In der VG ist das Spuckbecken nun Geschichte

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Was wir bereits wissen
Nach über 40 Jahren hat die Vereinigte Gesellschaft ihre Toiletten von Grund auf renovieren lassen. Hochmodernes trifft jetzt auf Altehrwürdiges – edel ist beides.

Langenberg..  Nein, über Geld mag man nicht sprechen: „Aufwändig und angemessen“ sei sie ausgefallen – die Sanierung und Modernisierung der beiden Toilettenräume im Untergeschoss des Hauses an der Hauptstraße 84. Mehr aber lassen sich Rolf Schöttker, amtierender Direktor der Vereinigten Gesellschaft zu Langenberg, und Roland Fischer, der sich seit Jahren um die Bausubstanz des altehrwürdigen Hauses nicht entlocken.

Genügt aber doch bereits ein Blick aufs edle Ambiente der Räume, um schnell festzustellen, dass in den beiden Toiletten bestimmt der Gegenwert einer Mittelklasselimousine verbaut worden sein dürfte. Edles Feinsteinzeug als Bodenbelag, Waschtische aus Marmor, dezent in grau gehaltenes Naturholz an den Trennwänden der einzelnen Nasszellen: Man hat nicht gegeizt bei der ersten Sanierung dieser Räume seit über 40 Jahren.

Hochmodernes trifft auf Altehrwürdiges

„Irgendwann in den 70-er Jahren“, überschlägt VG-Mitglied Roland Fischer, der sich seit Jahren um den Erhaltung und Instandsetzungsarbeiten an dem Gebäude kümmert, seien die Toiletten wohl das letzte Mal saniert worden. Und so setzen sich die neugestalteten Räume auch deutlich von der alten Bausubstanz ab. Hat man doch gar nicht erst versucht, die Toiletten im alten Baustil zu renovieren. In Edelstahl und kühlem Grau präsentieren sich die Toiletten nun – Hochmodernes trifft auf Altehrwürdiges, wobei auch die neuen Räume in edlem Glanz erstrahlen.

Nur Handwerker aus der Region

Dreieinhalb Wochen hat der komplette Umbau der beiden Räume gedauert. Wobei man in allen Gewerken auf heimisches Know-how setzte: „Wir haben für alle Arbeiten nur Firmen aus der Region beauftragt“, berichtet Fischer. Und die gingen bei der Arbeit sogar regelrecht auf Schatzsuche. So wurde beispielsweise eine alte Mauernische wieder geöffnet, deren kunstvoll geschwungener Bogen – was für ein architektonische Sakrileg – bei einer früheren Renovierung kurzerhand zur Hälfte zugemauert worden war.

Eine extra Nasszelle für die Braut

Bei vielen der nun erfolgte Modernisierungsarbeiten ließ man sich jedoch nicht allein von ästhetischen, sondern auch von ganz praktischen Überlegungen leiten. So erhielt die Damentoilette eine extra breite Nasszelle, in der man nicht nur mit einem üppig geschnitten Brautkleid ausreichend Platz findet, sondern sich auch noch ausgiebig in einem bodentiefen Spiegel betrachten kann. Eine Konzession an den Umstand, dass in der VG heute ja auch so genannte „Eventhochzeiten“ stattfinden.

Speibecken verschwand ersatzlos

Ein Relikt längst vergangener VG-Tage allerdings wird man künftig vergeblich suchen: das Speibecken, in das man sich in der Herrentoilette nach allzu ungestümem Weingenuss formvollendet zu erbrechen wusste. Das oft auch despektierlich als „Kotzschale“ bezeichnete Gefäß wurde ersatzlos entfernt. Es sei aber, berichten Schöttker und Fischer unisono, ohnehin seit mindestens 20 Jahren nicht mehr benutzt worden.