hat der Archäologe und Museumschef recherchiert. Die Geschichte reiche im Grunde zurück bis zum Grimmschen Märchen vom Meisterdieb. Allerdings seien Meisterverbrecher auch nur so lange als Volkshelden angesehen und als Gentleman-Verbrecher wohl gelitten, wie sie Menschen keine Gewalt antäten. Denn ihr Ehrenkodex sehe zwar vor, dass man Reiche und „böse Raffgierige“ bestehlen könne, aber eben auch, dass dabei niemand verletzt werden dürfe.

Die Ausstellung wird weitgehend Objekte aus dem Bestand wie selbst gefertigte Dietriche und Tresorschlösser zeigen. Als Leihgabe suchen die Ausstellungsmacher noch einen Schneidbrenner. Aber natürlich wird mit dem Thema auch gespielt. So gibt’s die Handschuhe mit Monogramm ebenso wie den sagenumwobenen Diamanten. Und, um Stimmung aufzubauen, zusammengeschnittene Sequenzen aus Film-Klassikern: Topkapi, Simon Temple etc.

Die Besucher würden was erleben und ihren Spaß haben, verspricht Morgenroth. Und natürlich sei das Ganze auch historisch belehrend: „Aber nicht erdrückend.“