In Velbert fehlen bald Kita-Plätze im Bereich Oberstadt

Die noch recht neue Kolping-Kita „Farbenspiel“ hat Platz für insgesamt 62 Mädchen und Jungen; zwölf von ihnen sind jünger als drei Jahre.
Die noch recht neue Kolping-Kita „Farbenspiel“ hat Platz für insgesamt 62 Mädchen und Jungen; zwölf von ihnen sind jünger als drei Jahre.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Stadtweit hat sich die Versorgungssituation im laufenden Kindergartenjahr gegenüber 2013/14 leicht verbessert. Fachverwaltung zeigt zwei Wege auf, die nötigen Kapazitäten in Velbert-Mitte zu schaffen. Ca. 80 Plätze werden dort gebraucht.

Velbert..  Die gute Nachricht lautet: Mit Start des derzeit laufenden Kindergartenjahres 2014/15 konnte vor Ort allen Eltern, die bei der Stadt rechtzeitig ihren Bedarf angemeldet hatten, auch eine Betreuung vermittelt werden. Das könne bei unter Dreijährigen natürlich auch eine Tagespflege sein, erklärt Ingrid Treitz (Jugendhilfeplanung). Auf jeden Fall habe es in Velbert keine Klagen auf einen Kita-Platz gegeben, so wie in einigen anderen Städten geschehen. Man habe mittlerweile das alles fast gänzlich umgesetzt, was in 2008 geplant worden sei, und man habe auch alle Landesmittel ausgegeben.

Allerdings zeichnet sich ab dem Kindergartenjahr 2016/17 eine Unterversorgung für über Dreijährige ab. Und zwar in Velbert-Mitte, hier vor allem im so genannten Sozialraum Oberstadt. Dort dürften dann voraussichtlich ca. 80 Plätze fehlen. „Das ist eine große Einrichtung“, erläutert der zuständige Abteilungsleiter Jürgen Mutz die Dimension. Der Grund für den zu erwartenden Engpass sei weiterhin die Schulrechtsänderung aus 2011. Sie habe letztlich zur Folge, dass Kinder später eingeschult würden, als dies 2008 – damals wurden die Entscheidungen zum U 3-Ausbau getroffen – gesetzlich geregelt gewesen sei. De facto bleiben somit die Kleinen deutlich länger in der Kita – und blockieren Plätze.

Frage nach der Wirtschaftlichkeit

Stadtweit betrifft das 160 Jungen und Mädchen. Ca. 60 von ihnen können in Neviges und Langenberg mit den vorhandenen Kapazitäten betreut werden, in Velbert-Mitte jedoch lediglich etwa 20. Die Fachverwaltung sieht in ihrer aktuellen Fortschreibung der Bedarfsplanung für die „Tagesbetreuung von Kindern“ hierfür zwei Alternativen: Weiterführung der Gebäude der Kita Am Lieversholz und der ehemaligen Kita St. Paulus (Am Hardenberger Hof). Oder aber Neubau und Betrieb einer Kita „auf einem noch zu findenden Gelände“. Beide Wege werden, nicht zuletzt auch unter dem Aspekt ihrer Wirtschaftlichkeit, noch geprüft.

„Das Ganze hätte bei weiter sinkenden Kinderzahlen leichter kompensiert werden können“, sagt Jürgen Mutz. Fakt ist jedoch: Der Rückgang der Kinderzahl verlangsamt sich mittlerweile. Das mache zwar Arbeit und fordere auch alle Beteiligten findet Ingrid Treitz, sei aber doch eigentlich eine schöne Entwicklung. Denn es gebe in der Schlossstadt (relativ) wieder mehr Kinder und überdies auch noch Zuzüge von Familien mit Kindern.

Im zurückliegenden Jahr sind mit der kath. Kita „An St. Paulus“ und der Kolping-Kita „Farbenspiel“ zwei neue Einrichtungen in Betrieb gegangen (WAZ berichtete). Im aktuellen Kindergartenjahr beträgt die Versorgungsquote stadtweit für unter Dreijährige 43 Prozent; für Kinder bis hoch zu sechs Jahren liegt sie gar bei 99 Prozent. „Nicht jeder hat die Wunsch-Kita gekriegt“ sagt Mutz, „aber wir bemühen uns immer um eine für die Eltern zufriedenstellende Lösung.“