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Ruhr 2010

Im Schatten ist Licht

18.06.2010 | 19:24 Uhr
Im Schatten ist Licht
Im Geschwister-Scholl-Gymnasium in Velbert Birth wurde am Freitag den 26.2.2010 das Stück Menschenschattenspiel von Schülern der Schule vorgestellt. Das Stück soll im Rahmen der Rur 2010 in Essen aufgeführt werden. Foto: Uwe Möller WAZ FotoPool

Eine Weltpremiere. Das Menschen-Schattentheater erschließt völlig neue Dimensionen. Und das alles Made in Velbert. Extra für die Ruhr 2010.

Rund 50 Schüler/innen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, querbeet durch fast alle Jahrgangsstufen, sind auserwählt, den einzigen Velberter Beitrag zur Kulturhauptstadt bieten zu dürfen. Sie präsentieren am 5., 6. und 7. November „Stationen eines Lebens“ als Schattentheater in der Essener Marktkirche. Die Besonderheit: Sie nutzen den blauen Glaskubus der Kirche als Leinwand. Der Zuschauer sitzt im Gotteshaus, während das Schattenspiel von der Bühne eines weißen Pavillons draußen vor dem Glaskubus aufgeführt wird. Gerd Haehnel, Lehrer, Autor, Regisseur und Schattenspiel-Experte, weiß um die technische Herausforderung, ist überzeugt, „dass diese Inszenierung absolut einmalig ist“. Reiner Reusch, Leiter des Internationalen Schattentheaters in Schwäbisch Gmünd, dazu: „Die Bespielung einer Kirche von außen; das hat meines Wissen nach noch keiner gemacht.“

Für die Einmaligkeit sprechen schon die 16 einzelnen Akte, die – angelehnt an die Entwicklungspsychologie Erik H. Eriksons – das Leben von der Geburt bis zum Tod spiegeln. Eine große Lampe wird geboren, die einen weißen Schatten produziert. Da ist die Loslösung von den Eltern, der Abschied vom Bobby-Car. Da sind die fröhlichen Alten beim Tanz der Rollatoren. Da ist der Herzschlag, sichtbar gemacht durch ein rotes Blinklicht auf der Leinwand. Ein junger Mensch, eine überdimensional große Flasche Schnaps. Der Schnaps siegt, der Jugendliche fällt.

Und da ist die Großmutter im Schaukelstuhl, Strümpfe strickend mit ihrem wahren Lebensbegleiter, dem Teddybär aus Kindertagen, an ihrer Seite. Da ist auch der Massenaufmarsch der Nazis im Dritten Reich. Und dann ein Foto der Geschwister Scholl. Die Botschaft: „Sag nein.” Und da sind Freude, Glück und Hochzeit.

Haehnel: „Noch haben die Stücke nur Arbeitstitel.“ Doch nicht mehr lange. Visuelle und akustische Akzente unterstützen die Dramaturgie. So wird kein Moderator hörbar ankündigen, sondern der Titel des nächsten Akts in Sandschrift sichtbar gemacht. Namhafte Künstler mischen mit. So Norbert Then (www.kunstklaerwerk.de) kreiert 16 Schattenobjekte, die eingeblendet werden. Frieder Paasche, Gründer und künstlerischer Leiter des weltberühmten Schattentheaters „Vagantei Erhardt“ in Hannover, übernimmt Bühnentechnik und Spezialeffekte. Die Akte werden zu einem Gesamtwerk zusammenfließen, untermalt von Musik, zum Teil live gesungen, Licht-Installationen und Schattenobjekt-Präsentationen. Karten im Vorverkauf gibt es erst nach den Sommerferien. Informationen im Internet unter www.menschenschattenspiel.de und auch www.gsgvelbert.de

Ellen Wiederstein

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