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Illegale Gewehre noch bis Silvester abgeben

29.12.2009 | 13:50 Uhr
Illegale Gewehre noch bis Silvester abgeben

Neviges. Noch bis Silvester ist die Abgabe illegaler Gewehre, Munition und mittlerweile verbotener Gegenstände straffrei. Danach drohen strafrechtliche Ermittlungen. An die 1200 Waffen sind schon bei der Kreispolizei Mettmann abgegeben worden. Die geänderten Vorgaben betreffen auch Sportschützen.

Die Zeit drängt. Wer beim Aufräumen mittlerweile verbotene Andenken aus früheren Urlauben oder Opas alte Waffensammlung gefunden hat, die auch noch nicht registrierte Exemplare enthält, sollte sich beeilen. Übermorgen endet die Frist, in der illegale Waffen straffrei abgegeben werden können. Das betrifft nicht nur Schusswaffen, sondern auch Munition und sogenannte „verbotene Gegenstände”.

Rund 1200 illegale Waffen lagern inzwischen bei der Polizei in Mettmann.

Rund 1200 Waffen sind laut Frank Sobotta bisher innerhalb der Amnestie bei der Kreispolizei in Mettmann abgegeben worden. „Bei den verbotenen Gegenständen sind das zum Beispiel Stahlruten, Totschläger, Schlagringe, Wurfsterne, Präzisionsschleudern oder bestimmte Springmesser”, zählt der Pressesprecher auf. „Es sind aber auch welche dabei, die die meisten nur aus alten Filmen kennen. Morgensterne etwa.” Bei Vielem, das früher gehandelt wurde, ist mittlerweile schon der Besitz verboten.

Verschärfte Anforderungen

„Zehn bis fünfzehn Prozent der bisher abgegebenen Waffen sind illegale”, erklärt Sobotta. „Die anderen sind registrierte Waffen, die jemand genehmigt bekommen hat.” Aber auch sie können überflüssig werden. „Wenn der Eigentümer verstirbt, konnte man die Waffen bisher erblich übernehmen und zumindest besitzen. Das Gesetz wurde aber verschärft und sie müssen unbrauchbar gemacht werden.” Vielen ist das zu teuer für ein Andenken. Hinzu kommen die verschärften Anforderungen für das Unterbringen von Waffen. Statt neue Tresore zu kaufen, geben viele Besitzer die Waffen lieber ab.

Die geänderten Vorgaben betreffen auch Sportschützen. „Alles ist teurer geworden und der Aufwand ist sehr groß. Letztens haben wir zwei Sachen abgekauft von Leuten, die sich keinen neuen Waffenschrank anschaffen wollten. Der war ihnen zu kostspielig”, erklärt Klaus Walter Peters. Zu nicht registrierten Waffen sagt der Vorsitzende des Hardenberger Schützenvereins: „Illegale können wir uns gar nicht erlauben. Wenn man damit erwischt würde, wären alle weg.” Auch in der Kreisjägerschaft Düsseldorf und Mettmann kaufen sich die Mitglieder gegenseitig nicht mehr benötigte Waffen ab. „Dass Jäger ihre Waffen bei der Polizei abgeben, um sie unschädlich zu machen, bemerken wir nicht”, sagt Manfred Carl Seibel, Sprecher der Kreisjägerschaft. „Unabhängig von den neuen Regelungen kommt es aber regelmäßig vor, dass Jäger ihre Bestände überprüfen und den tatsächlichen Bedürfnissen anpassen. Sie behalten nur die, die sie wirklich brauchen. Wir werden dann häufig angesprochen, ob wir ihre Waffen kaufen wollen.” Oft würden die weiterverkauft an Jungjäger.

Auch Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg

Der Polizei geht es bei der Amnestie vor allem um die ihr nicht bekannten Waffen. Solche bespielsweise, die vor Jahren im Ausland frei erworben, aber nie registiert wurden. „Die hätten wir gerne. Und auch die, die Opa aus dem Zweiten Weltkrieg mitgebracht hat”, verdeutlicht Sobotta. Viele seien froh, dass sie nun wüssten, wohin mit den alten Waffen. Was gebracht wird, ist enorm: „Das muss man sich bildlich vorstellen. Alles, was je gebaut wurde, taucht auf.” Bis zum 31. Dezember diesen Jahres können die illegale Waffen noch straffrei bei allen Polizeidienststellen abgegeben werden. Danach drohen wieder strafrechtliche Ermittlungen.

Astrid Stolberg



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