In Velbert sind die Straßenflicker dauernd im Einsatz

Schlaglöcher fallen jetzt wieder ins Auge.
Schlaglöcher fallen jetzt wieder ins Auge.
Foto: dpa
Der Auto Club Europa und die IG Bau bewerben im Internet einen Schlagloch-Melder. gar nicht nötig, findet Arnd Sulimma von den Technischen Betrieben Velbert.

Sobald das Frühjahr Einzug hält und die Temperaturen langsam klettern, treten sie zutage – die hässlichen Löcher in unseren Straßen. Sie schaden nicht nur den darüber rauschenden Verkehrsteinehmern, sondern machen auch, werden sie nicht geflickt, systematisch die ganze Straße kaputt. Um diesen Gefahren entgegenzuwirken, fordert die IG Bau gemeinsam mit dem ACE (Auto Club Europa) eine „Asphalt-Therapie“ für Mettmanns Kreisstraßen. Darüber hinaus bewerben beide einen kreisweiten Schlaglochmelder im Internet.

Nur kränkelnde Straßen gefährdet

„Das bringt nicht viel übers Internet, den gibt es dort doch schon länger“, meint sich Arnd Sulimma zu erinnern. Viel lieber ist es dem Sachgebietsleiter für den Bereich Straßen der Technischen Betriebe (TBV), wenn die Bürger direkt für ihre Stadt anrufen. „Wir freuen uns über jede Mitteilung in unserem Servicecenter“, versichert er.

Warum gerade jetzt viele Schlaglöcher ins Auge fallen, kann der Diplom-Ingenieur genau erklären: „Der Wechsel zwischen Frost und Tauwetter ist verantwortlich für die Entstehung. Wasser hat die Eigenschaft, sich bei 4 Grad auszudehnen. Gelangt es über einen Riss in die Straße und gefriert, dehnt sich der Hohlraum bei steigenden Temperaturen weiter aus. Wenn dann noch die Belastung durch darüber fahrende Autos hinzukommt, entstehen kaputte Straßen.“

Aufgrund des sehr milden Winters sei die Lage auf Velberts Straßen bisher aber nicht dramatischer als sonst. Und das von IG Bau und ACE geforderte wache Auge kann Sulimma auch längst präsentieren. „Wir haben vier Straßenbegeher im Einsatz, die ständig den gesamten Verkehrsraum kontrollieren. Die gucken, ob die Schilder in Ordnung sind, ob von privaten Grundstücken nichts rüber ragt. Als eine ihrer Hauptaufgaben haben sie die Überwachung des Straßenzustands, der Wege und Radwege. Werden wir fündig auf Velberter Straßen, stopfen wir die Löcher provisorisch mit Kaltasphalt.“

Frost- und Tauwetter könne im übrigen nur kränkelnden Straßen etwas anhaben. „Gesunden Straßen macht ein Winter nichts aus.“ In einem guten Zustand wähnt Sulimma zumindest die Hauptstraßen in Velbert. „Wir haben viel Straßen mit leichten Schädigungen, das ist ja auch eine Geldfrage“, macht er deutlich, „ein Straßenneubau kostet pro Quadratmeter 140 Euro, die Erneuerung nur der Decke zwischen 30 und 40 Euro. In Velbert gibt es eine Straßenfläche von ungefähr zwei Millionen Quadratmetern. Um die Straßen zu reparieren, stehen jährlich etwa eine Million Euro für die Straßenunterhaltung zur Verfügung.“ Mit dem Reparieren der Straßen haben seine Mitarbeiter alle Hände voll zu tun, dementsprechend antwortet er auf die Frage, wie viele Löcher sie denn so jährlich zumachen: „Wir zählen nicht, wir stopfen lieber.“