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In Velbert dreht sich das Umzugskarussell

12.01.2016 | 06:00 Uhr
In Velbert dreht sich das Umzugskarussell
Das Herrichten der ehemaligen Berufsschule an der Lindenstraße für den neuen Zweck kostet insgesamt 150 000 Euro.Foto:Alexandra Roth

Velbert.   Alte Berufsschule an der Lindenstraße wird neue Unterkunft für bis zu 250 Flüchtlinge. Etliche Musikschüler und rund 3000 VHS-Teilnehmer werden deshalb jetzt an anderen Standorten unterrichtet.

An der Lindenstraße wird aus der in den 60ern errichteten Berufsschule eine weitere kommunale Flüchtlingsunterkunft mit bis zu 250 Plätzen. Dieser Schritt kostet die Stadt – in Relation zu dem Aufwand für andere Unterkünfte vor Ort – die vergleichsweise überschaubare Summe von 150 000 Euro. Das liegt nicht zuletzt daran, dass an den Räumen und Grundrissen vorsichtshalber nichts verändert wird. Neu sind lediglich die Sanitäranlagen im Kellergeschoss und die Brandmeldeanlage.

Allerdings hat die künftige Nutzung beträchtliche Auswirkungen auf den Lehr-Betrieb der Musik- & Kunstschule sowie der Volkshochschule, die das fünfstöckige Gebäude bisher unterschiedlich intensiv (mit-)genutzt haben.

Das Team vom Immobilienservice der Stadt hat nicht lange gefackelt, hat sich gleich nach dem Ratsbeschluss von Anfang Dezember zur Schaffung weiterer Kapazitäten zwecks Unterbringung von Flüchtlingen an die Arbeit gemacht. Und hat sich die Halle III Am Lindenkamp (s. nebenstehenden Text) und die Lindenstraße 3 vorgeknöpft. Letztere soll wohl Anfang Februar bezugsfertig werden.

Die Belegung, etwa jeweils zehn Menschen pro Klassenraum, wird Andreas Sauerwein zufolge maßgeblich davon abhängen, welche Flüchtlinge die Bezirksregierung zuweist. Velbert habe bisher stets ausdrücklich um Familien gebeten.

Allerdings: Eventuell wird das Gebäude künftig wieder für den Schulbetrieb gebraucht, nämlich als Ausweichquartier für die Realschule Kastanienallee. Das hänge davon ab, so der Fachbereichsleiter, wie sich die Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen entwickelten. Nach den Sommerferien werde man da mehr wissen.

Flügel steht jetzt im Ex-Theatercafé

Die Musik- & Kunstschule war vor allem mit Bläsern und ihrer Bigband an der Lindenstraße. Insgesamt seien etwa 110 Jungen und Mädchen betroffen, schätzt Leiter Frank Eerenstein. Ihr Unterricht findet nunmehr schon seit Jahresbeginn im Hauptgebäude Kaiserstraße, nach Schulschluss in der Realschule Kastanienallee und in Sachen Klavier im ehemaligen „La Granada“ (vormals „Theatercafé“) statt: „Ein phantastischer Raum.“

Die VHS hat’s weitaus massiver getroffen: Laut Direktor Rüdiger Henseling geht’s um rund 3000 Teilnehmer und 300 Kurse. Viele laufen jetzt u. a. an der Nedderstraße, in Langenberg und im Sportzentrum. Ein „Highlight“ seien die neuen, sehr schönen Räume in der Martin-Luther-King-Hauptschule. „Dass ich das noch erleben darf“, habe so mancher Dozent gesagt.

Halle ist fast schon bezugsfertig

Die Betten stehen bereit, Messebau-Elemente dienen als Trennwände, teilen die unterschiedlichen Bereiche voneinander ab: Bis auf die noch fehlende Sanitäranlage ist die Halle III Am Lindenkamp „im Grunde schon bezugsfertig“, sagt Andreas Sauerwein. Sollten der Stadt bereits in Kürze neue Flüchtlinge zugewiesen werden, so der Chef des Fachbereichs Immobilienservice weiter, könne man vorübergehend die alten Anlagen der Technischen Betriebe Velbert (TBV) benutzen, denen besagte Halle gleich hinter dem ehemaligen Baudezernat auch gehört.

Sie wurde bis zu deren Umzug nach Wuppertal von der Firma Columbus McKinnon (vormals Yale) genutzt und wird nun als kommunale Unterkunft für bis zu 550 Menschen hergerichtet. Sauerwein zufolge kostet das 900 000 Euro, ist diese neue Unterkunft für die Dauer von etwa drei bis fünf Jahren ausgelegt. Es werde nach ihrer Belegung eine ständige Fluktuation geben, weil sich die neu angekommenen Menschen dort jeweils nur „wenige Wochen oder Monate“ aufhalten sollen.

Die Halle III – die beiden benachbarten I und II werden nicht tangiert, um die „Vermarktungschancen“ der TBV-Immobilie „nicht komplett zu blockieren“ – ist nach Angaben der Verwaltung ein wesentlicher Baustein in dem Bemühen, möglichst keine Sporthallen mehr nutzen zu müssen. Darüber hinaus ist man nach wie vor bestrebt, recht viele Flüchtlinge in Wohnungen unterzubringen.

Klaus Kahle

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2016-01-12 06:00
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