„Im Juli 2015 wird wieder eröffnet“
31.08.2012 | 19:29 Uhr 2012-08-31T19:29:00+0200
Langenberg. Vor fünf Jahren lag er falsch – gestern nannte Bürgermeister Stefan Freitageinen neuen Fertigstellungstermin für Langenbergs Bürgerhaus
Es war ein Ringen darum, Fehler einzugestehen, ohne Schuldige dafür benennen zu müssen. Eines aber machte Bürgermeister Stefan Freitag sehr deutlich, als er gestern im Baubüro im Kreiersiepen die aktuellen Kosten- und Zeitpläne für die Bürgerhaus-Sanierung vorstellte: Es ist einiges falsch gelaufen in den vergangenen sechs Jahren, seitdem das Bürgerhaus 2006 geschlossen wurde. „Ohne irgend jemanden desavouieren zu wollen, muss man feststellen: Es wäre besser gewesen, wenn man in der Vergangenheit besser hingehört hätte, wenn man dem einen oder anderen Hinweis nachgegangen wäre“, erklärte Freitag unumwunden.
„Das ist nicht alles optimal gelaufen, vor allem in der Kommunikation“, so der Bürgermeister, der allerdings auch versicherte: „Schwerwiegende technische Fehler wurden nicht gemacht.“ Stattdessen seien aus Erkenntnissen, die man erst nach und nach während der Sanierungsarbeiten gewonnen habe, zum Teil falsche Schlüsse gezogen worden. Dass dann im April mit Bauingenieur Björn Dröscher ein neuer Mann die Projektleitung für die Sanierung von Schloss Hardenberg und des Bürgerhauses antrat, habe man zum Anlass genommen, „wichtige Entscheidungen im Bauablauf noch einmal zu überdenken“.
Neuer Mann mit alten Ideen
Mit frappierenden Ergebnissen. So wurde das Mammutvorhaben, an der Bürgerhausfront einen 40 Meter langen, bis zu zehn Meter tiefen und sechs Meter breiten Graben zur Trockenlegung des Fundaments auszuheben, inzwischen aufgegeben. Dröscher hatte sich auf anderes besonnen: Nämlich die uralte Entwässerungslösung der Bauherren, die bei einer fehlerhaften Sanierung in den 60-er bzw. 70-er Jahren zerstört worden war, mehr oder minder originalgetreu nachzubauen.
Was die Bürgerhaussanierung allerdings nicht billiger machen wird. Im Gegenteil: Drei Gründe nannte Freitag, warum die Kosten nach den neuesten Berechnungen sogar von rund 14 noch im Jahr 2010 veranschlagten auf nun über 18 Mio. Euro klettern werden: „Pfusch am Bau“ bei Errichtung der Hauses vor fast 100 Jahren, vor allem aber bei den ersten großen Sanierungsarbeiten vor 40 Jahren; dass es zweitens sechs Jahre gedauert habe, bis die Stadt 2009 endlich die Genehmigung zum vorzeitigen Beginn der Maßnahme erhalten habe, ohne den Verlust von Fördermitteln befürchten zu müssen. „Und dann geschah, was ein Fußballer mal so ausdrückte: Zunächst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech hinzu“, erinnerte Freitag an die Insolvenz des mit den Dacharbeiten beauftragten Unternehmens – „eines der wichtigsten Gewerke“, wie der Bürgermeister betonte. Was etliche Neuausschreibungen und Umplanungen erforderte – und wegen der zeitlichen Verzögerungen mit einem rund dreiprozentigen Aufschlag auf die inzwischen gestiegenen Handwerkerpreise, vor allem aber mit Baupreissteigerungen von etwa zehn Prozent in den technischen Gewerken zu Buche schlug.
Doch auch eigene Fehler räumte Freitag ein. Beispielsweise, dass er 2007 erklärt hatte, das Bürgerhaus bereits 2009 wieder eröffnen zu wollen. „Gegen den Rat aller meiner Fachleute“, habe er diese Prognose gewagt. Die allerdings rieten ihm nun nicht mehr ab, wenn er jetzt erneut einen Termin nenne: „Am 1. Juli 2015 wird wieder eröffnet“, versprach der Bürgermeister.
Zum jetzigen Zeitpunkt wurden seine Mitarbeiter bei der Bezirksregierung Düsseldorf vorstellig. Fristgerecht, nämlich am Stichtag, reichten sie dort den Antrag ein, neben den bisher zugesagten bzw. bereits geflossenen knapp 10 Mio. Euro, in den folgenden vier Jahren weitere 2,334 Mio. Euro für das Bürgerhaus bereitzustellen.
16:49
Natürlich nicht ... aber wer soll sich 2015 schon an einen Herrn Freitag erinnern?
17:21
ha ha ha - wetten nicht?
13:02
Ja, die Langenberger heulen über den Niedergang ihrer Stadt. Es ist traurig wie mit welchem Dilettantismus die Renovierung des Bürgerhauses angegangen wurde.
Die 18 Millionen werden mit Sicherheit noch auf 20 Millionen anwachsen, was den Aussagen des Bürgermeisters zu entnehmen ist.
Für die Unwissenden, wir Langenberger möchten wieder vernünftig in unserer Stadt einkaufen. Die amateurhaft durchgeführten Sanieungsmaßnahmen hatten zur Folge, dass die Infrastruktur so sehr gestört wurde, dass viele Geschäfte schlossen, weil die Umsätze stark zurückgegangen waren. Auch Langenberger müssen die Geschäfte beim Einkauf vernünftig erreichen können.
Und wäre Velbert eine Stadt geworden, würden sich die Velberter auch an Gebäuden wie Bürgerhaus, Schloß Hardenberg, Nizzabad oder den Altstädten in Langenberg oder Neviges erfreuen.
Die Frage:"Wie kann man 18 Mio Euro in so ein Gebäude versenken?" drückt schon alles aus. In Velbert wäre sogar der Eifelturm abgerissen worden!
23:11
Wie kann man 18 Mio Euro in so ein Gebäude versenken?
Und dann heulen etliche Langenberger noch rum, in Mitte würde verprasst und in den andren beiden Stadtteilen alles zusammengespart.