Im Nadelöhr
20.08.2010 | 19:30 Uhr 2010-08-20T19:30:00+0200
Velbert.Seit Donnerstag geht es auf der B 227 nur noch einspurig in Richtung Velbert: In Höhe der Anschlussstelle Hetterscheidt-Nord hat der Landesbetrieb Straßenbau NRW wie angekündigt damit begonnen, eine Baustraße anzulegen.
Sie wird an die Bundesstraße angebunden und soll in Richtung A44-Trasse führen. Auf dem Weg dorthin muss ein neuer RWE-Strommast errichtet werden, damit die Überlandleitungen nicht zu tief hängen für das erste große Bauwerk der geplanten Autobahn: die Talbrücke Ganslandsiepen auf Wülfrather Stadtgebiet.
Grünes Licht für die Bagger an der B 227 war kurzfristig von der Bezirksregierung gekommen: durch so genannte Besitzeinweisungen – eine Vorstufe der Enteignung. Denn ein Eigentümer und ein Pächter hatten in letzter Minute ihre Einwilligung zum Verkauf benötigter Grundstücke verweigert. Doch nicht nur an dieser Stelle haben die Autobahnbauer mit Problemen zu kämpfen: Gegenwind kommt auch aus dem Beirat der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises. Der sollte am Mittwoch den zeitweisen Ausbau der Wülfrather Straße in Heiligenhaus und des Heiligenhauser Wegs in Wülfrath sowie deren Nutzung als Baustraßen zur A 44 genehmigen – und vertagte sich in dieser Sache.
Die beiden kleinen Straßen sollen für die Bauphase von zwei Jahren von drei auf fünf Meter verbreitert werden, um den Baustellen-Verkehr zu den Widerlagern der geplanten Talbrücke Ganslandsiepen sicherzustellen. Teils führen sie allerdings durch Landschaftsschutzgebiet.
Der Beirat will nun prüfen lassen, ob die Bauten nicht über die künftige Autobahntrasse erschlossen werden müssen und somit auf den Ausbau dieser Straßen verzichtet werden könnte.
Durch die Vertagung der Beiratsentscheidung gerät der Landesbetrieb Straßenbau NRW unter Zeitdruck.
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