In der Kita „Lila Luftballons“ fühlen sich auch Eltern wohl

Wir müssen leider gehen: Größere Kinder, die in die Schule kommen, werden bei „Lila Luftballon“ mit einem Sommerfest verabschiedet.
Wir müssen leider gehen: Größere Kinder, die in die Schule kommen, werden bei „Lila Luftballon“ mit einem Sommerfest verabschiedet.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
„Lila Luftballons“ hat Geburtstag: Seit 30 Jahren besteht die private Kita, die 1985 von einer Elterninitiative gegründet wurde. Die Eltern engagieren sich auch heute noch, wie etwa beim Küchendienst

Schmucke Reihenhäuser, eine landschaftlich tolle Umgebung, viel Platz zum Spielen. Es waren vor allem junge Familien, die Mitte der 80 Jahre in das Neubaugebiet Auf den Pöthen zogen. Viele Kinder, aber kein Kindergarten weit und breit – was nun? Eine Handvoll Eltern krempelte die Ärmel hoch, schloss sich zur Elterninitiative „Lila Lu“ zusammen und riefen eine Kita ins Leben.

Ein Aushang beim Kinderarzt

Die „Wehen“ von „Lila Luftballon“ setzten im Wartezimmer des Kinderarztes Dr. Jürgen Marckwort ein: „Da hing ein Aushang: Wir suchen interessierte Eltern für eine Elterninitiative“ erinnert sich Annegret Wilmanns (62), eine der Mitbegründerinnen. Die fünffache Mutter handelte sofort: „Ich habe noch abends bei Familie Hayn angerufen.“ Ein Gebäude für die gewünschte Kita war schon ins Auge gefasst, „Weinmanns und Kittes haben den Mietvertrag unterschrieben.“ Den Vertrag für jenes 120 Quadratmeter großes Reihenhaus an der Krahnheide 26, durch das heute 21 Kinder tollen, sich mittags ausruhen. „Wirklich, so viele? Wir durften damals nur 15 aufnehmen,“ sagt Annegret Wilmanns in die „lila“ Runde. Neben Kita-Leiterin Nicole Rosenberger und den Erzieherinnen Claudia Oestereich und Brunhilde Kreter gehört noch eine jährlich wechselnde Praktikantin zum Team.

Einiges hat sich geändert in den 30 Jahren, viel Bewährtes ist geblieben. Damals wie heute kochen die Eltern selbst. „Jede Familie ist einmal im Monat dran, bei zwei Kindern zweimal“, so die Kita-Leiter. Wer die Kochbeteiligung zeitlich nicht schafft, zahlt 50 Euro zusätzlich im Monat. Was gekocht wird, steht jedem frei, man muss sich nur an die Grundregeln halten, die auf dem Zettel im Flur aufgelistet sind, in den Sparten„mindestens“ und „höchstens“: Zum Beispiel gibt’s mindestens zwei mal vegetarisch, höchstens zwei mal Nudeln. Dazu Rohkost. Annegret Wilmanns lacht. „Die Nudel-Diskussion hatten wir damals schon. Kinder wollen Nudeln, immer.“ Überhaupt sei viel diskutiert worden: „Nehmen wir nur Holzspielzeug, gar kein Plastik? Welcher Erziehungsstil? Anti-Autoritär war ja gerade vorbei.“ Was alle bis heute lieben: Die herzliche, familiäre Atmosphäre.