Hundebeißerei in Velbert wird vor Gericht nicht verhandelt

Thomas Goldberg und seine Hündin Lisa, die von einem anderen Hund gebissen wurde.
Thomas Goldberg und seine Hündin Lisa, die von einem anderen Hund gebissen wurde.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Richterin am Amtsgericht in Velbert hatte Verjährungstermin bei Strafsache übersehen, bei der ein aggressiver Dackel die Mischlingshündin Lisa angefallen und verletzt hatte.

Vor dem Amtsgericht Velbert ist ein Prozess gegen eine Hundehalterin aus Birth wegen einer Beißerei auf einer Auslauffläche überraschend ohne Bußgeld zu Ende gegangen – mit einer bitteren Entschuldigung ausgerechnet der Richterin vor allen Beteiligten: „Die mutmaßliche Tat ist seit einer Woche verjährt. Ich hatte das einfach nicht auf dem Schirm.“

Fellfetzen zwischen den Zähnen

Eigentlich hätte es um Mischlingsdame Lisa (15) gehen sollen. Sie war laut Staatsanwaltschaft am 29. April vor zwei Jahren nahe der Straße Zur Abtsküche von einem Dackel angefallen und verletzt worden. „Der hatte sogar Fellfetzen von ihr zwischen den Zähnen“, bestätigte Lisas Herrchen Thomas Goldberg (42) dieser Zeitung. Das Mitgefühl ist ihm immer noch anzumerken. Seine Frau habe die Dackelhalterin angezeigt, die ihren Hund womöglich unachtsam von der Leine gelassen haben könnte.

Laut Goldberg soll der Dackel schon dreimal zuvor seine Kampfhund-Qualitäten unter Beweis gestellt haben. Einmal sei er sogar umgerissen worden, sagt der 42-Jährige. Für ein gebrochenes Handgelenk habe er Schmerzensgeld bekommen; auszukurieren hatte er diese Verletzung dann noch sehr lange Zeit.

Aufwändiges Verfahren

Die angeblich fahrlässige Dackelbesitzerin hatte dem Bußgeld widersprochen und so brauchte das folgende Gerichtsverfahren durchaus einigen Aufwand: Eine Tierärztin bescheinigte Lisas Behandlung, Zeugen wurden ermittelt und befragt.

Noch in der vergangenen Woche hatte es bereits einen – noch rechtzeitigen – Verhandlungstermin gegeben.

Da hatte Verteidiger Michael Conze seine Mandantin entschuldigt; sie sei familiär verhindert. Die Richterin meinte jetzt: „An dieser Stelle hätte ich den Widerspruch verwerfen müssen.“